26. Apr.
Eine ruhige Geschichte über das Leben im Weltall🌍✨
Rating:3

Eine ruhige Geschichte über das Leben im Weltall🌍✨

In 24 Stunden umkreist die Raumstation die Erde ganze 16 Mal. Sechs Astronaut:innen aus unterschiedlichen Ländern leben dabei auf engstem Raum zusammen. Das Buch besteht vor allem aus den Gefühlen, Eindrücken und Sehnsüchten der einzelnen Astronaut:innen, die gleichzeitig ihrem Alltag und ihrer Arbeit an Bord nachgehen. Besonders beeindruckt hat mich die beinahe poetische Beschreibung der Erde aus der Distanz. Der Schreibstil ist insgesamt sehr ausführlich und emotional, die Gedanken der Astronaut:innen wirken oft tiefgründig und philosophisch. Allerdings habe ich etwas Zeit gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, und stellenweise empfand ich sie als etwas langatmig. Klassische Spannung bietet das Buch keine – es lebt vielmehr von den leisen, intimen Beobachtungen und den inneren Reflexionen der Astronaut:innen.

Orbital
Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
20. Apr.
🌎 Keine große Handlung, aber dafür viele schöne, tiefgründige Gedanken
Rating:4

🌎 Keine große Handlung, aber dafür viele schöne, tiefgründige Gedanken

Mit Blick auf die Artemis II Mission wirkt Umlaufbahnen wie eine literarische Annäherung an das Gefühl, die Erde aus der Distanz zu betrachten und dabei sich selbst. Der Roman erzählt (ohne große Handlung im klassischen Sinne) von einer Gruppe Astronaut*innen, die auf einer Raumstation die Erde umkreisen. Doch statt Abenteuer, Spannung oder dramatischer Ereignisse steht hier etwas anderes im Mittelpunkt: das Denken. Während sie lautlos durch den Orbit gleiten, kreisen ihre Gedanken um das Leben, die Menschheit und ihre eigene Existenz. Denn dieses Buch ist wohl kein gewöhnlicher Roman. Große Abenteuer sucht man hier vergeblich,stattdessen geht es um den philosophischen Kern des Menschseins. Die Figuren reflektieren über das bloße Da-Sein, über die Bedeutung eines einzelnen Lebens, über Familie, Verlust und Trauer. Immer wieder taucht auch die Frage auf, was uns Menschen eigentlich verbindet…über Grenzen hinweg. Genau das hat mir besonders gut gefallen. Die Tiefe. Der Roman beschäftigt sich intensiv mit philosophischen Gedanken rund um Menschheit, Umwelt und das Leben selbst. Er lädt dazu ein, innezuhalten und mitzudenken. Wer also eine ruhige Atmosphäre sucht, ein wenig Stille und Raum für eigene Gedanken, wird hier definitiv fündig. Die originelle Idee und vor allem die Perspektive (der Blick auf die Erde von außen) fand ich unglaublich faszinierend. Der Schreibstil ist poetisch und teils blumig, passt aber perfekt zur Stimmung. Besonders die Beschreibungen der Erde und des Universums sind intensiv und unglaublich atmosphärisch. Man hat oft das Gefühl, selbst mit an Bord zu sein und aus dem Fenster zu schauen. Für mich war dieses Buch genau richtig für den Moment, in denen die eigene Welt ein bisschen zu viel war. Es schafft Abstand -im wahrsten Sinne des Wortes.

Orbital
Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
12. Apr.
Rating:4

Ein Gefühl, das ihn hier oben fast die ganze Zeit begleitet, sowohl in den kleinsten als auch in den größten Momenten verspüret er in Bauch und Brust das Wissen und die tiefe Schönheit der Dinge, und was für eine unwahrscheinliche Gnade es ist, hier hochgeschlossen worden zu sein, mitten ins Dickicht der Sterne. - S. 90 Samantha Harvey beschreibt den Aufenthalt von 6 Astronauten/ Kosmonauten (2 Frauen, 4 Männer) auf der ISS, ihre Gedanken, Gefühle und Beobachtungen. Reich an Bildern, die diese Reise beschreiben, ist das Buch sprachlich ein Genuss, da es die Schönheit unseres Universums, aber auch die Bedrohungen wie Klimakrise und Kriege poetisch in Worte fasst. Es werden viele geschichtlichen Ereignisse der Raumfahrt im Buch genannt, weshalb ich ich immer wieder parallel recherchiert habe. Spannend und überraschend fand ich die Erwähnung der parallel gestarteten Mondmission (ich hab das Buch extra parallel zur Artemis 2 Mission (Tag 9) begonnen, war aber überrascht das diese (allerdings mit Mondlandung) in einem Roman von 2023 Erwähnung findet) sowie die anfängliche Krankheit von Anton (S. 152), der sich Gedanken darüber macht, das seine Krankheit nicht nur den Abbruch seines Aufenthalts, sondern auch den zweier weiterer Crew Mitglieder die ihn begleiten müssen bedeuten würde. Dieses Ereignis ist im November 2025 tatsächlich auf der ISS passiert. Hier hat die Realität die Fiktion eingeholt. Ich habe gelesen, dass der Roman zum Genre „Nature Writing“ gehören würde. Es gibt nur wenig Handlung in dem Roman, es werden neben den Beschreibungen philosophische Überlegungen geteilt. Deswegen fand ich das Buch an einigen Stellen und gerade zum Ende hin etwas langatmig zu lesen.

