20. Sept.
Rating:4

For years I had been aware of the existence of this book, several times I pulled it from the library shelves, always fascinated by the absurd, strange story behind "Butter". Now I got around to reading the book as well, and I was not disappointed. First of all, it can be said that the book was quick to read, at no point was boring or long-winded, and you felt how well thought out this story is. I also liked the protagonist, Butter, whose real name is not revealed until the last page of the book, and I found him quite approachable. At first glance, you might think Butter is just an overweight teenager who is fighting tooth and nail to lose weight because he doesn't have enough discipline and consistency to finally follow through. But as you continue reading the book, you slip more and more into his role and can somehow, in a funny way, identify with him, even if you don't have such problems as being overweight yourself. One perceives the world differently, through Butter's eyes and he becomes relatable. Also, in this book, I didn't feel like the focus was way too much on his being overweight. Of course it plays a big role, but it wasn't an 0815 plot where the protagonist is bullied 24/7 and everything revolves around that very bullying and all the eating. No, we get to know what it can be like to go from being an outsider to suddenly becoming an insider, all because of the absolutely absurd idea of eating yourself to death during a livestream. If it seems crazy and incomprehensible at first that Butter suddenly gains a high popularity because of his plan and is also encouraged in his intention, the plot is by no means trite or a stupid authorial fantasy. Because everything seems so logical, and even though you probably wouldn't act that way yourself, you can still understand his classmates on some level that you can't quite define for yourself. I don't have any experience with being overweight myself, so I can't really judge realistically how well the whole problem was presented and discussed, but it seemed to me as if the author had either dealt with the topic intensively for a long time or had gathered such experiences herself. All in all, I think that "Butter" by Erin Jade Lange is a successful book, with a clearly recognizable thread, good characters and an important theme. Worth reading!

Butter
Butterby Erin Jade LangeBloomsbury USA
24. Feb.
Rating:4

"Butter" ist ein düsteres Jugendbuch, das wichtige Themen, wie Fettleibigkeit und generell ungesundes Essverhalten, Diskriminierung und (Online-) Mobbing, den Wunsch nach Anerkennung, Liebe und Dazugehörigkeit thematisiert. Im Fokus steht allerdings Butters Suizidversuch und die Gründe dafür. Lange wusste ich nicht, ob ich das Buch hassen oder lieben soll. Einige Aussagen waren in meinen Augen unnötig oder gar unangebracht. Die Autorin erweckt zu Beginn den Eindruck, als würden alle fettleibigen Menschen ihren morgendlichen O-Saft mit Limonade strecken. Als seien alle fettleibigen Menschen selbstverantwortlich für ihre Misere. Und während dies zwar wirklich meist so ist, gibt es eben auch jene, deren Fettleibigkeit eine Nebenwirkung anderer Krankheiten ist. Allerdings macht die Autorin all die fiesen Aussagen durch den Protagonisten direkt. Der Leser erlebt die Geschichte aus seiner Perspektive und er selbst äußert sich negativ über sein Auftreten, vermutlich, weil er einfach unzufrieden mit sich selbst ist und genau weiß, dass er niemanden sonst für sein Gewicht verantwortlich machen kann. Er hasst sich selbst und lässt die Unzufriedenheit an allem und jedem aus. Zu Beginn ist er unsympathisch, übellaunig, unfreundlich zu allen, die es gut mit ihm meinen und beratungsresistent. Im Verlauf des Buches erfährt man, weshalb er sich in Essen flüchtet, wie es sein Leben und sein Denken beeinflusst. Im Laufe des Buches ändern sich seine Einstellung, seine Denkweise, sein (Ess-)Verhalten, sein Gewicht. Kurzum: Er macht eine große Entwicklung durch, die vermutlich nur so gut zur Geltung kommt, weil er anfangs unausstehlich ist. Obwohl das Buch aus seiner Perspektive erzählt wird, wird deutlich, wie sein Gewicht und seine Unzufriedenheit auch andere Menschen in seinem Umfeld beeinflusst. Sein Vater schämt sich für ihn, ist von Butters Essverhalten angeekelt, kann ihm kaum mehr in die Augen sehen. Er versteht Butter nicht und hat nach zahllosen erfolglosen Versuchen aufgegeben, Butters Augen öffnen zu wollen. Seine Mutter ist sehr besorgt um ihn. Sie liebt ihn bedingungslos. Dabei schwankt sie zwischen Low Carb Diäten, in dem Versuch, Butter zum Abnehmen zu bewegen und in Schuldgefühlen und Syrup getränkten Pancakes. Als Mutter fühlt sie sich verantwortlich für Butters Essgewohnheiten. Sie hasst sich selbst dafür, dass ihr Sohn so dick ist. Gleichzeitig möchte sie nicht den Eindruck erwecken, dass sein Gewicht ihre Gefühle für ihn irgendwie beeinflusst. Sein Lehrer sieht durch die Körperfülle hindurch und ist in erster Linie um sein Seelenheil besorgt. Er weiß von Butters Liebe zur Musik und möchte ihn für das Schulorchester begeistern. Vermutlich hofft er, dass Butter dort Anschluss, Freunde und einen Lebensinhalt findet, der gesünder ist, als essen. Das Buch erzählt die traurige Geschichte eines Jungen, der geliebt werden will. Er wünscht sich nichts sehnlicher als Zuneigung und Anerkennung. Und er scheint genau das zu finden, als er auf seinem Blog bekanntgibt, sich an Silvester vor laufender Kamera umzubringen. Seine Mitschüler feiern ihn. Sie ermutigen ihn. Zum ersten Mal fühlt er sich dazugehörig, er fühlt sich beliebt und lebt seit langer Zeit endlich wieder ein lebenswertes Leben. Aber die Uhr tickt. Bis Silvester sind es nur noch ein paar Tage und er kann unmöglich einen Rückzieher machen. Denn dann würde ihn nur jeder als Lügner betiteln und er wäre wieder der unbeliebte, fette Außenseiter. Und das will er nie wieder sein. Er sendet einen Hilferuf, ohne wirklich um Hilfe zu bitten. In der Hinsicht sensibilisiert das Buch. Häufig hilft es schon, Menschen einfach mal zuzuhören und ihnen das Gefühl zu vermitteln, gut genug zu sein. Es macht auch deutlich, welche Macht das Internet hat, wie es vor allem Heranwachsende unter Druck setzen kann. "Butter" ist eine sehr vielschichtige Geschichte, die traurig, aber auch komisch ist und insbesondere gegen Ende sehr emotional wird. 4,5 Sterne.

