
Zum Buch:
Es waren einmal vier Lasco-Geschwister, die in einer Welt zusammenhielten, die sie nicht beschützen konnte. Doch in einer höllischen Nacht, die das Ende ihrer Kindheit markierte, starb der älteste Bruder Shawn auf brutale Weise, nachdem er hinter verschlossene Türen gezerrt worden war. Obwohl sein Tod offiziell als Unfall eingestuft wurde, weiß Nathan Lasco es besser – und hat ihrer Mutter Stella niemals verziehen. Nun, zwei Jahrzehnte später, verspricht Stella endlich die Wahrheit darüber zu enthüllen, was am "Tag der Tür" geschah. Gemeinsam mit einem paranormalen Ermittlerteam kommt die Familie Lasco ein letztes Mal zusammen, doch niemand ist auf die Enthüllungen vorbereitet, die im dritten Stock auf sie warten. — Die Geschichte beginnt mit einem Albtraum: Eine gewalttätige Mutter zerrt ihr ältestes Kind in ein Zimmer, schließt die Tür, und kurz darauf ist es tot. Zwanzig Jahre später kehren die drei überlebenden Geschwister in das Haus der Tragödie zurück, um ihre Mutter mit der Vergangenheit zu konfrontieren. Die große Stärke dieses Buches liegt in der Darstellung der Familiendynamik und der Charakterisierung der Mutter. Ich mochte es, wie sehr ich diese Frau hassen konnte. Sie ist eine zutiefst unsympathische, narzisstische Figur, die jede Verantwortung von sich weist. Stattdessen behauptet sie, eine „dunkle Energie“ im Haus sei für die Gewalt und den Tod ihres Sohnes verantwortlich gewesen. Hier nutzt die Autorin den Horror gekonnt als allegorisches Mittel. Die Geschichte wirft spannende Fragen auf: Wo endet die persönliche Schuld, und wo beginnt der Einfluss von psychischen Erkrankungen oder überwältigenden Emotionen? War es Besessenheit durch einen Geist oder durch eigene Dämonen? Das Abtragen der Schichten von Trauma, Trauer und Wut der nun erwachsenen Kinder ist intensiv und geht unter die Haut. Die Atmosphäre in dem unheimlichen, möglicherweise verfluchten Haus ist dicht und beklemmend. "The Day of the Door" ist ein solider Horrorroman mit einem starken Fokus auf psychologischem Trauma und einer hassenswerten Mutterfigur, der mich aber nicht völlig umgehauen hat.