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
7. Apr.
Rating:5

Am 06.04.2026 waren Menschen so weit von Heimatplaneten Erde entfernt wie noch nie zuvor. Passenderweise habe ich mich in der Zeit der Artemis II - Mission mit dem Buch "Umlaufbahnen" von Samantha Harvey beschäftigt. Inhaltlich war vieles enthalten, was ich so in Teilen erwartet hätte (Alltag der Crew, Gedanken über die (menschliche) Existenz mit dem Abstand zum Planeten etc.), und doch hatte dieser Roman noch so viel mehr zu bieten. In meinen Augen wurde hier in erster Linie ganz toll mit Worten gearbeitet, womit wohl auch die Übersetzungsarbeit gewürdigt werden muss (übersetzt von Julia Wolf). Auch die Verarbeitung von tagesaktuellen Geschehnissen während der sechzehnmaligen Umkreisung der Erde spielte hier eine große Rolle für die sechsköpfige Besatzung. Irdische, alltägliche Sorgen gingen Hand in Hand mit dem distanzierten Blick auf das Weltgeschehen und das menschliche Dasein. Enden lassen möchte ich die klare Empfehlung für diesen Roman mit einer Textpassage über menschlichen Fortschritt: "Denn wie kann man den neurotischen Angriff der Menschen auf den Planeten beobachten und schön finden? Die menschliche Hybris. Derart mächtig, dass nur die menschliche Dummheit mithalten kann."

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
29. März
Rating:4.5

"U" der A-Z Challenge "Von der Raumstadion aus betrachtet ist die Menschheit ein Wesen, das sich nur bei Nacht blicken lässt. Die Menschheit ist das Licht der Städte und die beleuchteten Glühfäden der Straßen. Bei Tag ist sie verschwunden. Sie wird unsichtbar." "Ich habe im Mutterleib beschlossen, dass ich Astronaut werden will, sagt Roman zu einem Raum voller Leute. Vor meiner Geburt, als ich Sauerstoff durch die Nabelschnur aufnahm, als ich schwerelos schwamm, als ich die Unendlichkeit kannte, weil ich erst vor kurzem aus ihr gekommen war, da habe ich entschieden, Astronaut zu werden." Ich habe in mehreren Rezensionen gelesen, dass dieses Buch eine Liebeserklärung an die Erde sei. Ganz genauso habe ich es auch empfunden. Wir begleiten sechs Astronauten und Kosmonauten der Raumstadion einen (Erden-)Tag lang auf ihrem Weg um die Erde. Sie umkreisen die Erde in diesen 24 Stunden 16 mal, die Besatzung erlebt 16 Sonnenauf- und untergänge. Man erfährt viel über den Alltag und die Aufgaben der Besatzung und die nicht nur physische, sondern auch psychische Belastung, die ein 9monatiger Aufenthalt mit sich bringt. Trotz der unterschiedlichen Weltanschauungen, Glauben, Träume und Gedankengänge eint sie alle die Leidenschaft zur Raumfahrt. Die Liebe der Autorin zur Philosophie ist im ganzen Buch präsent, drückt sich aus in der Sprache und in der Darstellung der Charaktere. Von mir gibt's eine Leseempfehlung ⭐ für alle, die auf eine "richtige" Handlung verzichten können

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
26. März
Rating:4

6 Astro-/Kosmonauten aus verschiedensten Ländern in einer beengten Raumstation, die 16mal am Tag die Erde umkreist. Was denken sie? Wie fühlen sie sich körperlich als auch mental? Welche Aufgaben haben sie ? Ich habe mir ehrlich gesagt, noch nie darüber Gedanken gemacht. Ich fand das Buch sehr eindrucksvoll. Allerdings hatte die Geschichte seine Längen.

