Leichte Sommerlektüre mit Urlaubsflair, bei der aber der Tiefgang und die emotionale Glaubwürdigkeit etwas zu kurz kommen.
Eine sommerliche Auszeit mit vorhersehbarem Verlauf Die Architektin Lina steht vor einem Scherbenhaufen: Ihre Ehe kriselt und ihre Tochter Marie will plötzlich die Schule schmeißen. Um Abstand zu gewinnen und um einen klaren Kopf zu bekommen reist sie kurzerhand nach Capri zu ihren Schwestern. Dort stößt sie nicht nur auf eine alte Familiengeschichte, die eng mit der Vergangenheit ihres Vaters verwoben ist, sondern auch auf den charmanten Schreiner Luca. Gemeinsam mit ihm restauriert sie ein verwunschenes Häuschen und findet dabei nicht nur neue Kraft, sondern vielleicht auch eine neue Liebe. Für mich war der Verlauf der Geschichte leider in vielen Teilen vorhersehbar. Besonders Linas persönliche Entwicklung und das Verarbeiten ihrer Ehekrise gingen sehr schnell voran. Für mich persönlich viel zu schnell. Innerhalb weniger Tage scheint sie nicht nur zur Ruhe zu kommen, sondern auch offen für eine neue Beziehung zu sein. Diese schnelle Wandlung wirkte auf mich unrealistisch und nahm der Geschichte etwas von ihrer emotionalen Tiefe. Auch das große Familiengeheimnis, das im Vorfeld stark angedeutet wurde, konnte mich in der Auflösung nicht überzeugen. Das drastische Handeln des Großvaters war für mich nicht ausreichend nachvollziehbar und ließ mich eher ratlos zurück. Was die Geschichte jedoch wunderbar lebendig macht, sind die stimmungsvollen Beschreibungen der Insel Capri. Das warme Licht, das Glitzern des Meeres und die mediterrane Atmosphäre entfalten sich beim Lesen fast wie ein Kurzurlaub. In mir wurde definitiv die Reiselust geweckt! Auch die Idee, am Ende des Romans die Rezepte zu den im Buch erwähnten Speisen aufzuführen, fand ich richtig schön. Das hat für mich die Geschichte ein bisschen aufgewertet. Fazit: „Sommersehnsucht und Meeresglitzern“ ist eine sommerlich-leichte Lektüre mit einem traumhaften Setting. Zwar bleiben einige emotionale Entwicklungen und die Auflösung der Familiengeschichte eher oberflächlich, doch die Atmosphäre, das Capri-Flair und die liebevollen Details, wie die Rezepte, machen das Buch dennoch zu einer schönen Urlaubslektüre für zwischendurch.




