Gelungener Abschluss der Dilogie. An einigen Stellen hätte der Verlauf der Geschichte gerne etwas tiefer gehen können, statt nur oberflächlich abgearbeitet zu werden. Trotzdem ist die Storyline insgesamt stimmig und rund, wenngleich mit einem etwas offenen Ende, was Spielraum für einen dritten Teil gelassen hätte.
!["In der Liebe und im Krieg sind alle Waffen erlaubt […]"](https://social-cdn.read-o.com/images/1653664593526-33.jpg)
"In der Liebe und im Krieg sind alle Waffen erlaubt […]"
In vielen meiner Rezensionen betone ich ja, dass mir Bücher mit starken weiblichen Protagonisten gefallen. Und genau aus diesem Grund möchte ich euch heute den zweiten Band der Sansibar Saga "Im Schein der Morgenröte" vorstellen. Es handelt sich hierbei um einen Roman in einem historischen Setting um 1890, der natürlich auf der Insel Sansibar spielt. Erzählt wird der Plot zum Großteil aus Sicht der deutschen Elisabeth, die auf Sansibar einen Kontor eines verstorbenen Onkels übernommen hat und versucht sich einen Namen in der von Männern beherrschten Pflanzer Domäne zu machen. Dies erweist sich als überaus schwierig, da sie alleinstehend ist und Frauen zu dieser Zeit gewisse Rollenbilder zu erfüllen hatten. Hinzu kommt der wachsende Druck mit einem der Pflanzer handelseinig zu werden bezüglich des Kaufes von Gewürznelken. Dieser Handel wird dringend benötigt, damit sie die Schulden der Überfahrt bei ihrem Bruder in Deutschland ausgleichen kann. Einige andere Abschnitte des Buches werden aus Sicht der beiden anderen Protagonisten Dr. Wessels und dem Pflanzer Jacob Preston erzählt. Mit letzterem verbindet Elisabeth seit kurzem eine romantische Verbindung, die jedoch auch noch sehr zerbrechlich und frisch ist. Cornelia Engel hat es geschafft mich abzuholen und nach kurzer Zeit war ich in der Story angekommen, auch wenn mir der erste Band nicht bekannt war. Hierfür wird man zu Anfang mit einer kurzen Zusammenfassung der Geschehnisse aus dem ersten Band gut in Kenntnis gesetzt, so dass es keine Schwierigkeiten bereitet auch erst in den zweiten Band der Sansibar Saga einzusteigen. Der zweite Band scheint auch direkt nahtlos an den ersten anzuschließen, wenn ich die Zusammenfassung richtig interpretiert habe. Natürlich dreht sich ein großer Teil des Plots um die Liebesgeschichte zwischen Elisabeth und dem Pflanzer Jacob. Doch es geht natürlich auch um politische Ränke, die Schwierigkeiten von Elisabeth sich in der damaligen Zeit in Ostafrika in einer Männerdomäne durchzusetzen und die Selbstbestimmtheit von Frauen. Dabei hat die Autorin weitestgehend authentisch und historisch korrekt die Zustände der damaligen Zeit beschrieben und auch durch einen sehr detailreichen Schreibstil mich im exotischen Dschungel Sansibars ankommen lassen. Wer Lust auf eine Mischung aus Regency- und Liebesroman in einem exotischen Setting hat, dem kann ich die Sansibar- Saga nur wärmstens ans Herz legen. Das Buch hat mir gut gefallen und ich werde mir bestimmt auch noch die anderen Bände beizeiten anschauen. Alles in allem kann ich 4 von 5 Gewürznelken für diesen historischen Liebesroman vergeben.