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
1. März
Rating:3

Kurzer, guter Roman

Wer von uns hat sich nicht schon gefragt, wie es ist im all zu sein ? Ein Astronaut zu sein? Der Roman gibt einen einen kleinen Einblick in diese Welt. Der Schreibstil war für mich etwas schwierig, daher habe ich nicht sofort in die Geschichte finden können. Aber der Roman war trotzdem ein toller Eindruck über die sich von Astronauten, den Blick auf die Erde und den Gedanken mit denen man dort oben allein ist.

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
10. Feb.
Rating:4

Eine wunderschöne Geschichte über Menschen und Menschlichkeit. Über Beziehungen und Hoffnung. Über die überwältigende Liebe, die ein jeder Mensch für diesen Planeten hat, egal wie weit er von ihm entfernt ist und egal mit wie viel Schmerz das Leben einhergeht. Menschlichkeit in allen verzehrten unperfekten Facetten und dieser wunderschöne beeindruckend Planet auf dem Alles verbunden ist.

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
16. Jan.
Gewaltig. Ein Kunstwerk, ein Memoir der Menschheit. Ein Appell an das Leben.
Rating:5

Gewaltig. Ein Kunstwerk, ein Memoir der Menschheit. Ein Appell an das Leben.

Ich habe sehr lange an diesem Buch gelesen. Es ist wie ein Erwachen, bildgewaltig, sprachgewaltig. Überfordernd und einsam, lieblich und tieftraurig. Ich verlor mich in den Worten, in der Zeit und plötzlich schien ich selbst, meine Probleme, meine eigene kleine Welt so weit weg zu sein. Die Charaktere wirken blass, aber im Grunde spielt das keine Rolle. Das Buch erzählt nicht von ihnen, sie repräsentieren unsere Spezies, unsere Wünsche und Ängste, unsere Hoffnungen, Fragen, Träume und Antworten. Sie sind blass, weil dies nicht ihre Geschichte ist. Es ist die Geschichte von niemandem. Die Erde steht zentral im Mittelpunkt. Als Protagonistin, als Zuhause, als Ziel und gleichzeitig als Antagonistin, die ihre Kinder sowohl am Leben erhält, als auch tötet. Es geht um das Leben an sich, das dem Tod so nah ist und doch so fern. Um die Nichtigkeit von Grenzen, von Ängsten und gleichzeitig darum, wie wichtig jede einzelne Minute ist, die wir haben. Alles ist bedeutungslos, nichts ist bedeutungslos. Das Buch wirkt auf mich wie eine Einladung, genauer zu fühlen. Abstand zu nehmen von dem Alltag, um ihn mehr den je schätzen zu können. Innezuhalten, tief einzuatmen, in den Himmel zu schauen und sich selbst klein zu fühlen. Auszuatmen, und die tiefe Dankbarkeit des Augenblicks zu spüren. Sich dem bewusst zu werden, wie viel dort draußen ist und wie wenig wichtig es für jetzt sein kann. Ich habe unzählige Male mein Handy gezückt, ein Zitat aus dem Buch übertragen, Dinge nachgeschaut, mein Wissen erweitert und mich falle gelassen. Es wird irgendwann etwas zäh, aber ich weiß nicht, ob es an mir oder an dem Buch lag - ich vermute ersteres, deswegen kreide ich das nicht an. Wenn es einen Gott gibt, so fühlt es sich an, als hätte Gott dieses Buch geschrieben in ihrer Weitsicht.

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
16. Jan.
Ein ruhiges, poetisches Buch, das einen Tag lang sechs Astronauten auf einer Raumstation begleitet und den Blick auf die Erde durch ein kleines Fenster richtet.
In stillen Gedanken und langsamen Drehungen verschwimmen Grenzen, während die Erde aus der Ferne neu erfahrbar wird.
Rating:3.5

Ein ruhiges, poetisches Buch, das einen Tag lang sechs Astronauten auf einer Raumstation begleitet und den Blick auf die Erde durch ein kleines Fenster richtet. In stillen Gedanken und langsamen Drehungen verschwimmen Grenzen, während die Erde aus der Ferne neu erfahrbar wird.

