
Sanft, aber mit Zugkraft
📖🌫️✨🧵💭🏭🌾 Ich liebe die Bücher von Lia Scott total. Ihre letzte Reihe hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen und ich war so gespannt, wie ihr neuer Auftakt wird. Was soll ich sagen? Sie hat mich wieder mitgenommen, ohne großes Drama, sondern mit genau dieser ruhigen Intensität, die ich an ihr so mag. Sie schafft es einfach, mich in eine komplett andere Zeit zu versetzen und ich vergesse dabei alles um mich herum. June Barlow lebt mit ihren Schwestern Dahlia und Fern in ländlicher Idylle, bis eine Krankheit in der Familie alles durcheinanderwirbelt. Um zu helfen, muss June ihre Heimat hinter sich lassen und in die Industriestadt Bradford ziehen, wo die Spinnereien laut und das Leben deutlich härter sind. Dort trifft sie auf Franky O’Donovan, einen irischen Wollsortierer, der mehr verschweigt als zeigt. Während June versucht, ihre neuen Aufgaben zu meistern, wächst gleichzeitig etwas zwischen ihr und Franky, das sie selbst überrascht. Alles fühlt sich nach Aufbruch an, aber auch nach Risiko. June hat mich sofort als Figur für sich gewonnen. Sie ist mutig, aber nicht unfehlbar, und genau das macht sie nahbar. Franky bleibt an manchen Stellen geheimnisvoll und das sorgt für diese prickelnde Unsicherheit, die einen weiterblättern lässt. Das Setting ist richtig stark. Der Kontrast zwischen Natur und Industrie liegt beim Lesen ständig in der Luft, wie eine Mischung aus Wind und feinem Staub. Man spürt die Hoffnung und die Schwere gleichzeitig. Der Schreibstil ist angenehm flüssig. Keine überladenen Sätze, sondern Bilder, die wirken, ohne zu verkleistern. Die Geschichte nimmt sich Zeit, was ich persönlich schön fand. Nur an ein paar Stellen hätte ich mir mehr Reibung gewünscht, so kleine Momente, die einem die Luft rauben. Genau deshalb sind es diesmal 4 von 5 Sternen. Ein historischer Roman, der nicht laut sein muss, um zu wirken. Er bleibt im Gefühl. Ich freue mich jetzt schon auf Band 2 und darauf, was mit June und Franky noch alles passieren wird. Mein Herz ist bereit.











