3. Apr.
Rating:4

MEINE MEINUNG Als Seraphia von einem mysteriösen Schatten gekidnappt und in die Unterwelt gebracht wird, ahnt sie zunächst nicht, dass der Gott Hades dahinter stecken könnte. Doch der hat ein scheinbar großes Interesse an ihr und erklärt ihr, sie sei die Göttin Persephone - was ein Quatsch! Während sie also schon in der Unterwelt festsitzt, versucht sie wenigstens, Hades' großen Plan herauszufinden, um ihn verhindern zu können. Doch dabei stellt sie immer mehr fest, dass ihre Verbindung zu ihm vielleicht doch viel größer ist, als zunächst angenommen. Als wahrer Bücherwurm liebt Seraphia die Arbeit in der Bibliothek, und auch wenn ihr Leben zunächst recht unscheinbar wirkt, versteckt sich noch einiges hinter der Bibliothekarin. Sie hat nämlich magische Kräfte, nur wenige und weil sie nie üben durfte, ist sie auch nicht sonderlich gut darin, doch sie ist mit der Erde verbunden und kann ihre Magie an ihr und den Pflanzen anwenden. Im Laufe des Buches zeigt sie sich sehr selbstbewusst, taff und kämpferisch, was ich sehr an ihr mochte. Sie lässt sich auch von Hades nicht einschüchtern gibt ihm stets Widerworte. Außerdem ist sie sehr loyal und steht zu ihren Freunden, für die sie alles tun würde. Insgesamt mochte ich sie sehr, auch wenn mir noch ein wenig gefehlt hat. Ich habe erst im Nachhinein bemerkt, dass dieses Buch zwar Teil 1 der Hades & Persephone-Reihe ist, aber schon der 6. Teil aus dem Shadow Guilt Universum. Vielleicht lernen wir sie dort schon in kleinen Grundzügen kennen, hier hatte mir aber wie gesagt eine kleine Einleitung zu ihrem bisherigen Leben gefehlt. So habe ich mich zum Beispiel die ganze Zeit gefragt, in welcher Bibliothek sie arbeitet und warum es keine wirklichen anderen Mitarbeiter dort gibt. Die Geschichten über Hades kennt man ja, zumindest ein wenig. Da ich nie großes Interesse an der griechischen Mythologie hatte, kenne ich wirklich nur das bekannteste über die Götter, war hier aber kein Problem. Hades ist also der Gott der Unterwelt, er lebt dort in seinem düsteren Reich, in dem es keine Freude und keinen Spaß gibt. Er bezeichnet sich selbst als Maschine, Gefühle kennt er nicht und zum Vergnügen macht er schon mal gar nichts. Er ist eigen, sehr von sich überzeugt und zeigt sich stets Gefühllos, doch schnell merkt man, dass auch er Ängste hat und verletzlich ist. Ich mochte ihn ganz gerne, auch wenn er mich bis zum Ende nicht absolut umhauen konnte. Auch hier fehlte mir einfach noch etwas. Der Roman ist in der Ich-Form, wechselnd aus den Perspektiven von Hades und Seraphia geschrieben worden. Der Schreibstil war gut verständlich, dafür dass Englisch nicht meine Muttersprache ist. Ich hatte keine großen Probleme in das Buch zu finden und habe auch alles sehr gut verstehen können. Leider wirkte der Schreibstil immer wieder sehr abgehakt auf mich. Für mich persönlich ganz gut, da die Sätze so viel leichter zu lesen und zu übersetzen waren, aber wenn ich im Nachhinein drüber nachdenke, waren die Sätze teilweise etwas plump. Auf die Handlung war ich sehr gespannt. Wie schon angesprochen habe ich mich nie großartig mit der griechischen Mythologie beschäftigt, auch wenn ich sie schon immer ganz interessant fand. Mir fehlt also ziemlich viel Vorwissen und ich kenne auch keine anderen Bücher zu dem Thema. Das war aber alles kein Problem, mit den Figuren bin ich schnell zurecht gekommen, vor allem weil das meiste auch hier noch einmal erklärt wurde. Die Handlung fängt sehr spannend und fesselnd an, sodass ich das Buch gar nicht weglegen konnte. Während sie also von Hades gefangen gehalten wird, versucht sie nicht nur herauszufinden, was sein großer Plan ist, sondern auch, wie sie ihre Freundin zu Hause vor seiner Vergiftung retten kann. Sie befindet sich also gleich in einem großen Zwiespalt, zwar würde sie am liebsten direkt aus der Unterwelt fliehen, doch dann findet sie kein Gegengift für ihre beste Freundin. So ist sie gezwungen zu bleiben und lernt Hades sowie seinen Plan immer näher kennen. Wie gesagt war ich gleich ganz gefesselt, es geht spannend los und die Spannung nimmt auch kaum ab. Ich habe die Geschichte sehr gerne und gebannt verfolgt und habe mir auch direkt den zweiten Teil geholt, weil ich es gar nicht abwarten konnte, wie es weitergehen würde. Trotzdem muss ich auch zugeben, dass es für mich noch nicht perfekt war. Trotz der Spannung fehlte mir noch ein wenig was an Tiefgang und mehr Emotionen. Auch hätte ich gerne mehr über die Unterwelt erfahren. Es wird zwar einiges erklärt, aber ich wäre gerne auf noch mehr Charaktere gestoßen. FAZIT Ein spannender Auftakt einer vielversprechenden Reihe! Die Idee hat mir sehr gefallen und auch die Umsetzung konnte mich bisher sehr begeistern. Es hätte ruhig noch etwas mehr Tiefgang geben können und die Charaktere waren mir auch teilweise ein wenig zu flach, aber ich bin sehr gespannt, wie es weitergehen wird!

Infernal
Infernalby Linsey Hall