Orbit von Samantha Harvey ist ein kleines, stilles Buch mit einer fast meditativen Ausstrahlung. Es erzählt keine große, laute Geschichte, sondern lädt dazu ein, innezuhalten und zu beobachten. Über den Zeitraum eines einzigen Tages begleiten wir sechs Astronautinnen und Astronauten an Bord einer Raumstation, die lautlos die Erde umkreist. Der Blick aus dem All richtet sich immer wieder auf unseren Planeten: Ländergrenzen erscheinen und verschwinden, Kontinente drehen sich unter der Raumstation hinweg, alles betrachtet durch ein kleines Fenster, das zugleich Nähe und Distanz schafft. Dieser reduzierte Ausblick verstärkt das zentrale Thema des Buches – die Stille. Eine Stille, die nicht leer ist, sondern voller Gedanken, Erinnerungen und leiser Reflexionen. Harvey verwebt die inneren Monologe der Astronauten zu einem sanften Strom aus Wahrnehmungen und Gedanken. Die Perspektive aus dem Orbit relativiert das Menschliche, ohne es zu entwerten. Vielmehr entsteht ein Gefühl von Verbundenheit: mit der Erde, mit der Zeit, mit der Zerbrechlichkeit des Lebens. Orbit ist kein Buch für Eile oder Spannungssuche. Es entfaltet seine Wirkung langsam und leise. Wer sich darauf einlässt, wird mit einer poetischen Betrachtung unserer Welt belohnt – gesehen aus der Ferne, durch ein kleines Fenster, und gerade deshalb von großer Intensität.

Orbital
Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
12. Jan.
Rating:3.5

Hmm, ich wünschte ich hätte es besser gefunden…

Für mich etwas zäh. Schön und sehr poetisch geschrieben, wenn man sich noch nie vorgestellt hat vom Weltall auf die Erde zu blicken bestimmt eine schöne Melodie. Mich hat es nicht so richtig in seinen Bann gezogen, was aber auch daran liegen könnte dass ich beim lesen eher in andere Welten/geschichten/Charaktere abtauchen möchte. Das Team wirkt, so wie es ist, sehr weit weg. Die Beschreibungen der Gefühle beim Anblick der Erde von oben, sowie deren Beschreibung selbst sind aber sehr schön. Vielleicht wäre es besser gewesen dieses Buch Kapitelweise zu lesen wenn man gerade die Muse dazu hat, oder es wie eine Meditation betrachten möchte. Oder aber jmd liest es vor. Ich mag die Idee und irgendwie auch den schreibstil, aber es ist eben seeehr langsam alles. Was eigentlich eine Kunst ist, denn 90 min im Buch (eine Umrundung der Erde) fühlt sich beim lesen an als würde jeweils ein ganzer Tag vergehen.

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
9. Jan.
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Rating:4.5

"Die Erde ist eine Mutter, die darauf wartet, dass ihre Kinder zurückkehren, voller Geschichten und Begeisterung und Sehnsucht." Dieser Roman ist eine Liebeserklärung an unseren blauen Planeten. Wir befinden uns zusammen mit 4 Astronauten und 2 Kosmonauten im Weltraum und beobachten die Erde mi ihren Sonnenaufgängen und einem Taifun. Poetisch und völlig undramatisch erzählt die Autorin die Geschichte. Das Leben in dieser winzigen Kapsel in der Schwerelosigkeit wo trotzdem nichts schwerelos ist. Nicht die Gedanken an die Lieben auf der Erde, nicht die Sorgen um den Planeten. "Ohne die Erde sind wir alle erledigt." Das sind wir, und trotzdem halten wir an unserem zerstörerischen Tun fest. "Ein Planet, vom Verlangen geprägt und gestaltet." Von der immer größer werdenden Gier der Menschen. Dabei sind wir Menschen nur unbedeutende Statisten auf dieser, unserer Erde. So habe ich auch die Protagonisten in diesem Roman empfunden, sie sind nur Randfiguren. Der Star dieses Buches ist Mutter Erde. Große Leseempfehlung!🌎

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
6. Jan.
Rating:4.5

So gut!

Das war ein 𝖋𝖚𝖑𝖒𝖎𝖓𝖆𝖓𝖙𝖊𝖗 Start ins Lesejahr 2025! Mit den sechs AstronautInnen schwebt man einen Tag lang durchs All und die Beschreibungen sind atemberaubend. Was sie sehen, was sie fühlen, was sie vermissen, was sich verändert - in beeindruckender Sprache wird der Lesende mitgenommen. Da bestätigt sich, was ich zuvor schon wusste: Nie im Leben wäre ich für so ein Abenteuer gemacht. Aber wie mich meine Bücher in alle Länder der Welt mitnehmen, kann mich dieses sogar ins Weltall bringen! Die schnelle, fließende Sprache, bei der man nicht immer gleich weiß, aus wessen Perspektive gerade erzählt wird, passt perfekt zum Inhalt. Die Raumstation schießt durchs All, Zeit und die Unterscheidung von Tag und Nacht sind nur ein Konstrukt, Grenzen haben keine Bedeutung mehr. Man denkt unweigerlich über vieles nach, die Fragen nach dem Sinn des Lebens, der Stellung der Menschheit und der Begrenzung durch Raum und Zeit kommen ganz automatisch, auch wenn sie nicht explizit aufgegriffen werden. Enorm faszinierend finde ich außerdem das umfangreiche Wissen der Autorin in so vielen Bereichen. Es ist ein ebenso poetisches wie lehrreiches Buch - bestes Beispiel ist die Passage über den kosmischen Kalender des Universums. Das Buch ist wunderschön, es verbindet die kleinen Fragen, die oft nur einen Menschen betreffen, mit den großen Fragen der Menschheit - ganz ohne sie gegeneinander auszuspielen. Ganz klare Empfehlung von mir!

