Diejenigen, die an dich glauben, wenn du selbst nicht mehr an dich glaubst, sind die, an denen du festhalten musst💗
Stell dir vor, von einem auf den anderen Tag verlierst du deine Stimme. Nicht, weil du körperlich nicht mehr sprechen kannst, sondern weil du etwas erlebt hast, das so traumatisch ist, dass du nie wieder darüber reden möchtest. Niemand weiß, was in jener Nacht passiert ist. Niemand kennt die Wahrheit. Und so entscheidest du dich, zu schweigen. Genau das passiert Maggie. Als Kind erlebt sie etwas, das ihr gesamtes Leben verändert. Seitdem lebt sie in einer selbstgewählten Stille, gefangen in ihrer Vergangenheit und den Erinnerungen an das, was sie gesehen hat. An ihrer Seite ist Brooks, mal näher, mal weiter entfernt, doch er begleitet sie durch viele Höhen und Tiefen ihres Lebens. Als schließlich auch Brooks einen schweren Schicksalsschlag erlebt, ist Maggie für ihn da. Gemeinsam tragen sie ihre Wunden, ihre Verluste und ihre Hoffnung auf bessere Tage. Die große Frage, die sich durch das gesamte Buch zieht: Wird Maggie ihre Stimme jemals wiederfinden? Ich muss sagen, dieses Buch hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Die Geschichte beginnt mit Maggie als Kind und begleitet sie über einen langen Zeitraum ihrer Jugend. Zwischendurch hatte ich immer wieder Momente, in denen ich mich gefragt habe, ob mir die Protagonisten vielleicht etwas zu jung sind. Erst durch den größeren Zeitsprung am Ende hat sich dieses Gefühl für mich wieder gelegt. Besonders gut gefallen hat mir Maggie als Protagonistin. Dadurch, dass wir sie von klein auf begleiten, konnte ich ihre Gefühle, Ängste und Entscheidungen sehr gut nachvollziehen. Man erlebt hautnah mit, wie sehr das Erlebte ihr gesamtes Leben beeinflusst und welche Auswirkungen ihr Trauma auf ihre Entwicklung hat. Brooks mochte ich ebenfalls gerne, auch wenn seine Geschichte eher nebenbei erzählt wird und der Fokus klar auf Maggie liegt. Womit ich allerdings überhaupt nicht warm geworden bin, war die Mutter-Tochter-Dynamik. Vor allem Maggies Mutter hat bei mir während des Lesens immer wieder für Frust gesorgt. Ich hatte große Schwierigkeiten, ihr Verhalten und ihre Reaktionen nachzuvollziehen. Zwar wird an einer Stelle angedeutet, warum sie möglicherweise so handelt, wie sie handelt, für mich wurde dieser Aspekt jedoch nicht tief genug behandelt. Dadurch wirkte sie über weite Strecken einfach nur kalt und teilweise sogar grausam. Das hat mich beim Lesen tatsächlich ziemlich wütend gemacht und war einer der Gründe, weshalb ich mit der Geschichte nicht komplett warm geworden bin. Obwohl die Geschichte aus beiden Perspektiven erzählt wird, ist es vor allem Maggies Geschichte. Ihr Schweigen, ihre Ängste und ihr Weg zurück ins Leben stehen klar im Mittelpunkt. Lange Zeit wusste ich nicht so recht, wohin die Handlung eigentlich führen möchte, und hatte deshalb immer wieder das Gefühl, emotional etwas auf Abstand zu bleiben. Umso mehr hat mich das Ende überrascht. Dort hat mich die Geschichte doch noch abgeholt und berührt. Trotzdem gehört dieses Buch für mich nicht zu den stärksten Werken von Brittany C. Cherry. Die Autorin schafft es sonst oft, mich emotional komplett auseinanderzunehmen, hier blieb diese Intensität für mich persönlich etwas aus. Die behandelten Themen sind schwer und bewegend, Maggies Trauma und ihr Schweigen wurden nachvollziehbar und sensibel dargestellt, aber die Geschichte hat mich nicht ganz so tief getroffen wie andere Bücher der Autorin. Insgesamt ist Wie die Stille unter Wasser für mich ein solider Roman mit wichtigen Themen, einer besonderen Protagonistin und einem berührenden Ende. Nicht mein persönliches Highlight von Brittany C. Cherry, aber dennoch eine lesenswerte Geschichte über Trauma, Heilung und die Suche nach der eigenen Stimme.































































