Am Anfang waren die Twitter-Einträge und wechselnden Perspektiven sehr verwirrend, erst ab Ende ergab es Sinn und der Kreis hat sich geschlossen.
Spannung bis zum Schluss!
Die Kampagne ist ein Meisterwerk von Sam Bourne. Es ergeben sich immer wieder neue spannende Situationen und Fragen, die sich der Leser - subtil auf die Antwort hingewiesen - selber beantworten darf und ich habe einige Male gestaunt, weil ich mir die neueste Wendung nicht habe vorstellen können. Ein absolutes Muss für Spannungsfanatiker!
Sehr spannend geschrieben und es hat wirklich Spaß gemacht zu lesen
Who is who - wer ist in Wirklichkeit Opfer und Täter? Ein Angreifer verschafft sich Zugang zu Natascha Wintrops Haus. Doch die Anwältin schafft es sich zu verteidigen. Sie wird von der Polizei festgenommen und engagiert die Fallermittlerin Maggie Castello. Diese stößt bei ihren Recherchen auf einige unschöne Details. Es scheint ebenfalls Verbindungen zu weiteren Überfällen zu geben. Sagt Natascha wirklich die Wahrheit? Und warum wird Maggie plötzlich selbst Opfer diverser Bedrohungen? Natascha wird gleichzeitig noch als Präsidentschaftskandidatin gehandelt – ob es hier eine Verbindung zum Fall gibt? Maggie hat nicht viel Zeit und diese rinnt ihr geradezu durch die Finger... Der Einstieg ins Buch ist mir gut gelungen, allerdings hatte ich ab und an mal die Schwierigkeit die vielen auf mich einprasselnden Informationen zu verarbeiten. Das hat mich ab und zu im Lesefluss stocken lassen. Man muss während dem Lesen wirklich viel mitdenken, es ist in meinen Augen kein Buch welches man mal einfach nebenher lesen kann. Der Schreibstil war ansprechend und flüssig zu lesen und meistens wollte man das Buch kaum aus der Hand legen. Die Handlung hatte anfangs sehr viele nebenher laufende Handlungsstränge. Man wird direkt ins Geschehen hineingeworfen. Ich hatte mit Natascha der Hauptfigur, von Beginn an so meine Probleme, gebessert hat sich das im Laufe der Handlung nicht wirklich. Sie war einfach zu unnahbar und manipulativ. Auch mit Maggie hatte ich keine richtige Verbindung aufbauen können, dennoch habe ich zwischendurch wirklich Mitgefühl mit ihr. Die Auflösung am Ende kam für mich sehr überraschend, alle Stränge wurden zusammengeführt und ergeben ein gesamt Bild. Die Spannung wurde teilweise eher durch die Charakterkonstellation aufgebaut anstelle von actionreichen Handlungen, wobei es von diesen auch reichlich gibt! Der Autor gibt einen Einblick auf ein sehr wichtiges Thema: wie oft Vergewaltiger oder anderweitige Verbrecher ohne eine Bestrafung davonkommen. Das Buch hat mir an sich sehr gut gefallen, gerade das letzte Drittel hatte es in sich (das habe ich auch in einer Nacht verschlungen). Der einzig störende Faktor für mich war die fehlende Verbindung zu den Charakteren und der manchmal zu schnelle Fluss von Informationen.
Facettenreich und unerwartet Sam Bourne's 3. Band rund um die Anwältin Maggie Costello spielt im politischen Amerika mitten in den Kandidaturen zur Präsidentschaftswahl. Die Staranwältin Natasha Whintrop gilt inoffiziell als heiße Anwärterin, bis sie eines Nachts in ihrem Haus überfallen wird und dabei ihren Angreifer tötet. Schnell verdichtet sich die Annahme, dass an der Schilderung des Tatherganges irgendetwas unstimmig ist. Obwohl sie zunächst als # me-Too Heldin gefeiert wird, stellt sich die Frage, ist sie es wirklich? Natasha ruft Maggie Costello zur Hilfe, die als Troubleshooterin bekannt ist. Sam Bourne gewährt tiefe Einblicke in den amerikanischen Wahlkampf und die Macht der sozialen Medien, die einen stellenweise schaudern lassen. Das zweite Thema ist sexuelle Nötigung und deren dramatisch niedrigen Verurteilungsraten. Das Buch bietet bei allen Themen viel Potential zum Nachdenken, Diskutieren und Recherchieren. Die Charaktere sind mit viel Tiefgang gezeichnet und bilden ein nicht unkompliziertes Geflecht, dass man mit viel Aufmerksamkeit verfolgen muss, um nicht den Überblick zu verlieren. Fast alle losen Fäden werden am Ende stimmig zusammengeführt, eventuelle offene Fragen bleiben der Phantasie des Lesers überlassen. Ich war mir zeitweise nicht sicher, ob man es hier tatsächlich mit einem Thriller zu tun hat. Aber ja, es ist ein gut geschriebener Politthriller, der durch die Komplexität der Themen bis zum Schluss undurchsichtig bleibt. Von mir eine klare Leseempfehlung.