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
2. Jan.
Rating:2

Wieder so ein Buch, das einen renommierten Preis gewonnen hat, mich aber gar nicht in seinen Bann oder - besser gesagt - in seine Umlaufbahn gezogen hat. ;-) Innerhalb von 24 Stunden umkreist eine Crew bestehend aus 6 Austronaut:innen in 16 Umrundungen die Erde und greift dabei die großen Fragen der Menschheit auf. Für mich etwas zu fad.

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
29. Dez.
Kleines Kunstwerk
Rating:4

Kleines Kunstwerk

Samantha Harvey verknüpft Wörter zu einem Kunstwerk wie Pinselstriche auf einer Leinwand. Das Buch hat mich berührt und gleichermaßen verzaubert wie fasziniert. Es liest sich wie Poesie und manchmal erscheint das Gelesene so wortgewaltig, dass ich das Buch für einen Moment zur Seite legen musste. Ich habe das Buch trotz seiner Kürze über mehrere Monate hinweg immer mal wieder gelesen - nicht weil es zäh oder schwer zu lesen war sondern weil ich nicht durch hetzen wollte um zu riskieren etwas zu überlesen.

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
27. Dez.
Rating:3.5

Umlaufbahnen schildert einen Tag auf einer Raumstation, auf der sechs Astronauten, vier Männer und zwei Frauen, aus den USA, Russland, Japan, Italien und Großbritannien, seit einigen Monaten zusammenleben. Neben ihrem Alltag und ihren Tätigkeiten werden auch ihre Reflektionen über diverse Themen beschrieben. Ich muss zugeben, dass ich mich mit der Bewertung dieses Buches etwas schwer getan habe. Es hat 2024 den Booker Prize gewonnen und wurde wohl recht gut rezensiert. Und ja, ich kann dies durchaus nachvollziehen. Aber mich persönlich hat dieses Buch nicht so ganz abgeholt, es war mir teilweise etwas viel Innerlichkeit - wobei das vielleicht auch einfach daran liegt, dass ich das richtige Buch zur falschen Zeit gelesen habe. Die Trilogie "Biographie einer Frau" von Julia Schoch, die auch sehr viel Innerlichkeit beinhalten und die ich einige Monate vor Umlaufbahnen gelesen habe, haben mir z.B. viel besser gefallen. Insofern geht mein Fazit von Umlaufbahnen so ein bisschen in die Richtung gutes Buch zur für mich falschen Zeit.

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
26. Dez.
Rating:3

Entschleunigend

Der Roman regt zum Nachdenken an. Mit dem begrenzten Handlungszeitraum von nur 24 Stunden und der wenigen Handlung, schafft er viel Raum für Gedanken, Reflexion und Fragen der Menschheit. Dadurch ist der Roman entschleunigend, und wie ich finde leider stellenweise auch zäh. Es ist keine wirkliche Geschichte mit Anfang und Ende, eher eine Ansammlung von Gedanken und Gefühlen der Protagonisten. Es gab einige interessante Anregungen über unseren Planeten und unseren Umgang damit. Interessant fand ich auch die Erläuterungen zum kosmischen Jahr. Sprachlich sehr poetisch! F A Z I T Ein poetischer, kritischer Blick auf die Schönheit der Erde und deren Probleme. Das Buch regt zum Nachdenken an und kritisiert den Umgang mit den begrenzten Ressourcen und dem Planeten. Es thematisiert u.a. die Vermüllung.

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
23. Dez.
Rating:3.5

Erwartet kein spannendes plottgetriebenes Buch. Aber lernt mehr über das Leben im All

Für manche mag "Umlaufbahnen" langweilig sein... auch ich dachte zu Beginn, dass das Buch zu poetisch und blumig für mich sein würde, ABER immer dann, wenn die Lesenden mehr über den Alltag der AstronautInnen erfahren (sei es im Weltall oder auf der Erde) hat es mich sehr überzeugt. Habt ihr schon einmal drüber nachgedacht, wie man in der Schwerelosigkeit schläft oder in welcher Zeitzone man lebt, wenn man 16 Mal in 24 Stunden die Erde umrundet? 3,5 bis 4 Sterne

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
27. Nov.
Rating:3

Hat stark angefangen, aber auch stark nachgelassen. Ich hatte ein seltsam beklemmendes Gefühl bei der Beschreibung des Weltalls. Gleichzeitig habe ich den tieferen Sinn nicht verstanden. Ich mag langsame Geschichten, die Raum für Reflexion lassen. Allerdings konnte das Buch mir nicht erklären, was es eigentlich sagen will.

