In die Sprache und Schreibweise der damaligen Zeit einzutauchen braucht seine Zeit und ist etwas gewöhnungsbedürftig. Ebenso ist der Aufbau der Geschichte und der Sätze sehr anders, als heutzutage. Es sind sehr lange und detailliert beschreibende Sätze, ohne dass dabei groß Spannung aufgebaut wird. Der Begriff Vampir und was dieser bedeutet fällt immer mal wieder und die mentalen Einschränkungen, die man unter dem Bann eines Vampirs erlebt werden beschrieben. Eine sehr kurze Geschichte, interessant sie mal gelesen zu haben, aber kein Muss
Heute möchte ich euch die Kurzgeschichte "Der Vampyr" (orig. The Vampyre) von John Polidori vorstellen, die erstmals 1816 erschien. Durch eine falsche Untertitelung als „A Tale by Lord Byron“ im The New Monthly Magazine im Jahr 1819 wurde das Werk lange Zeit Lord Byron zugeschrieben. Noch im selben Jahr distanzierte sich Byron jedoch ausdrücklich von der Autorenschaft. Bei der vorliegenden Ausgabe handelt es sich um die Erstübersetzung von 1819, erschienen bei Leopold Voß in Leipzig.
"Der Vampyr" erzählt die Geschichte des jungen Aubrey, der den geheimnisvollen und charismatischen Lord Ruthven kennenlernt und ihn auf eine Reise durch Europa begleitet. Nach rätselhaften Ereignissen und Ruthvens scheinbarem Tod schwört Aubrey, dessen Geheimnis zu bewahren. Zurück in England begegnet er Ruthven erneut, der unter falschem Namen lebt und weiterhin Unheil stiftet. Allmählich erkennt Aubrey, dass Ruthven ein Vampir ist, der sich von der Lebenskraft junger Frauen nährt. Durch sein Schweigen ist Aubrey nicht in der Lage, das drohende Verhängnis aufzuhalten, und am Ende fällt seine eigene Schwester Ruthvens tödlichem Einfluss zum Opfer.
John Polidoris "Der Vampyr" zeichnet sich durch einen nüchternen, stellenweise beinahe distanzierten Schreibstil aus, der die düstere Grundstimmung der Erzählung wirkungsvoll unterstreicht. Die Sprache ist deutlich vom frühen 19. Jahrhundert geprägt, was die Lektüre mitunter etwas anspruchsvoll macht, dem Text jedoch zugleich Authentizität und literarisches Gewicht verleiht. Die Handlung ist in sich schlüssig, auch wenn manche Ereignisse sehr abrupt eintreten und einzelne Handlungspunkte gern hätten ausführlicher ausgearbeitet werden können. Besonders Lord Ruthven bleibt trotz seiner starken Präsenz stellenweise zu schemenhaft; eine Vor- oder Nachgeschichte zu dieser Figur hätte dem Werk zusätzliche Tiefe verliehen, ist jedoch leider nicht vorhanden.
Sehr überzeugend ist hingegen die Mythologie um Lord Ruthven als Vampir, die klar ausgearbeitet ist und als Grundlage für den modernen Vampirbegriff gelten kann. Als erste Vampirerzählung der Weltliteratur verdient das Werk allein aus literaturhistorischer Sicht deutliche Pluspunkte. Insgesamt ist "Der Vampyr" kein außergewöhnlich herausragendes Werk, eignet sich jedoch hervorragend als kurze, atmosphärische Lektüre für zwischendurch.
Bewertung: 3,5 von 5 ✨️
Wieder ein Beweis, dass Klassiker nicht meins sind. Die veraltete Sprache und die überholte Rechtschreibung kann ich ja noch ertragen, aber die Erzählweise ist absolut schrecklich. Das ist einfach nur eine kurze Zusammenfassung von etwas, das mehr sein könnte. Von dem titelgebenden Vampyr spürt man auch herzlich wenig.
Da ich gruseliges gerne aus dem Jahrzehnt lese, war ich neugierig und weil's die erste Vampirerzählung sein soll.
Die Geschichte ist kurz, erschien damals in einem Magazin.
Ich hatte Schwierigkeiten es zu lesen und hatte nicht alles verstanden 😅 denke das liegt an der Sprache und Schreibstil der damaligen Zeit. Hatte danach noch gegoogelt um sie besser zu verstehen.
Die Geschichte ist soweit ganz gut und einerseits auch interessant da es ja die erste Vampirerzählung sein soll. Auch das sie zum Teil in Griechenland spielt und es da auch um Vampire geht.