"Der Club der Unbeugsamen" spielt 1933 in Mississippi. Kathryn Stockett schafft es ganz unterschiedliche (weibliche) Charaktere zu beschreiben die alle auf die eine oder andere Art ihr Glück suchen. Es ist Wirtschaftskrise, Birdie -Mitte 20 unverheiratet, braucht Geld, damit sie, ihre Mutter und Oma ihr kleines Haus nicht verlieren. Sie fährt zu ihrer Schwester Florence die reich geheiratet hat aber unglücklich in ihrer Ehe ist. Und sie lernt Meg kennen, ein 11 jähriges Mädchen was im Waisenhaus von der Leitung gequält wird... Das Buch lebt mit diesen und weiteren Frauen die im Laufe der Handlung noch dazu kommen. Sie alle versuchen sich zu emanzipieren und sind doch in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen. Ich fand es toll, ohne vorab zuviel über die Handlung zu wissen dieses Buch einfach auf mich wirken zu lassen. Wieder ein großartiges Buch von Kathryn Stockett, nachdem "Gute Geister" ja auch ein grosser Erfolg war.
Ich würde gern mehr Sterne vergeben. 15 Jahre warten auf einen neuen Roman haben sich gelohnt. Ich liebe dieses Buch!
Mein Jahreshighlight
Ich habe jede Seite geliebt und mich förmlich nach diesem Buch gesehnt. Diese Geschichte ist tief berührend, witzig und spannend und das ab Seite 1. Kathryn Stockett reist etwa 100 Jahre in der amerikanischen Geschichte zurück und erzählt atmosphärisch von den damaligen Umständen und Gegebenheiten von Frauen. Dabei schafft sie wunderbare weibliche Figuren, die man einfach lieben muss oder eben fürchtet und verachtet. Hervorzuheben ist auch die Übersetzung! In vielen Teilen werden sprachliche Besonderheiten (Dialekte aber auch Umgangssprache) des Bundesstaates Mississippi genutzt. Das ins Deutsche zu übertragen, ist sicherlich nicht so einfach und hat eine authentische Geschichte erschaffen! Zur Länge des Buches: knappe 850 Seiten - keine war zu viel und wer mich kennt, weiß, dass ich künstlich in die Länge gezogene Bücher nicht ertragen kann. Hier hätte es auch gern noch mehr sein können! Lest dieses Buch!
Kathryn Stockett legt ein neues Buch vor, ganze 17 Jahre nach ihrem Riesenerfolg mit „The Help“, das allein ist schon ein Grund für höchstes Interesse. Für mich führt kein Weg daran vorbei! Hier landet man in einer amerikanischen Kleinstadt, Oxford, Mississippi, mitten in der Wirtschaftskrise der 30er Jahre. Überall wird das Geld knapp und die, die eh schon wenig hatten, verzweifeln oder werden erfinderisch. Birdie soll zum Beispiel nach Oxford fahren, um ihre Schwester um Geld für die überfällige Steuerzahlung zu bitten. Die meldet sich nicht mehr bei ihrer Familie, hat aber immerhin reich geheiratet. Und die kleine Meg ist tatsächlich im Waisenhaus gelandet, nachdem ihre Mutter einfach verschwand. Sie lebt jetzt schon seit zwei Jahren dort und kann noch immer nicht glauben, dass ihre Mutter nicht wiederkommt. Die Schikanen der Leiterin des Hauses erträgt sie tapfer, sucht aber heimlich nach einem Ausweg. Mit ganz viel Humor wird hier von ausweglosen Situationen erzählt. Man amüsiert sich köstlich, während einfach alles immer schlimmer wird. Es gibt jede Menge originelle Figuren, die liebevoll und lebendig geschildert werden. So eine Wirtschaftskrise fordert jeden heraus, arm oder reich. Manch einer verliert alles, obwohl er nie Geldsorgen hatte und andere mussten schon immer ums Überleben kämpfen. Mitten in Oxford bildet sich eine skurrile Zweckgemeinschaft mit einem ungewöhnlichen Geschäftsmodell. Dieses Buch ist intensiv und unterhaltsam, ein Buch zum Abtauchen, voller Überraschungen. Es erzählt von einer schlimmen Zeit, von Not, Prohibition und Polizeigewalt, Snobismus und Bigotterie, aber auch von Frauen, die sich nicht unterkriegen lassen. Zum Ende hin wurde es mir ein klein wenig zu gewollt, da geht einiges zu glatt, aber das hat auch eine Art märchenhaften Charme, eine irre Geschichte ist es allemal. Es ist ein wildes Abenteuer über 848 Seiten, das einen maximal fesselt, rührende und tragische Momente hat, auch viel Schwarz und Weiß, dabei aber absolute Sogwirkung entwickelt und großen Spaß macht. Ich freue mich schon auf die Verfilmung!



