Abgefuckt, verstörend, anstrengend, kühl und genial
Das Verhalten der meisten Charaktere ist mehr oder weniger toxisch, entweder gegen andere oder sich selbst, aber auch menschlich, nachvollziehbar, rau und realitätsnah. Die Geschichte ist aus der Sicht des Hauptcharakters Irina geschrieben und sie ist absolut unsympathisch, denkt grundsätzlich, sie sei besser als andere und zeigt narzisstische Verhaltensweisen, die im Laufe der Geschichte nur schlimmer werden. Sie ist kalt und berechnend. Wir erfahren nach und nach mehr von traumatischen Erlebnissen, die sie geprägt haben. Sie geht furchtbar mit anderen Menschen um, vor allem mit ihrer besten Freundin Flo. Aber auch Selbstfürsorge und Selbstliebe kann sie nicht wirklich. Sie isst Salat, macht Yoga, hin und wieder kokst und trinkt sie auch. Ihre Leidenschaft ist Fetisch-Fotografie und darin ist sie richtig gut und der Erfolg stell sich langsam ein. Nur was macht es mit ihr und was macht es mit den Menschen, die sie als Models aussucht? Und ist ihrer Erinnerung immer zu trauen? Auch wenn die meisten Charaktere auf ihre eigene Art anstrengend sind, so sind sie doch authentisch und ich konnte nicht aufhören zu lesen. Es beginnt bereits verstörend, mit Drogenmissbrauch, Manipulation, Kindheitstraumata und wir schlittern langsam mit und beobachten, wie Irina sich immer psychotischer verhält. In dem Buch geht es auch um white privilege, pretty privilege und wie weiblich gelesene Personen vor allem auf Grund letzteres nicht ernst genommen werden oder ihr Verhalten entschuldigt wirkt. Selbst wenn sie ebenfalls Täterverhalten an den Tag legen oder gewalttätig werden.



























