
Zwischen Polareis und Lebensgeschichten
„Das Lachen der Pinguine“ hat mich vor allem wegen des historischen Hintergrunds neugierig gemacht: Caroline Mikkelsen machte sich im Winter 1934/35 gemeinsam mit ihrem Ehemann Klarius Mikkelsen auf dem Schiff Thorshavn auf den Weg in die Antarktis. Im Februar 1935 betrat Caroline Mikkelsen dann als erste Frau antarktischen Boden. Genau dieser Aspekt ist für mich auch die größte Stärke des Hörbuchs. Besonders gut gefallen haben mir die recherchierten Informationen zum Leben der Dänin. Ihre Herkunft, das Kennenlernen mit ihren norwegische Ehemann, ihre Ehe und die Umstände, die sie überhaupt auf die Expedition geführt haben, sind interessant und nachvollziehbar erzählt. Auch die relativ kurzen Passagen der eigentlichen Expedition Richtung Antarktis mochte ich – sie waren kompakt, gut hörbar und haben mein Interesse geweckt. Gleichzeitig liegt hier für mich aber auch die größte Enttäuschung des Hörbuchs. Ich hatte mir deutlich mehr von der Expedition selbst erhofft: mehr Pioniergeist, mehr Abenteuer, mehr Antarktis. Vor allem fehlten mir eindrückliche Beschreibungen der Natur, der Weite, der Tiere und der besonderen Atmosphäre dieses außergewöhnlichen Ortes. Die Reise endet vergleichsweise schnell, und damit auch das Gefühl, wirklich Teil dieses historischen Moments zu sein. Das weitere Leben von Caroline Mikkelsen ist zwar durchaus interessant, schlägt aber eine ganz andere Richtung ein. Dadurch entstanden für mich spürbare Längen, weil der Fokus zunehmend vom eigentlichen Kern – der Entdeckungsreise und ihrem außergewöhnlichen Mut – wegdriftet. Zum Endes des Hörbuches wird man auch historisch gesehen aufgeklärt, was die Aussage betrifft, dass Caroline Mikkelsen die erste Frau war, die antarktischen Boden betreten hat. Denn da gibt es noch Unterschiede hinsichtlich Festland und Inselgebiete. Aber diese genauen Details erfahrt ihr, wenn ihr zum Buch oder Hörbuch greift. Der Gegenwartspart mit der Journalistin Jessica Brubaker hat mich persönlich eher gestört. Zwar dient er dazu, Carolines Geschichte überhaupt ans Licht zu bringen, doch für mich hätte es diesen Erzählstrang nicht gebraucht. Besonders das ausführlich geschilderte Liebesleben von Jessica empfand ich als nebensächlich und uninteressant und es hat mich immer wieder aus der eigentlichen Geschichte herausgerissen. Fazit „Das Lachen der Pinguine“ ist ein solides, gut recherchiertes Hörbuch über eine faszinierende Frau, bleibt für mich aber hinter seinem Potenzial zurück. Wer eine ruhige, biografisch geprägte Geschichte sucht, wird hier fündig. Wer jedoch – wie ich – auf Abenteuer, Naturgewalt und das Gefühl der Antarktis hofft, könnte enttäuscht werden.















