Es ist ein sehr schönes, kurzes Buch über eine Familie die etwas erlebt und sich hinterfragt wie es weiter geht. Es ist schnell und leicht zu lesen, man muss manchmal schmunzeln aber denkt vielleicht auch mal kurz über seine eigene Situation nach.
Tolle kurze Story
Es war mal wieder eine gelungene Abwechslung ein so kurzes Buch zu lesen. Ich war am Anfang skeptisch aber es hat mich positiv überrascht.
Unterhaltsame Idee, aber zu viele Ereignisse und überhastete Entwicklungen in zu kurzer Zeit – vieles wirkte konstruiert und oberflächlich.
Hund, Herz und Hektik Angelika und Hans wollen ihren Ruhestand in Portugal genießen – Sonne, Meer und endlich Zeit füreinander. Doch dann läuft ihnen die quirlige Mischlingshündin Fellina zu und bringt ihr beschauliches Leben gehörig durcheinander. Als Tochter Sandra mit Enkel Finn zu Besuch kommt, wird aus dem geplanten Ruhestand ein turbulentes Familienabenteuer voller neuer Gefühle, alter Konflikte und überraschender Entscheidungen. Normalerweise versprechen Romane von Tessa Hennig eine lebendige Urlaubskulisse, die Fernweh weckt und zum Mitträumen einlädt. Auch dieses Mal hatte ich mich auf portugiesische Sonne, Meer und Leichtigkeit gefreut. Doch das besondere Lebensgefühl blieb für mich überraschend oberflächlich. Anstatt Atmosphäre zu schaffen, wurden viele Eindrücke nur erwähnt, ohne dass sie wirklich erlebbar gemacht wurden. Dadurch konnte das Setting nicht die Tiefe entfalten, die ich mir erhofft hatte. Ein weiterer Kritikpunkt, den ich leider auch schon bei anderen Büchern der Autorin bemängelt habe, ist das Zeitgefühl der Geschichte. Innerhalb einer einzigen Urlaubswoche verlieben sich mehrere Figuren, überdenken ihr gesamtes Leben und treffen weitreichende Entscheidungen. Dadurch wirken diese Entwicklungen sehr überhastet und wenig authentisch. Gefühle, Zweifel und echte Veränderungen brauchen Zeit, um glaubwürdig zu entstehen. Hier hatte ich erneut das Empfinden, dass vieles konstruiert wirkt, statt sich organisch aus den Situationen herauszuentwickeln. Auch der Handlungsverlauf erschien mir insgesamt überdreht. Es passiert sehr viel mit sehr vielen Personen, wodurch kaum Zeit bleibt, einzelne Entwicklungen wirklich auszuleuchten. Vieles wird nur angerissen, bevor das nächste Ereignis folgt. Dadurch konnte ich mich nicht emotional in die Geschichte hineinversetzen, sondern empfand sie als ein Zuviel an Handlung. Besonders schade fand ich die Darstellung der Hündin Fellina. Ich hatte mich sehr auf eine charmante Hundegeschichte gefreut. Zwar sind Hunde klug und sensibel, doch die starke Vermenschlichung ihres Verhaltens wirkte auf mich teilweise befremdlich und wenig glaubwürdig. Was mir hingegen gefallen hat, ist die Entwicklung zwischen Angelika und Hans. Nach all den Turbulenzen finden sie wieder näher zueinander – dieser Aspekt wirkt versöhnlich und gibt der Geschichte einen warmen Abschluss. Fazit: "Das letzte Kind hat Fell" bietet eine unterhaltsame Grundidee mit Familienchaos, Hund und Auswanderer-Setting. Für mich blieb die Umsetzung jedoch zu konstruiert, zu überladen und emotional oberflächlich.
Selbstfindung, zweite Chancen und leise Lebensumbrüche
Tessa Hennig schafft mit Das letzte Kind hat Fell eine warmherzige, lebenskluge Geschichte über Neuanfänge und über die Frage, was Familie eigentlich bedeutet, wenn die eigenen Kinder längst aus dem Haus sind. Im Mittelpunkt steht eine Frau, die plötzlich merkt, dass sich ihr Alltag leise verschoben hat: weniger Chaos, weniger gebraucht werden und dafür mehr Stille. Und genau in diese Stille tapst ein Hund. Was mir besonders gefallen hat, ist die Mischung aus feinem Humor und ehrlicher Emotionalität. Hennig beobachtet ihre Figuren genau, ohne sie bloßzustellen. Viele Gedanken der Protagonistin fühlen sich unglaublich authentisch an. Dieses Schwanken zwischen Freiheit und Verlust, zwischen „Endlich wieder ich!“ und „Und wer bin ich jetzt eigentlich?“. Der Hund fungiert dabei nicht nur als tierischer Sidekick, sondern als Katalysator für Veränderung, Begegnung und Mut. Der Schreibstil ist leicht zugänglich, aber keineswegs oberflächlich. Zwischen den humorvollen Szenen blitzen immer wieder sehr berührende Momente auf, die nachhallen. Für mich ist es ein Roman, der sich wunderbar wegliest, aber trotzdem Substanz hat. Ideal für alle, die Geschichten über Selbstfindung, zweite Chancen und leise Lebensumbrüche mögen. Ein kleiner Kritikpunkt: An manchen Stellen hätte ich mir emotional noch etwas mehr Tiefe oder Zuspitzung gewünscht. Dennoch überzeugt das Gesamtpaket. Ein warmes, kluges Buch über das Loslassen und darüber, dass manchmal das letzte „Kind“ vier Pfoten hat.
Humorvoller, leichter Roman
Hier ist die Hauptfigur eindeutig der Hund Fellina. Mit ihrer Art bringt sie Schwung in die Familie und nicht wenige Situationen zum Schmunzeln. Manches ist vorhersehbarer als anderes, manches auch etwas rosarot, das finde ich bei einem leichten Roman für Zwischendurch völlig in Ordnung. Und „Das letzte Kind hat Fell“ ist für mich so ein Buch. Damit kann man sich schnell aus dem Alltag stehlen, ist sofort in der Geschichte, muss aber jetzt nicht wirklich über tiefgründige Probleme nachdenken. Es ist mein erstes Buch von der Autorin Tessa Hennig und ich habe es gerne gelesen. Ihr Schreibstil ist flüssig, zwar immer wieder einmal unterbrochen von portugiesischen Worten. Auch wenn ich die Sprache nicht beherrsche, war mir das kein Hindernis. Im letzten Drittel kommt es dann noch zu einer Begebenheit, die ich so nicht erwartet habe, die aber wiederum für Witz und Verwirrung sorgt. Grundsätzlich ein Buch, das man gerne für eine kleine Auszeit vom Alltag nutzen wird.




