1. Okt.
Rating:5

In „Ein Winter in Sokcho“ treffen zwei Suchende aufeinander – stimmungsvoll, melancholisch und leise. Dieses Buch hat mich mit seinem wunderschönen Cover sofort angelockt und der Klappentext klang auch vielversprechend. Was zunächst als „kommen sie zusammen?“-Liebesgeschichte daherkommt, ist aber in Wahrheit so viel mehr. Elisa Shua Dusapin hat in ihrem Erstlingswerk „Ein Winter in Sokcho“ so viele Emotionen, Träume und Hoffnungen verarbeitet, dass das knapp 140 Seiten dünne Bändchen fast schon wie ein kleines Kunstwerk anmutet. Doch zurück zum Anfang: Es geht um eine junge Hotelangestellte, die mit jeder Faser ihres Körpers dem kalten Sokcho und der ewig währenden Monotonie entfliehen möchte. Als dann ein attraktiver, aber sehr zurückhaltender und eigenbrötlerischer Mann ins Hotel kommt, um in Ruhe an seinem neuesten Comic zu arbeiten, ist sie sofort sehr interessiert und es beginnt ein gemächliches, zurückhaltendes Hin und Her. Doch schnell wird klar, dass beide etwas völlig unterschiedliches wollen: Sie will raus aus ihrem Trott, in das schöne Frankreich ziehen, und er, der der Stadt überdrüssig ist, sucht ein wenig Abgeschiedenheit und Frieden. "Das Kratzen der Feder war nun langsam und regelmäßig wie ein Wiegenlied. Vor dem Einschlafen versuchte ich mir die Bilder genau einzuprägen, die er in mir erschaffen hatte, sie nicht zu vergessen, da ich wusste, wenn ich morgen in sein Zimmer ging, würden sie verschwunden sein." Hinter dem pastelligen Cover mit der Schnörkelschrift verbirgt sich nicht nur eine leise, traurigschöne Geschichte, sondern auch sehr viel zwischen den Zeilen. So wird in „Ein Winter in Sokcho“ nicht nur sehr viel geschwiegen und geträumt, sondern vor allem gehofft. Unsere junge Protagonistin hofft auf einen Ausbruch aus dem ihr überdrüssigen Hotelalltag, sie möchte nach Frankreich, zu ihren Wurzeln, denn sie ist halb Koreanerin, halb Französin. Frankreich kennt sie bisher allerdings nur aus Romanen. Der mysteriöse Comiczeichner, der einige Zeit im Hotel verbringt, kann sie daher wenig ernst nehmen, wenn sie behauptet, sie verstünde das Land. So ergibt sich ein stilles Hin und Her zwischen den beiden Charakteren. Weiterlesen: https://killmonotony.de/rezension/elisa-shua-dusapin-ein-winter-in-sokcho

Winter in Sokcho
Winter in Sokchoby Elisa Shua DusapinDaunt Books Publishing
21. Dez.
Rating:4

4.5/5 ⭐️ Right down my alley! Atmospheric, lyrical, character-driven novels are my absolute favourite. It was also beautifully translated and narrated. — tells the story of a young woman living in Sokcho, a beach town in South Korea, right at the border to North Korea, working in a run down guest house who meets a French comic book artist staying in one of their rooms. But it‘s so much more, it‘s a story of womanhood and growing up, of a daughter-mother relationship, societal pressure, love, lust and longing as well as the everlooming war enclosing the little town at the beach

Winter in Sokcho
Winter in Sokchoby Elisa Shua DusapinDaunt Books Publishing
31. Juli
Rating:4

“ it gave a summary of the conflict between the two Korea’s that began in 1950 the north supported by the Soviets of China the south by the US and the United Nations the signing of the armistice on the 27 July 1953, and the creation of this frontier on the 38th parallel the worlds most heavily militarized border in the midst of no man’s land, four kilometers wide and 238 kilometers in length. In the course of those three years two to four million deaths, both civilian and military. No peace treaty had ever been signed.”