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
24. Nov.
Rating:4

Meditationen auf ein schwebendes Leben

16 Mal umrundet die ISS die Erde in einem Tag und 16 Mal erleben die Astronaut:innen und Kosmonauten dieses Romans den Sonnenauf- und Untergang. Mit jeder neuen Umlaufbahn verschiebt sich ihre Perspektive leicht. Es gibt eine Handlung: die Mutter einer der Astronaut:innen stirbt, ein Typhoon muss von oben beobachtet werden und der Tagesablauf der Besatzung bildet den Rahmen. Aber diese Handlung dient nur als loses Gerüst für Beobachtungen und Ideen, die dieses Buch poetisch aufleben und wieder verschwinden lässt. Dabei geht es um Heimweh, die Schönheit der Erde oder den unheimlichen Wunsch nicht mehr zu ihr zurück zukehren: zu atemberaubend ist die Schwerelosigkeit. Vielleicht der schönste Gedanke, der sich auch in den Beziehungen der Figuren immer wieder auf unterschiedliche Weise realisiert, ist der von fließenden Grenzen. Wie lächerlich und nichtig erscheint eine Einteilung nach Nationalitäten, wenn man auf engstem Raum zusammenlebt, den selben, absurden technischen Fortschritt atmet und Länder von oben sowieso nicht sichtbar sind. Nur manchmal hätte ich gehofft, dass das Buch doch noch etwas länger bei einer Szene bleibt, eine Idee tiefer weiterdenkt. Vielleicht ist das aber auch eine Stärke des Buchs. Wer zu schnell liest, die vielen kleinen Verweise nur auf sich reinpasseln lässt, der verwehrt sich dabei womöglich die Freude an den eigenen Gedanken. "Continents and countries come one after the other and the earth feels – not small, but almost endlessly connected, an epic poem of flowing verses."

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
23. Nov.
Rating:2.5

Poetisch geschrieben ist das Buch, ja. Das Setting ist interessant. Die Beschreibung des Zusammenlebens auf engem Raum im All überzeugt. Aber das Geschehen selbst, die Gedanken der Astronauten, ihre Auseinandersetzung mit dem Leben hat mich leider nicht berührt. Wäre das Buch länger gewesen, hätte ich es wohl abgebrochen.

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
20. Nov.
Rating:4.5

Was für ein Buch. Allein konzeptuell finde ich es grandios, mit den Umlaufbahnkapitel. Die erzählte Zeit ist so kurz, 24h, und bringt so viel Tiefgang und Philosophisches durch Alltägliches im für die Mehrheit der Menschen nie Erlebbaren: einem Aufenthalt im Weltall. Beim Lesen bin ich in der Raumstation, die Details und Informationen sind beeindruckend. Ihre Überlegungen und kurzen Einblicke in die Protagonisten sind so repräsentativ, verraten zwar nicht viel, sind kleine Lebensauszüge, aber sie erzählen auch alles. Nicht über die Astronauten und Kosmonauten selbst, aber über die Menschheit. Die Fragilität unserer Existenz, die Willkür, die bedeutungsvolle Bedeutungslosigkeit? Es ist zu tiefst berührend, erzeugt einen Sog aber mit einer Distanz im Erzählton, der sich wie die Stille Unendlichkeit des Alls liest. Verdiente Preisträgerin, große Empfehlung.

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
13. Nov.
Rating:3

Anstrengende Poesie

Ich habe mich schwergetan um am Ball zu bleiben. Generell sind Geschichten, die im Weltraum spielen immer anstrengend für mich. Bis hin zum Muskelkater, weil ich dann auch mitreise und die Schwerelosigkeit mitfühle. Hier war ich auch angestrengt vom Versuch des Loslassens und Miterlebens. So viel schöne Poesie, doch die Geschichten um die Protagonisten kamen mir zu kurz. 16 Umlaufbahnen bis zum Mondlandungstag. Tod innerhalb der Familie, Sehnsucht nach Freunden und verlorene Freude. Tolle Worte in zu langen Sätzen. Dadurch wieder Anspannung.... einfach nicht mein Genre denke ich. Aufgrund der Bilder, die der Kopf beim Lesen malt, kann ich die Begeisterung verstehen, nur packte sie mich nicht.

