17. Jan.
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In der Wahrnehmung vieler Zuschauer, aber auch statistisch betrachtet, gehört die EFL Championship, Englands zweithöchste Spielklasse nach der Premier League, zu den besten Ligen der Welt. Für viele Spieler, die später international ihren Durchbruch schafften, war die Championship ein Sprungbrett, aber auch gestandene Profis aus anderen Top-Ligen wechseln aufgrund des hohen Konkurrenzgeistes sowie der finanziellen Mittel vieler Clubs in die ehemalige First Division. Zwar wurde in jüngerer Vergangenheit der Kampf um die Aufstiegsplätze in das englische Oberhaus aufgrund der sogenannten „Parachute Payments“, welche von der Premier League an abgestiegene Clubs gezahlt werden, um den deutlichen Rückgang an TV-Geldern und Spieltagserlösen abzufedern, recht einseitig, eine Garantie für den Aufstieg sind diese jedoch nicht. Neben den Herausforderungen auf dem Platz haben die Clubs aus der Championship jedoch noch einen weiteren Anreiz für den Aufstieg, nämlich eine exorbitante Finanzspritze. Aufsteigern winken für die ersten drei Jahre nach dem Erreichen der Premier League nach Schätzungen mindestens 164 Millionen Euro aus den Übertragungsrechten, dank der angesprochenen „Parachute Payments“ sogar bei direktem Wiederabstieg in die Zweitklassigkeit. Sollten Aufsteiger die Klasse jedoch halten, erhöht sich diese Summe auf 358 Millionen Euro. Um den Aufstiegskampf noch ein wenig interessanter zu gestalten und mehr TV-Gelder zu generieren, werden seit der Saison 1992/1993 Play-Offs zwischen den dritt - bis sechsplatzierten Mannschaften abgehalten. Das Endspiel um den letzten Aufstiegsplatz, das traditionell im Wembley Stadium zu London abgehalten wird, gilt aufgrund der hohen Summen, die dem Sieger winken, gemeinhin als „World Football’s Richest Game”. Autor Aaron Moore hat diesem faszinierenden Spiel ein ganzes Buch gewidmet, welches er passend „Winner Takes All: The History of the Championship Play Off Final, World Football's Richest Game“ nannte. Zu Beginn des Buches erklärt Moore direkt woher das Konzept für die Aufstiegs-Play-Offs stammte und was eine Restrukturierung des englischen Profifußballs überhaupt nötig machte. Im Kern des Buches stehen jedoch die Play-Offs um den Aufstieg in die „Prem“. Hierbei beschreibt Moore chronologisch die jeweiligen Finalpaarungen. Wie verlief die Saison des späteren Aufsteigers, wie gelangten sie in die Play-Offs und was geschah in den Spielen. Leider springt bei den Berichten der Matches selten der Funke auf den Leser über, häufig lesen sich diese wie Zeitungsartikel. Zudem ist das Buch voller Details und Namen, die man, wenn man die Championship zur jeweiligen Zeit nicht verfolgt hat, kurz nach der Lektüre wieder vergessen hat. Was indes sehr gut illustriert wird ist die finanzielle Entwicklung im Weltfußball, die auch die Championship betrifft. Gerade wenn Moore in den letzten Kapiteln die Neuankömmlinge nennt, mit denen die Clubs ihre Kader verstärken, fallen die üppigen Ablösesummen auf. Sei es durch die „Parachute Payments“, Investoren oder TV-Einnahmen, die Vereine in der zweithöchsten englischen Liga haben oft einen finanziellen Vorteil gegenüber vielen Erstligisten in kleineren Ländern. An sich sind sowohl die EFL Championship als auch die Play-Offs spannende Thematiken, die allerdings recht dröge umgesetzt wurden. Jedoch ist das hohe Maß an Detailversessenheit des Autoren beeindruckend.

Winner Takes All
Winner Takes Allby Aaron MoorePitch Publishing Ltd