2,5 stars. Better than the first short story, since I like Kami, Angela and Rusty.
Als Elisabeth das erste Mal vor ihrer Stief-Grossmutter steht, kann sie sich nicht vorstellen, dass sie diese Frau je mögen würde. Aber dann entwickelt sich ein festes Band zwischen den beiden und was als Kurzaufenthalt in einem einsamen Haus auf Guernsey geplant war, wird bald zu dem Ort an dem sie unbeschwert aufwächst. Als Arlette schließlich einen Schlaganfall erleidet, pflegt Betty sie aufopfernd bis zum Schluss. Bei der Testamentsverlesung bekommt zur Überraschung aller Clara Pickel eine beträchtliche Summe zugesprochen, doch niemand hat je von ihr gehört und kein Detektiv konnte bisher ihren Aufenthalt bestimmen. Da es ohnehin Zeit ist sich Flügel wachsen zu lassen, begibt Betty sich auf die Suche nach dieser ominösen Person und erfährt damit viel mehr über die ausschweifende Jugend ihrer Großmutter in den zwanziger Jahren und ihrer Liebe zu einem farbigen Jazzmusiker, als die strenge, konservative ältere Frau bei der sie aufwuchs, ahnen lies. Die Geschichte scheint sich fast über 70 Jahre später zu wiederholen, denn gegenüber von Bettys Wohnung in Soho, hat der berühmte Popstar Dom sein neues Domizil aufgeschlagen und durch Zufall wird sie schon bald der Babysitter seiner Kinder. Das Buch lädt dazu ein es sich mit einer Tasse Kaffee auf der Couch gemütlich zu machen, sich einfach treiben zu lassen und in die Geschichte abzutauchen. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen. Einmal die Geschichte von Arlette und den Möglichkeiten die sich einem jungen Mädchen in den 20ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts boten und Betty die erkennen muss, dass nur weil sie in einer Schuhschachtel in Szeneviertel Soho wohnt, ein Landei aus Guernsey nicht gerade das ist, worauf London die ganze Zeit gewartet hat. Was ihr zuerst so abweisend und fremd erscheint, zum Beispiel John der Plattenladeninhaber von gegenüber oder der Rockstar, der gerade von seiner Freundin verlassen im Nachbarhaus wohnt, erweist sich bald als Fügung des Schicksals auf Bettys Suche nach Clara Pickel. Es ist einfach eine Geschichte mit der ich mich wohlgefühlt habe und bei der ich gestaunt habe, wie frei die Jugend nach dem ersten Weltkrieg das Leben genoss, aber auch wie konservativ alle sich verhielten sobald ein junges Mädchen unverheiratet schwanger wurde. Besonders ergreifend ist die Liebesgeschichte von Arlette und Goeffrey, die nie wirklich eine Chance gehabt hätte. Ich mochte alle Charaktere von Anfang bis Ende in diesem Buch furchtbar gern und ich war traurig als ich auf der letzten Seite angelangt war. Diese Geschichte zu lesen fühlte sich an, wie mit einem alten vertrauten Freund zu reden und ich finde es schade das Werke der Autorin bisher noch nicht ins Deutsche übersetzt wurden.