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
30. Okt.
Rating:5

Einfach wunderschön, schwerelos und gleichzeitig mit so viel Tiefe…

Der Roman „Umlaufbahnen“ von Samantha Harvey hat mich wirklich begeistert! Im Laufe eines Tages, in dessen Zeit die Raumstation 16 Erdumrundungen vollzieht, begleitet dieser Roman sechs Astronauten mit all ihren Gedanken, Gefühlen und Sehnsüchten. Unter ihnen gleitet die Erde hinweg, sie erleben innerhalb eines Tages 16 Sonnenauf- und untergänge, sie treiben über Kontinente und Ozeane dahin … und all das beschreibt die Autorin so visuell spannend und poetisch, dass man sich mitten wie im Raumschiff fühlt. Gleichzeitig begleitet der Roman die sechs Personen mit all ihren Gedanken, Ihren persönlichen Verlusten, ihrem Schmerz und auch ihrer unbändigen Freude. So leicht sich auch viele der Sätze in diesem Roman anfühlen, fast schwerelos, so schwer sind sie doch in ihrer Bedeutung und auch Tiefe. Dieser Roman behandelt mit Leichtigkeit die großen Fragen der Menschheit und hat mich sehr nachdenklich, aber auch zufrieden zurückgelassen. Ein wirklich großartiger Roman und definitiv eines meiner Jahres-Highlights!

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
18. Okt.
Rating:4

You could call it many things, but a novel. There simply is no plot. I see it rather as a long and detailed almost poetic National Geographics article about life on the International Space Station. It paints a picture from above of life on the ISS and even more of life on our planet. It gives you, what Neil deGrasse Tyson calls, the cosmic perspective. It certainly is not the same as a real view from outer space, but it does a very good job in showing our planet as being a beautiful place, that is, in the end, our only place we call home. And if we don't get our shit together soon and see all humans as being on the same boat, we might even make this home uninhabitable for our species.

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
11. Okt.
Rating:1

Viele Worte, wenig Inhalt.

Normalerweise faszinieren mich Weltraum-Geschichten aller Art, Biografien von Astronaut*innen usw. Aber dieses Buch war eine Qual. Ich habe weder einen Spannungsbogen noch eine rote Linie in der Erzählung entdecken können. Der Schreibstil ist unglaublich philosophisch und ausladend. Obwohl die Raumstation die Erde 16 mal umrundet, hatte ich das Gefühl dass die Geschichte still steht. Das Schicksal von Chie und der Fischer-Familie hätten mich deutlich mehr berührt, wenn sie im Vorder- und nicht im Hintergrund gestanden hätten. Da das ganze Buch so überfrachtet war von Schilderungen der Erde, Länder, Städte und Natur, blieben die Figuren für mich einfach nur Statisten. Das, was die Autorin mutmaßlich der Leserschaft vermitteln möchte, nämlich dass wir nur eine Erde haben und diese nicht zu schätzen wissen, hätte man auch auf deutlich weniger Seiten beschreiben können. Sehr schade!

Orbital
Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
4. Okt.
Rating:5

Astronauten, Kosmonauten, Raumfahrt- all das hat mich nie interessiert. Dennoch habe ich aus einem Impuls heraus nach „Umlaufbahnen“ gegriffen. Und Samantha Harvey schafft es, dass ich Sehnsucht nach dem Weltraum habe und nur zu gern einen Blick auf die Erde aus 400km Entfernung werfen würde. Es geht um Nell, Pietro, Shaun, Chie, Roman und Anton, die in ihrer Raumstation die Erde Umrunden: Einmal in 90 Minuten, sechzehnmal in 24 Stunden. Wie kann es aussehen, wenn sechs Menschen auf engem Raum weit weg von der Heimat miteinander leben, völlig losgelöst vom irdischen Alltag? Wie sieht so ein Leben in einer Raumstation aus? Wie prägt es Körper und Geist, monatelang in einer Raumstation zu leben? Und wie ist das, die Erde immer wieder von oben zu sehen- die Erde als Ganzes- ohne die vom Menschen gemachten Grenzen, ohne Kriege und Politik? Umlaufbahnen hat mich sehr bewegt. Mehr als einmal hatte ich Tränen in den Augen. Samantha Harvey braucht weder Kitsch noch viel Pathos um bewegende Bilder zu schaffen. Bilder, so kraftvoll und harmonisch wie Symphonien. Man taucht in die Geschichten der sechs Protagonisten ein, erfährt, was sie antreibt, was sie bewegt – und warum ihre Sehnsucht nach dem Weltraum so groß ist, dass sie ihre Lieben auf der Erde für Monate zurücklassen Umlaufbahnen hat mich berührt und begeistert- ich kann es von Herzen empfehlen. Auch, weil es mir viele ganz grundlegende Dinge noch einmal vor Augen geführt hat: Dass wir Menschen in Anbetracht der Weiten des Universums unbedeutend sind- unser Leben nur ein Wimpernschlag in der Geschichte. Und dennoch haben wir scheinbar den starken Drang unseren Planeten so gut es geht auszubeuten.

