Auch den dritten Band dieser Reihe fand ich wieder grandios. Er hat mich durchgehend gefesselt und bestens unterhalten. Obwohl das eigentlich die Vorgeschichte von "Die Stimmlosen" ist. Wer die ganze Reihe lesen möchte könnte auch diesen Band zuerst lesen. Hier geht es um das Leben und das Schicksal der Mutter von Fritz Ellerweg und um Schuld und Vergebung. Die Geschichte geht über zwei Weltkriege und macht deutlich welche Konsequenzen unbedachte Fehler haben können. Die Charaktere wurden sehr gut ausgearbeitet, vor allem der von Helen. Sie hat sich im Laufe der Geschichte von einer lieben, selbstbewussten, jungen Frau zu einer kalten, verbitterten Ehefrau und Mutter entwickelt. Das Ende bleibt offen. Klare Leseempfehlung!
Die ersten beiden Bände der Reihe waren für mich Highlights. Berührende Story und tolle Protagonisten. Dieser Band konnte mich nicht ganz abholen. Die Geschichte war wieder super, aber die Hauptprotagonistin wird im letzten Drittel des Buches so unsympathisch, dass mir das weiterlesen richtig schwer gefallen ist. Auch hat das letzte Drittel einige Längen und sehr viele Wiederholungen, insbesondere was die Gedanken und Gefühle der Hauptprotagonistin angeht. Die Autorin ist aber für mich eine tolle Neuentdeckung und ich freue mich auf weitere Bücher von ihr.
"Die verstummte Liebe" ist 2021 beim Amazonverlag Tinte&Feder erschienen und das vierte Buch, das ich von Melanie Metzenthin gelesen habe. Es erzählt die Vorgeschichte einer Nebenstory aus ihrem Roman "Die Stimmlosen" beide Bücher können aber unabhängig voneinander gelesen werden. Im Mittelpunkt steht Helen, die im späten 19. Jahrhundert in die britische Oberschicht hineingeboren wird. Schnell wird klar, dass sie den standesgemäßen aber sehr konservativen James Mitchell heiraten muss. Helen möchte sich aber auf keinen Fall mit einem Leben als Ehefrau und Mutter zufrieden geben und überzeugt ihre Eltern vor der Verlobung eine Europareise antreten zu dürfen. Auf dieser lernt sie den deutschen Medizinstudenten Ludwig Ellerweg kennen und verliebt sich. Diese Liebe bringt sie dazu die Verlobung zu lösen und nach Deutschland zu ziehen, auch wenn sie dafür mit ihrer Familie brechen muss. Helen und Ludwig führen eine glückliche Ehe mit Höhen und Tiefen und bekommen einen Sohn, den sie Fritz nennen. Als ihre Mutter jedoch schwer erkrankt, reist sie zurück nach London und der Ausbruch des 1. Weltkrieges verändert ihr Leben für immer. Dieses Buch ist einfach wunderbar geschrieben, es beschreibt die Zeit und Helens Leben so lebendig, dass ich wirklich mit gelitten habe. Die Charakterentwicklung von Helen ist extrem und so gut nachvollziehbar. "Die verstummte Liebe" zeigt, wie Krieg aber auch falsche Entscheidungen das Leben für immer verändern können. Eine absolute Leseempfehlung.