Winter in Sokcho
Winter in Sokchoby Elisa Shua DusapinDaunt Books Publishing
8. Apr.
Rating:3.5

Ein sehr kurzes Buch, bei dem nicht wahnsinnig viel passiert (einige Aspekte hätten auf jeden Fall noch ausgebaut werden können) und in dem sehr nüchtern erzählt wird, aber irgendwie macht genau das die Geschichte schön und besonders? Ich kanns ganz schwer beschreiben, aber dieses Buch war gleichzeitig elegant und ruppig, schön und trist, spannend und langweilig.

Winter in Sokcho
Winter in Sokchoby Elisa Shua DusapinDaunt Books Publishing
2. Feb.
Rating:5

Ruhig, gefühlvoll - großartig

Elisa Shua Dusapin - Ein Winter in Sokcho „Glauben Sie, Sokcho wäre ein guter Ort für eine Geschichte?“ Sokcho, eine südkoreanische Stadt am Meer, 60 km vor der Grenze nach Nordkorea. Hier begegnen sich der französische Zeichner Kerrand und eine junge Mitarbeiterin der Pension. Es sind nur ein paar Wochen, die sie miteinander verbringen, doch mit jedem kurzen Gespräch, mit jedem gemeinsamen Ausflug kommen die beiden sich auf eine ruhige, zurückhaltende Art näher. Er, der die Ruhe sucht, der Inspiration sucht, der im Grunde nur zeichnen möchte. Sie, die dem vermeintlichen tristen Sokcho entfliehen möchte, die ihren Freund nicht liebt, die von den ewigen Ratschläge ihrer Mutter genervt ist, die ein langweiliges Leben in einer in die Jahre gekommenen Pension führt. „Man landete dort durch Zufall, wenn man zu viel getrunken oder den letzten Bus verpasst hatte.“ Knapp 140 intensive Seiten, keine herkömmliche Liebesgeschichte, keine große Handlung, aber unglaublich viele Emotionen, die nach und nach zu Tage treten. Wieder ein sehr ruhiges Buch, dennoch schafft es Elisa Shua Dusapin mit ihren so wunderschönen Worten so viel zu vermitteln. Ein weiteres Highlight 2023 - unbedingt lesen. 5*

Winter in Sokcho
Winter in Sokchoby Elisa Shua DusapinDaunt Books Publishing
13. Jan.
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Rating:4

Dieses Buch entführte mich kurzweilig an den Küstenort Sokcho, der nur 60 km von der nordkoreanischen Grenze entfernt liegt. Wir verfolgen das Leben der Protagonistin, die in einer Pension angestellt ist. Tagein, tagaus der gleiche triste Alltag. Das Leben ist hart in Sokcho, vor allem die Winter, die von Kälte und Einsamkeit bestimmt werden. Außer ihrem Job und ihrer sehr kritischen Mutter hat sie nicht viel. Die Begegnung mir einem französischen Comiczeichner, der den Winter in der Pension verbringt, taut die Welt der Protagonistin auf. Schmilzt Bedürfnisse, Träume und Wünsche in ihr, die ihr vor seinem Eintreffen gar nicht so bewusst waren. Während er die Stille und Abgeschiedenheit Sokchos sucht und genießt, wird ihr ihr eintöniges Dasein umso schmerzlicher bewusst und der Wunsch ihre Heimat zu verlassen wird immer drängender. Fast schon poetisch beschreibt die Autorin diese Begegnung zweier so unterschiedlicher Menschen und ihren Einfluss aufeinander. Führt kulturelle, aber auch ganz persönliche Grenzen auf - so sehr die beiden umeinander tänzeln und sich durch die Comicfiguren, die er zeichnet, annähern, so fern bleiben sie sich. Die ganze Geschichte ist geprägt durch Fernweh, einer wattigen Stille und einer schmerzhaften Zärtlichkeit, die im Gegensatz zur rauen, bedingungslosen Landschaft Sokchos steht. Ein tiefgründiger Roman über dem stetig das Damoklesschwert schwebt mit dem, was sein könnte, aber niemals sein wird. Ein wundervolles Buch, das ich gern gelesen habe.

Winter in Sokcho
Winter in Sokchoby Elisa Shua DusapinDaunt Books Publishing