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
4. Okt.
Unsere Welt von ganz weit oben, ein kleiner blauer Ball 🌍🚀
Rating:4

Unsere Welt von ganz weit oben, ein kleiner blauer Ball 🌍🚀

👩‍🚀 „Während ihrer Ausbildung hat man sie vor dem Problem der Dissonanz gewarnt. Davor, was es mit ihnen machen würde, wieder und wieder dem Anblick dieser nahtlosen Welt ausgesetzt zu sein. Ihr werdet ihre Fülle sehen, hat man ihnen gesagt, die Abwesenheit von Grenzen, außer jenen zwischen Land und Wasser. Ihr werdet keine Nationen sehen, nur einen dahinrollenden, unteilbaren Globus, der keine Möglichkeit der Trennung kennt, geschweige denn Krieg. Und ihr werdet widersprüchliche Dinge empfinden. Freudige Erregung, Anspannung, Begeisterung, Traurigkeit, Zärtlichkeit, Wut, Hoffnung, Verzweiflung. Denn natürlich wisst ihr, dass die Kriege zahlreich sind und dass Menschen für Grenzen töten und sterben. Von hier oben betrachtet gibt es vielleicht eine kleine, weit entfernte Unebenheit im Land, die auf ein Gebirge hindeutet, eine Ader lässt einen großen Fluss erahnen, aber das ist auch schon alles. Es gibt keine Mauern oder Schranken - keine Völker, keinen Krieg, keine Korruption oder irgendeinen anderen Grund zur Angst.“ 🌌 Dass man aus dem Weltraum eine ansonsten unmögliche Distanz zur Erde und unserem menschlichen Leben erhält, wodurch all die vielen Probleme unseres Alltags plötzlich klein und unsinnig erscheinen, ist nicht neu. Spätestens seit Chris Hadfields „An Astronaut‘s Guide to Life on Earth“ dürfte diese Konzept in aller Munde sein. Doch es ist eine Sache, von einem ehemaligen Astronauten erklärt zu bekommen, wie sehr sich seine Perspektive auf das Leben durch die Erlebnisse im All gewandelt hat, etwas völlig anderes ist es, dies selbst zu erleben und nachempfinden zu können. Und Samantha Harveys bildgewaltige Beschreibungen kommen diesem Gefühl weitaus näher, als es Fotos oder Filmaufnahmen bei mir je erreichen konnten. Als Leser ist man hier wirklich mittendrin statt nur dabei - wir schauen der fiktionalen ISS-Besatzung bei deren Arbeit über die Schulter und erleben deren Eindrücke und Gefühle hautnah, während sie 19x in 24h die Erde umkreisen. Es werden nach und nach kleine Geschichten aus dem Leben der einzelnen Figuren offenbart, die in Zusammenhang zu den Eindrücken stehen, die sie bei Ihrer Arbeit im Orbit erhalten und das ganze so zu einem losen aber dennoch zusammenhängenden Narrativ verbinden. Gleichzeitig entdecken wir immer wieder neue Aspekte unseres Planeten, die die Autorin äußerst sprachgewandt zu vermitteln weiß und eben genau diesen externen Blick auf die Welt vor unserem inneren Auge erschafft, der uns normalsterblichen nicht-Weltraumfahrern verwehrt bleibt. Besonders in Erinnerung blieb mir beispielsweise die Schilderung des Phänomens der Aurora, welche parallel von Wissenschaftlern auf der Erde sowie von der über sie hinwegfliegenden Boardcrew beobachtet wurde. 🔭 „Das Nachthimmelsleuchten ist grünlich gelb. Darunter, in dem Spalt zwischen Atmosphäre und Erde, ist ein neonfarbener Flaum, in den nun Bewegung gerät. Er kräuselt sich, quillt hervor, Rauch ergießt sich über die Erdoberfläche; das Eis ist grün, die Unterseite des Raumschiffs ein fremdartiger Schatten. Dem Licht wachsen Flügel und Glieder, es entfaltet und öffnet sich. Es drückt gegen die Innenseite der Atmosphäre, zuckt und biegt sich. Lässt Schwaden aufsteigen. Es fluoresziert und wird immer heller. Explodiert dann zu Türmen aus Licht. