
Hat mich mega abgeholt
Der Einstieg war für mich eher sanft – unterhaltsam, ja, aber noch nicht packend. Bis Seite 93. Vier Worte. Und mir standen die Haare zu Berge. Von da an war ich mitten drin. Jessica Potthast liefert uns einen Täter, der gleichermaßen furchtbar wie faszinierend ist. Lange dürfen wir miträtseln, wer hinter den grausamen Morden steckt – und ständig werden uns falsche Fährten vor die Füße gelegt. Nicht nur einmal war ich mir sicher, alles durchschaut zu haben, nur um wenige Seiten später wieder komplett daneben zu liegen. Besonders stark fand ich die Rückblicke in die Kindheit des Täters. Sie haben mich immer wieder in eine andere Richtung gedrängt und mich regelrecht paranoid werden lassen. Eigentlich wollte ich das Buch nach dem Nachtdienst nur kurz anlesen. Tja – Schlaf wird überbewertet. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. Und mal ehrlich: Wer braucht Karin Slaughter, wenn man Jessica Potthast haben kann? Dieses Debüt ist für mich der Beweis, dass deutschsprachige Thriller-Autor:innen absolut mithalten können. Fazit: Ein Debüt, das mich nicht nur überzeugt, sondern regelrecht begeistert hat. Gänsehautstunden, die mir meine Idee mit dem „Debüt-September“ mehr als bestätigt haben.

