Drei Familien voller Geheimnisse
Lindsey, Dani und Kendra sind beste Freundinnen seit der Schulzeit. Auch ihre Männer verstehen sich gut, ebenso wie die drei ältesten Söhne Caleb, Sawyer und Jacob. Bis nach einer verhängnisvollen Nacht einer von ihnen tot und einer im Koma ist … Die deutsche Ausgabe, die in einigen Wochen erscheint, wird leider als Thriller beworben und ich bin mir jetzt schon sicher, dass es wieder eine Reihe sehr enttäuschter Leserinnen deswegen geben wird. Denn ein Thriller ist dieser Roman nicht, auch wenn sich natürlich einer der Handlungsstränge darum dreht, was in der tragischen Nacht zwischen den drei Jungs vorgefallen ist. Vielmehr geht es in dem Roman um die drei Mütter, Freundinnen ein Leben lang schon, wobei sich nach und nach herausstellt, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Dani, die sich oft als das dritte Rad am Wagen fühlt; Lindsey, die als einzige noch ein drittes Kind bekommen hat und sich von den anderen in ihrer Mutterrolle nicht ernst genommen fühlt oder Kendra, erfolgreiche Immobilienmaklerin, die gleichzeitig die ‚coole‘ Mom sein möchte, die den Jungs heimlich das Trinken erlaubt. Alle drei müssen schließlich erkennen, dass sie weder von ihren Kindern, noch von ihren Männern, noch von ihnen selbst alles wussten. Jede trägt ihre Geheimnisse und ihre Last für sich und die Erkenntnis ist eine schmerzhafte. Diese Prozesse sind zum Teil richtig gut geschrieben und wer solche Psychogramme mag, für den ist das Buch definitiv auf mehreren Ebenen spannend. In fast jedem Kapitel erfahren wir ein neues Häppchen, welches das oberflächlich gesehen ‚gute‘ Leben der drei Frauen in ein anderes Licht rückt und im Gesamten ist das dann manchmal schon fast wieder ein Tickchen zu viel. Zumal dann auf der anderen Seite manches nur angedeutet wird, wie zum Beispiel, was in der Vergangenheit der drei Frauen ‚in dieser einen Nacht‘ vorgefallen ist. Auch gibt es keine Entwicklung in der Beziehung der Frauen untereinander, die Dynamiken in der Freundschaft werden am Ende nicht überdacht oder sich selbst neu aufgestellt, was ich im Hinblick auf all die vielen Geschehnisse etwas unglaubwürdig finde. Dann gibt es noch einen Schlusstwist und na ja, was soll ich sagen? Sowas Unnötiges habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Zum einen ist er völlig unrealistisch und er bringt rein gar nichts für die Geschichte. Ich kann nur jedem raten, den Epilog einfach wegzulassen. Der hätte nämlich direkt einen Stern Abzug verdient, aber das wäre dann wieder der ansonsten guten Geschichte im Gesamten nicht ganz gerecht geworden.