Butter
Butterby Erin Jade LangeBloomsbury USA
23. Sept.
Rating:5

Inhalt: Butter war schon immer übergewichtig. Mittlerweile wiegt er 423 Pfund. In der Schule ist sein Gewicht der sprichwörtliche rosa Elefant im Raum. Butter spürt die Blicke, wenn er einen falschen Schritt macht, wenn er nur den Mund öffnet, um irgendwas zu sagen. Ein kleiner Fehler und er steht im Mittelpunkt. Etwas, was Butter unbedingt vermeiden möchte. In der Mensa hat er seinen eigenen Tisch und seine eigene Bank, da die übrigen Stühle sein Körpergewicht nicht tragen. Hier sitzt er alleine. Ein Behindertenparkplatz soll ihm den Weg zur Schule möglichst angenehm machen. Denn längere Strecken zu laufen, stellt eine große körperliche Herausforderung für ihn da. Nach der Schule ist Butters Leben ebenso trostlos. Seine Mutter gibt zwar ihr Bestes, um die Situation irgendwie im Griff zu behalten. Doch viel zu oft scheint sie überfordert. Schlimmer ist Butters Vater, der seinen Sohn aufgegeben hat und ihn mit Schweigen und missbilligenden Blicken straft. Und dann gibt es noch Butters Arzt, der mit Enthusiasmus an ihn glaubt, aber nicht in der Lage ist, dem Jungen Mut zu machen, da es scheinbar keinerlei Fortschritte auf der Waage zu geben scheint. Es gibt nur eine Person, die Butter Trost spendet. Und das ist Anna. Das Mädchen aus der Schule, mit dem er Abends gerne chattet. Doch Anna weiß nicht, wer Butter wirklich ist. Sie hofft auf ein erstes Treffen mit dem Jungen ihrer Träume. Butter hingegen tut alles, um dieses zu vermeiden. Denn er weiß, wenn Anna wüsste, wer hinter seinem Pseudonym steckt, dann würde er die einzige Person verlieren, die ihm wirklich wichtig ist. Das Leben ist für Butter ein wahrer Hindernislauf. Sein Alltag ist deprimierend, ja demütigend. So geschieht es an einem Abend, mitten in der Nacht, als Butter einen folgenschweren Entschluss fasst. Nicht einmal eine Viertelstunde dauert es, bis er am Computer eine Website erstellt hat. Und diese trägt den Titel „ButtersLastMeal.com“. Butters Finger huschen über die Tastatur, während er die ersten Worte tippt. Er kündigt an, dass er am 31. Dezember auf dieser Seite einen Livestream zeigen wird. Einen Livestream, in dem er sich zu Tode essen wird. Am nächsten Morgen, als Butter erwacht, erhofft er sich eine Veränderung. Diese beginnt auch schon am Frühstückstisch. Denn seit langem hat er keinen wirklichen Hunger. Erst in der Schule wird klar, dass die E-Mail eine Wasserscheide war. Denn plötzlich wird er von den Mitschülern angesprochen. Sie gratulieren ihm, schenken ihm ihre Aufmerksamkeit. Plötzlich stehen sie ihm scheinbar positiv gegenüber. Sogar die Freunde von Butters ärgstem Feind wollen ihn plötzlich an ihrem Tisch sitzen haben und laden ihn zu einer gemeinsamen Veranstaltung ein. Butter stellt fest, dass er über Nacht siebenundzwanzig Kommentare auf seiner Website erhalten hat. All diese Kommentare fordern ihn auf, sein Projekt fortzusetzen. Allmählich merkt Butter, dass es nur einen Weg für ihn gibt: Sein Projekt durchzuziehen. Bis zum point of no return möchte er die neu gewonnene Aufmerksamkeit in vollen Zügen genießen. Meinung: „Mein letzter Livestream und alle schauen zu“ ist die Neuauflage des Buches „Butter“, das auch verfilmt wurde. Ich habe zuvor weder das Buch gelesen, noch den Film gesehen. „Mein letzter Livestream und alle schauen zu“ ist kein leichtes Buch, das verrät bereits der Klappentext. Die Autorin Erin Jade Lange greift hier schwere Themen wie Binge Eating, Mobbing, Suizidgedanken, Bodyshaming und Sensationsgier auf. Auch, wenn das Buch nicht mit leicht zugänglichen Typisierungen zur Identifikation auffordert, so ging mir diese Geschichte nahe. Wer in seinem Leben Bezug zu den obengenannten Themen sieht, sollte sich überlegen, ob er zu dem Buch greift. Erin Jade Lange erzählt in ihrem Buch von einem Jungen namens Butter, der Zeit seines Lebens mit Übergewicht zu kämpfen hatte. Butter hat mittlerweile die Hoffnung aufgegeben, jemals ein „normales“ Leben führen zu können. Zwar gibt es einige Menschen, die ihm positiv zugetan sind, jedoch hilft ihm das nicht über die Einsamkeit und über den Frust hinweg, dem er tagtäglich ausgesetzt ist. Es gibt z.B. Tucker, diesen Jungen, der ebenfalls übergewichtig war und der mittlerweile durch harte Disziplin und Besuche in einem speziellen Camp für Übergewichtige abgenommen hat. Tucker spricht Butter gut zu. Er versucht ihn zu motivieren. Doch die Ziele, die Tucker erreicht hat, liegen für Butter einfach viel zu weit weg, um sie anzusteuern. Dann gibt es den Professor an der Schule, der Butters Leidenschaft fürs Saxophonspielen unterstützen und ihn fördern möchte. Doch Butter hat einfach zu viel Angst, dass seine Leidenschaft eine Konfrontation mit Publikum nicht überstehen würde. Und es gibt Anna, das Mädchen, mit dem Butter nächtelang chattet. Doch auch diese Beziehung ist mehr als fragil. Wüsste Anna, wer er wirklich ist, dann wäre, seiner Meinung nach, Schluss. Denn in der Schule würdigt sie ihn nicht eines Blickes. An der Schule gibt es dann noch diese Gruppe von Jungs. Einer davon ist Butters größter Widersacher. Jeremy, der ihm einst seinen Spitznamen verpasst hat. Jeder von ihnen ist stets gewillt, sich über Butter lustig zu machen. Jeder von ihnen hofft darauf, dass etwas passiert, was ihr Leben aufregender machen würde. Kein Wunder, dass Butter ab dem Zeitpunkt, an dem er seine Website erstellt, ihre volle Aufmerksamkeit erhält. Es ist schockierend zu beobachten, wie fragil Butters Leben doch ist. Der Junge, der eigentlich von seiner Statur her furchteinflößend wirken könnte, trägt ein sehr weiches und gutes Herz in der Brust. Butter weiß, dass zu hohes Gewicht nicht nur optische, sondern auch gesundheitliche Probleme mit sich bringt. So leidet er z.B. unter Diabetes. Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, ist sehr hoch. Hinzu kommt, dass seine Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt ist. Eine kleine Drehung, eine längere Wegstrecke zurücklegen - all das ist für Butter ein großes Problem. Und als wäre das nicht alles schon schlimm genug, ist er fest davon überzeugt, den Status als Paria der Schule übergewichtig nicht verlassen zu können. Erin Jade Lange realistisches Werk offenbart das manchmal misanthropische Wesen junger Menschen. Denn ab dem Moment, in dem Butter einen folgenschweren Entschluss fasst, nämlich sein Leben zu beenden, erhält er endlich Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit, nach der er sich lange gesehnt hat. Seine Mitschüler sehen ihn. Sie sind „nett“ zu ihm. Doch sie zeigen ihm auch bald, dass diese Nettigkeit eben auch ein Preisschild trägt. Denn Butter soll ihr Leben interessanter machen. Er soll ihnen die Langeweile nehmen, die sie im Leben empfinden und ihre Sensationsgier befriedigen. Fazit: „Mein letzter Livestream und alle schauen zu“ eröffnet einen freien Blick auf die düstere Seele von manch jungem Menschen. Es ist die unglaublich bewegende Geschichte eines übergewichtigen Jungen, der, anstatt diesem Leben zu entkommen, eigentlich nur dazugehören will. Erin Jade Lange bringt anrührend und unglaublich eindringlich menschliche Abgründe zum Ausdruck. Mobbing beginnt hier bereits im Elternhaus und geht in der Schule weiter. Wie ein Mensch einen sozialen Stempel verpasst bekommt, In-Group-Out-Group-Verhalten, psychische Gewalt und krankhafte Persönlichkeiten werden schonungslos analysiert. „Mein letzter Livestream und alle schauen zu“ ist als Schullektüre zu empfehlen.

Butter
Butterby Erin Jade LangeBloomsbury USA
Posts about "Butter"