Convenient wäre es, sich die Zeit zu sparen und das Buch nicht zu lesen
Keiko ist 34 und arbeitet seit 18 Jahren in Teilzeit in einem Convenience Store. Nicht weil sie müsste, sondern weil sie so gar keinen Drang verspürt einer anderen, geregelten Arbeit nachzugehen. Im Gegenteil. Sie hat ihr ganzes Dasein auf ihren Job als convenience store worker ausgelegt. Sie schläft und isst ausreichend, um ihrer Aufgabe zu entsprechen. Sie ahmt Kolleg*innen nach um gut ins Bild zu passen. Eigentlich könnte sie zufrieden mit der selbst gewählten Situation sein, währe da nicht ihre Familie und Freund*innen, die so gar kein Verständnis für sie aufbringen. Warum ist sie nicht verheiratet? Warum hat sie keinen „normalen“ Job? „Convenience Store Woman“ handelt im Kern von gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen und kapitalistische Leistungsgedanken. Und doch enttäuscht das Buch maßlos. Weil Keiko eben nicht wirkt als wolle sie im individuellen allen Rollenvorstellungen zuwider ihr Leben so gestalten, wie es ihr halt passt. Nein, Keiko ist das Abziehbild des Weirdos, die sich Umständen hingibt. Ohne Sinn und Kritik. Da hilft dann auch das gehastete Ende nichts. Leider eine eher nervige Lektüre.




















































