Ein Unfall an der Ostsee und eine Begegnung, die alles verändert.
In 'Bernsteinfunkeln' von Torine Mattutat begleiten wir Toni, den es beruflich an die Ostseeküste verschlägt. Nach einem Arbeitsunfall landet er im Krankenhaus und dort trifft er auf die Ärztin Florentine. Schon früh wird deutlich, dass diese Begegnung mehr Bedeutung hat, als Toni zunächst ahnt, und dass ihre Verbindung tiefer geht als ein zufälliges Aufeinandertreffen. ✨️ Besonders das Setting konnte mich abholen: Da ich selbst von der Ostsee komme, konnte ich vieles sehr gut nachvollziehen: die Atmosphäre, die kleinen Details und dieses ganz eigene Küstengefühl sind wirklich treffend eingefangen. Toni wirkt angenehm unperfekt und sympathisch, was ihn schnell nahbar macht. Auch die emotionalen und körperlichen Annäherungen fügen sich stimmig in die Handlung ein und sind sensibel ausgearbeitet. ❌️ Die Vielzahl an Figuren wird durch mehrere Spitznamen zusätzlich verkompliziert, was es unnötig schwer macht, den Überblick zu behalten. Sprachlich bleibt der Roman eher schlicht und greift häufig auf bekannte, teils abgenutzte Formulierungen zurück. Schade fand ich den Umgang mit dem Thema Kindesmissbrauch, das angekündigt wird, im Verlauf aber kaum Raum bekommt und dadurch viel von seiner Wirkung verliert. 📌 Am Ende bleibt für mich eine angenehme, leichte Geschichte, die sich gut als Urlaubslektüre eignet, inhaltlich aber nicht ihr volles Potenzial ausschöpft.


