„It is easier to imagine an end to the world than an end to capitalism“ Das Buch ist zwar echt dünn, aber der Inhalt ist dafür wichtig. Fisher beschreibt eigentlich genau das, was wir alle fühlen: Dieses Gefühl, dass das System zwar total am Arsch ist, wir uns aber gar keine echte Alternative mehr vorstellen können. Richtig gut fand ich seine Beispiele aus dem Alltag, die jeder kennt: Der Call-Center-Horror: Er beschreibt das perfekt als dieses „zentrumlose“ System, wo man gegen eine Wand aus Inkompetenz und Bürokratie rennt, aber niemanden findet, der wirklich verantwortlich ist. Mental Health: Er sagt halt ganz direkt, dass wir psychische Probleme oft nur als chemisches Problem im Hirn behandeln („nimm eine Pille“), statt mal zu checken, dass das System uns kollektiv krank macht. Popkultur: Er zieht Vergleiche zu Filmen, um zu zeigen, wie unsere Kultur eigentlich nur noch Vergangenes recycelt, weil uns die Zukunftsvisionen ausgegangen sind. Der Kapitalismus wird nicht mehr als das beste System verkauft, sondern einfach als das einzige, das überhaupt noch übrig ist. Das ist der „kapitalistische Realismus": Wir hassen das System zwar, aber wir verhalten uns so, als gäbe es kein Entkommen. Er zeigt, wie der Neoliberalismus es geschafft hat, Solidarität zu zerschlagen. Wir sitzen alle im selben Boot, aber wir sind so isoliert voneinander, dass wir die Wut nur noch gegen uns selbst oder gegen andere Opfer des Systems richten. Das Buch bietet keine fertige Anleitung für die Revolution, aber es liefert das Werkzeug, um die psychologische Kriegsführung des Kapitals zu verstehen. Es macht klar: Der erste Schritt zum Widerstand ist, den Glauben zurückzugewinnen, dass eine andere Welt überhaupt möglich ist.
8. MärzMar 8, 2026
Capitalist Realism (New Edition)by Mark FisherCollective Ink

