
Der beste Plot Twist den ich jemals gelesen habe!
Mr. Tilling hat sich ein spottbilliges Haus gekauft und ist zunächst froh, endlich seine Ruhe zu haben. Doch eines Tages klopft es an seiner Tür. Davor steht eine junge, wunderschöne Frau, die ihm gegen Bezahlung Informationen über den Vormieter anbieten will. Dieses Angebot kann Mr. Tilling nicht einfach ausschlagen. Sie führt ihn in einen geheimen Altarraum im Keller und erzählt von den Exzessen des früheren Besitzers, Mr. Orne, der dort seltsame Rituale vollzogen haben soll. Heute liegt er mit zerstörtem Verstand im Krankenhaus. Okkulte Gegenstände, düstere Rituale und ein Zug aus einer mit Drogen gefüllten Pfeife sollen angeblich die Tore zur Hölle öffnen. Anfangs ist Tilling skeptisch. Doch sein wachsendes Verlangen nach Tevi und seine Neugier auf das, was sich hinter all dem verbirgt, treiben ihn schließlich dazu, es selbst zu versuchen. Schon bald findet er sich körperlos und unsichtbar in der Hölle wieder. Was er dort sieht, ist grausam und kaum vorstellbar. Trotzdem haben seine Besuche einen ganz praktischen Nutzen. Sie eröffnen ihm Möglichkeiten, schnell und scheinbar mühelos viel Geld zu verdienen. Doch Tevi verfolgt in Wahrheit einen ganz anderen Plan. Die Kurzgeschichte hat mich von der ersten Seite an gepackt. Lee beweist einmal mehr, dass seiner Vorstellungskraft keine Grenzen gesetzt sind. Brutalität und Folter erreichen hier ein Ausmaß, das selbst für seine Verhältnisse extrem ist. Das Tempo zieht immer weiter an und lässt dem Leser kaum Zeit zum Durchatmen. Auch an Perversität wurde hier nicht gespart. Alles ist sehr detailliert beschrieben, ohne dabei unnötig in die Länge gezogen zu werden. Die Atmosphäre bleibt durchgehend düster, beklemmend und stellenweise geradezu abstoßend. Und dann kommt das Ende. Lee zeigt erneut, dass er ein Meister darin ist, eine Geschichte plötzlich in eine völlig andere Richtung zu lenken. Dieser Plot Twist gehört zu den besten, die ich je gelesen habe, und wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Die Haussitterin Eine kurzweilige Geschichte über ein Camgirl ohne Zukunft und ohne Geld. Doch dann erhält Jessica ein ungewöhnliches Angebot: Sie soll ein Haus für fünfhundert Euro pro Nacht bewachen, während der Besitzer schläft. Ohne lange zu zögern packt sie ihre Sachen und zieht bei Herrn Roulet ein, um ihren neuen Job anzutreten. Vorab erhält sie feste Regeln, die zum Nachdenken anregen, weil sie merkwürdig und sogar etwas unheimlich wirken. Doch Jessica ist das egal, sie braucht das Geld. Auch ein Haus voller seltsamer Bücher, rätselhafter Artefakte und ein Kreis aus Salz auf dem Boden schrecken sie nicht ab. Als der Hausherr eines Morgens mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus kommt, nutzt Jessica die Gelegenheit, sich in seinem Zimmer umzusehen, das er sonst kaum verlässt. Was sie dort findet, dreht jedem Leser den Magen um. Die Geschichte ist spannend, und trotz weniger Ereignisse kommt keine Langeweile auf. Es ist ein eher sanftes Werk von Lee , da das Ende relativ früh vorhersehbar ist. Dennoch ist es lesenswert und sorgt stellenweise für ordentliches Unbehagen. Ein amerikanischer Tourist in Polen Diese Geschichte beginnt harmlos, sogar recht informativ, denn man lernt tatsächlich noch etwas über die Geschichte Polens. Auch der Protagonist, Mr. Morley, wirkt anfangs freundlich, sympathisch und hilfsbereit. Doch das Blatt wendet sich schlagartig, als er nach einigen merkwürdigen Erlebnissen seinen Laptop einschaltet, um nach den Mädchen aus dem Laufhaus zu suchen – und stattdessen sofort auf Snuff-Filme stößt. Von hier an beginnt ein mörderischer Albtraum. Satanisten, Rituale und brutale Ausschweifungen verwandeln die anfangs unschuldige Handlung in einen Höllentrip. Die Aussage des Sergeant Justin Jessop von der Polizei von Innsmouth Nun ja – auch hier taucht das allseits bekannte Coronavirus auf. Die Geschichte ist mit ihren fünf Seiten erstaunlich kurz, aber zugleich verwirrend, unspektakulär und überzeichnet. Fazit Lees Schreibstil ist großartig. Bis auf die letzte Kurzgeschichte fand ich alle durchgehend fesselnd und war fast ein wenig traurig, dass „Mr. Tillings Keller“ schon zu Ende war. Von dieser Erzählung hätte ich mir sehr gerne eine Fortsetzung gewünscht.








