Kann ich mich in meinen Rivalen verlieben? Und was passiert, wenn ein Turnier um unsere Zukunft die frische Liebe aufs Spiel setzt?
Alden und Conrad haben wenig gemeinsam außer dem Spiel Odyssey, wo beide beim YouTube Kanal eines Uni-Professors teilnehmen. Hier treten sie als Rivalen auf und haben auch sonst nicht viel mit einander zu tun. Alden findet Conrad abgehoben, während Conrad Aldens Ehrgeiz nervt. Doch wie das Leben so will finden die beiden sich zu zweit in einem Roadtrip zur anderen Seite des Landes wieder um auf der größten Fan-Convention teilzunehmen mit dem großen Turnier, dass als Einstieg in die Profiliga gilt. Und beide haben den Ehrgeiz zu gewinnen, um ihre Zukunft zu sichern. Doch auf dem Weg dorthin merken die beiden, dass sie vielleicht mehr verbindet und der jeweils andere auch nette Seiten hat. Ich bin normaler nicht so mega der Roadtrip-Fan in Büchern (auch wenn ich dann ganz schön viele davon lese :)), aber das hier hat mich gepackt. Conrad und Alden werden mit jedem Kapitel vielschichtiger und nicht nur lernen die beiden unterschiedliche Seiten aneinander kennen, auch wir Leser*innen lernen sie immer wieder neu kennen. Durch den Roadtrip ergeben sich für beide immer wieder neue, schwierige Situationen, wo sie an sich wachsen müssen, aber auch als Team funktionieren müssen. Beide Charaktere sind sehr, sehr schön ausgearbeitet, sehr vielschichtig. Conrad, der nach seinem Outing keine Familie hat und sich so durchschlagen muss ohne Geld braucht den Sieg, um endlich ein festes Einkommen zu haben mit dem er Miete, Essen und Medikamente bezahlen kann. Alden wiederum kämpft mit dem Leistungsdruck durch seine Mütter, die wollen, dass er Medizin studiert und nebenbei auf der Suche nach sich selber ist, was es bedeutet mir einer Neurodivergenz zu leben. Ich finde es sehr schön, dass das Spiel Odyssey einen so großen Teil im Buch einnimmt, weil das der entscheidende Faktor ist, warum Alden und Conrad Zeit miteinander verbringen und beide so sehr für dieses Spiel brennen. Wir erfahren viel von Taktiken, Spielzügen, Spielkarten, etc. Der einzige Kritikpunkt, den ich habe, ist, dass Aldens Neurodivergenz ständig als Neurodiversität bezeichnet wird, was faktisch einfach ein falscher Begriff ist. Da weiß ich aber nicht, ob das an der Übersetzung liegt oder im englischen Original auch so ist. Aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt. Ich kann das Buch nur weiterlesen, gerade wenn man keine Lust auf ein weiteres Coming-Out Buch hat, darum geht es hier gar nicht, sondern einfach um zwei junge Männer, die sich in einander verlieben und mit den Schwierigkeiten des Lebens kämpfen.





