Spannende Familiensaga über Zusammenhalt, Mut und Konflikte in schwierigen politischen Zeiten.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Familien von Falkenbach und Lehmann, deren Leben im Jahr 1938 immer stärker von den politischen Entwicklungen überschattet wird. Besonders Ferdinand Lehmann sorgt dabei für Konflikte, nachdem klar wird, dass seine Freistellung vom Wehrmachtstützpunkt mit seinen Plänen zur Waffenproduktion zusammenhängt. Gerade dieser innere Konflikt zwischen Anpassung, Überzeugung und moralischen Grenzen wurde sehr greifbar dargestellt. Auch Wilhelmine von Falkenbach fand ich als Figur besonders interessant. Durch ihre Beziehung zu dem Widerstandskämpfer Martin gerät sie zunehmend in Gefahr und muss ständig abwägen, wem sie vertrauen kann. Gleichzeitig versucht Gustav trotz der Risiken weiterhin heimlich jüdische Patienten zu behandeln, was die angespannte politische Lage noch deutlicher macht. Mir gefiel besonders, wie die jüngere Generation versucht, ihren eigenen Weg zu finden, obwohl ihre Ansichten oft nicht mit den politischen Erwartungen der Zeit übereinstimmen. Dabei merkt man an einigen Stellen deutlich, dass ihnen noch Erfahrung fehlt und Entscheidungen manchmal eher emotional getroffen werden. Trotzdem wirkte das sehr authentisch. Gleichzeitig fand ich es schön, dass trotz aller Spannungen immer wieder der familiäre Zusammenhalt spürbar bleibt, auch wenn sich einige Familienmitglieder durch unterschiedliche Meinungen zunehmend voneinander entfernen. Der Klappentext verspricht eine emotionale Familiengeschichte voller Geheimnisse, Konflikte und schwieriger Entscheidungen vor dem Hintergrund der NS-Zeit. Genau diese Mischung aus historischen Ereignissen, familiären Spannungen und persönlichen Schicksalen hat das Buch für mich sehr lesenswert gemacht.


















