
Elizabeth wacht in einem Krankenhaus auf, gefesselt an ihr Bett, unfähig sich zu bewegen oder zu sprechen, und das Letzte, woran sie sich erinnert, ist, Emilys Leiche in ihrem Badezimmer gefunden zu haben. Tage zuvor war sie noch dabei, sich zu verlieben und ihr Collegeleben zu beginnen, und plötzlich ist sie umgeben von einer völlig fremden, verstörenden Welt. Besonders intensiv war für mich die Darstellung der traumatischen Kindheit von Elizabeth und ihrer Zwillingsschwester Emily. Die Passagen über Missbrauch und Gewalt gingen unter die Haut und haben mich wirklich schlucken lassen. Einfach nur krank. Dennoch war es interessant zu sehen, wie unterschiedlich die beiden Schwestern trotz der gleichen Erfahrungen aufwuchsen und auf ihre Vergangenheit reagierten. Die Handlung ist recht kompakt und lässt sich fast in einem Rutsch lesen. Der Spannungsaufbau gelingt gut, besonders während Elizabeth beginnt, ihre verlorenen Erinnerungen wiederzuentdecken. Die düstere Atmosphäre zieht sich durch das gesamte Buch. Dennoch hätte ich mir mehr Wendungen und überraschende Momente gewünscht, die die Leser noch stärker auf die falsche Fährte führen. Die Grundidee ist packend, aber an einigen Stellen fühlte sich die Story dann doch etwas vorhersehbar an. Insgesamt ist Phantom Limb eine Geschichte, die erschüttert und spannend ist, aber es gibt noch ein wenig Luft nach oben.







