Das Buch lag auf meinem SuB seit einem Jahr. Ich habe ungefähr 1/3 des Buches gelesen, dann paussiert und zum Schluss mit einem Auge gelesen. Heißt halb gelesen... die Geschichte fand ich einwenig verwirrend. Das hat so gut und spannend vor allem schnell angefangen und dann wurde Geschichte für mich viel zu anstrengend. Nicht das ich solche Geschichten ungerne lese. Nur diese Geschichte fand ich zu kompliziert. Von der Autorinin habe ich bisher das Hexensaat gelesen, das fand ich ziemlich gut, hingegen zu alias Grace das Buch fand ich extrem schwierig geschrieben. War genaus Problem wie bei diesem Buch (nur, habe ich damals komplett abgebrochen)
Abgebrochen nach 150 Seiten. Es gibt viele Kriterien, nach denen man ein Buch hinsichtlich der Qualität beurteilen kann. Unterhaltsamkeit ist dabei ein Kriterium, welches nicht zwangsläufig erfüllt sein muss, um ein Buch als subjektiv gut zu bezeichnen. Gleichwohl hilft es der eigenen Lesefreude ungemein, wenn sich so etwas wie ein roter Faden in einer Geschichte abzeichnet, die einen mit einem gewissen Interesse bis zum Ende durchhalten lässt. Katzenauge erfüllt ein paar Kriterien, um es als gutes Buch bezeichnen zu können. Zunächst mal ist es nicht schlecht geschrieben, wenn auch ohne wesentliche Höhepunkte oder dramaturgische Variationen. Das erste Drittel des Buchs ist von detaillierten Kindheitserinnerungen geprägt und leider bildet sich die im Klappentext avisierte spannungsgeladene Freundschaft zwischen den beiden Mädchen nur zaghaft auf. Und so bekommt man seitenweise die Kindheit der Ich-Erzählerin im Nachkriegskanada geschildert. Mich hat es ermüdet, die Figuren wurden mir immer gleichgültiger. Ich habe in diesem Jahr mit Knausgard einen Autor gelesen, der das detaillierte Beschreiben seines Alltags fast schon auf die Spitze getrieben hat. Da wusste ich aber, dass die Kunst in dem Buch in der Beobachtungsgabe und -beschreibung lag und konnte es im gewissen Maße wertschätzen. Atwoods Buch wurde mir aber als Psychogramm einer Frauenfreundschaft im Verlauf von Kindheit ins Erwachsenenalter verkauft. Seitenweise Beschreibung über das Vagabundenleben als Kind oder Dialoge über die Malerei als erwachsene Künstlerin lenken für mich zu sehr vom Thema ab. Da hilft mir auch nicht das von mir wenig geschätzte Präsens als Erzählzeit, welches wohl Spannung erzeugen soll, mich aber immer öfter ärgert, weil es ohne Bezug zur Erzählung eingesetzt wird. Gerade in einem Buch, in dem die zeitlichen Erzählebenen immer wieder wechseln, erschließt sich mir nicht der Sinn der Gegenwartsform. Kurz um: Es war einfach nicht mein Buch. Kein Vergleich mit dem Report der Magd.
Nachdem ich von Margret Atwood "Der Report der Magd" gelesen hatte, hat mich die Schriftstellerin fasziniert. Ich hatte dann einige Bücher von ihr auf meiner Wunschliste. Ausschlaggebend dafür, dass ich mich für dieses Buch entschieden habe, war ein kurzes Gespräch mit einer Buchhändlerin, die so begeistert war von der Beschreibung und Erzählungen in diesem Buch aus der Sicht der Protagonistin als Kind. Es geht in dem Buch um Elaine. Ein Mädchen, das anders ist. Anders durch den Job ihres Vaters, durch die Hochbegabung ihres Bruders, durch die Art wie ihre Familie lebt. Sie kommt auf eine neue Schule und will natürlich dazu gehören. Was ihr auch gelingt, aber sie muss auch darunter leiden wie sie von ihrer Freundin behandelt wird. Parallel zu der Kindheit und Jugendzeit wird auch die Geschichte der erwachsenen Elaine, wie sie sich selbst gefunden hat, die Demütigungen überstanden hat und im Endeffekt doch noch Erwartungen an diese Freundschaft hat. Eigentlich, im Nachhinein betrachtet ein gutes Buch mit einer sehr guten Geschichte und Thematik. Drei Sterne gibt es von mir, weil ich was anderes erwartet habe und weil es mir an manchen Stellen einfach zu langweilig wurde und ich oft tagelang kein Bedürfnis hatte weiter zu lesen. Vielleicht liegt es auch daran, dass es zusätzlich noch um Kunst, Kunstwerke und Künstler gin, die das Leben von Elaine beruflichen beeinflussen. Ich musste viele Künstler und Gemälde googeln.
Ich hatte mehr von diesem Buch erwartet. Zudem ist der Klappentext irreführend.



