Southern Gothic Klassiker
Ich kam auf dieses Buch, da ich die Vampir Chroniken von Anne Rice geradezu verschlungen habe — und meine Erwartungen wurden, wieder einmal, erfüllt und sogar übertroffen. Obwohl Anne Rice hier einen etwas anderen Schreibstil verfolgt (insbesondere durch die Erzählperspektive), bleibt der malerisch-poetische Stil erhalten. Die Themen sind herrlich und ganz klassisch im Sinne eines Southern Gothic Werkes: Hexen, Dämonen, Übernatürliches, aber auch die Stadt New Orleans und der „wilde Garten“ der Natur, mit dicken, von spanischem Moos behangenen Eichen und wild wuchernden Blumen. Mardi Gras, die wunderbare Architektur der Garden District-Villen, seltsame Sterbliche und eine tiefgreifende Familien-Historie. Das Buch ist beladen mit Sinneseindrücken und beim Lesen fühlt man sich wunderbar in die Geschehnisse ein. Der Plot ist sehr überzeugend und weitaus tiefer, als zunächst angenommen, wenn ich auch das Ende kritisieren muss — vieles bleibt offen (wahrscheinlich aufgrund der Fortsetzung) und generell hätte ich mehr Spannung erwartet. Die knapp 1000 Seiten vergehen aber wie im Flug und an keiner Stelle fühlt es sich künstlich in die Länge gezogen an. Der Mayfair-Stammbaum und all die Charaktere sind zunächst schwer zu greifen, aber im Endeffekt doch verständlich. Ich empfehle es, beim Schreiben direkt einen Stammbaum anzulegen. Ich bekam die Idee viel zu spät und wünschte, ich hätte direkt einen angelegt.





