
Ich bin immer noch ein wenig sprachlos, denn dieses Buch der Autorin war definitiv keine leichte Kost. Die Story beginnt mit einem grausamen Szenario: Ein Serienvergewaltiger jagt gezielt Jungfrauen über soziale Medien, sperrt sie in einen schalldichten Keller und entsorgt sie nach der Tat wie Müll. Doch Ella schafft das Unmögliche: Sie flieht und rettet Sarah, die am längsten gefangene Mitstreiterin. Aber während das FBI im Krankenhaus versucht, den Täter zu stellen, merkt Ella schnell, dass Sarah ein dunkles Geheimnis hütet und dass der Horror noch lange nicht vorbei ist. Was diesen Thriller so intensiv macht, ist der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, erzählt aus den Perspektiven von Ella und Sarah. Besonders die Rückblicke haben es in sich und erfordern starke Nerven. Spannend fand ich Ellas emotionale Zerrissenheit in der Gegenwart. Ihr Hass gegenüber Sarah, die mit dem Täter kooperiert hat, ist fast greifbar. Ich saß beim Lesen oft zwischen den Stühlen: Einerseits konnte ich Ellas Wut verstehen, andererseits fühlte ich mit Sarah, die einfach nur irgendwie überleben wollte. Ein richtiger Aufreger war für mich Ellas Mutter – ihre Aussagen und Handlungen haben mich teilweise echt wütend gemacht. Gleichzeitig stellt man sich als Leser die unangenehme Frage: Wie würde man selbst in so einer Extremsituation reagieren? Kann man einer Mutter da wirklich Vorwürfe machen? Diese moralischen Grauzonen und die nach und nach ans Licht kommenden Geheimnisse hielten die Spannung konstant hoch. Das Ende war für mich zwar nicht die totale Überraschung, aber es war absolut stimmig und hat die Geschichte rund abgeschlossen.





