Was soll ich bloß sagen? Manchmal kündigt sich eine Trennung schleichend an, so auch hier. Die ersten beiden Bände fand ich toll (es gibt sie auch auf Deutsch), im dritten Band kündigte es sich ganz langsam an. Und jetzt, nach dem vierten Teil, bin ich mir leider sicher: Es ist vorbei. Das Duo Ambrose Parry und ich gehen getrennte Wege. Meine Reise nach Schottland begann also vor drei Büchern bei dieser Serie und es machte einfach Spaß: Ich mochte die Charaktere, deren Beziehung zueinander und die Mordfälle. Die Elemente passten einfach zueinander und waren ausgeglichen. Nicht zu cosy, nicht triefend blutig, aber dennoch interessant und mit für mich sogar lehrreichen Details über die damalige Gesellschaft. Und, auch wenn der Klappentext des ersten Teils es etwas anmutet: Der Romance Teil war sehr wohldosiert. Und das sagt jemand, der da echt empfindlich ist. ;). Im dritten Teil (deutscher Titel: Die Essenz des Bösen) begann sich ganz allmählich die Dynamik zwischen den Hauptpersonen zu ändern, doch immer noch gab es eine gewisse Nähe zwischen ihnen, die mir seit der ersten Seite so gut gefiel. Es war ein bisschen wie eine Familie, in der die Kinder „flügge“ werden. Nun, im vierten Teil lebten die Personen nebeneinander her, die Handlung mäanderte herum und ich suchte vergeblich einen interessanten Fall. Von Spannung hatte ich mich innerlich bereits ganz verabschiedet. Es war schlichtweg langweilig, in jeglicher Hinsicht. Ja, fast schon flach. Ich habe von den knapp 400 Seiten etwas mehr als ein erstes Drittel zu Beginn gelesen und dann ungefähr 50 Seiten des Endes, damit also recht genau die Hälfte des Buches. Das Ende war in Ordnung, konnte jedoch nicht den lahmen Beginn und die zähe Mitte ausgleichen. Schade, einfach schade. Die ersten drei Bücher kann ich tatsächlich sehr empfehlen, den vierten Teil könnt ihr euch in meinen Augen jedoch sparen.
27. Dez.Dec 27, 2023
Voices of the Deadby Ambrose ParryCanongate Books Ltd.
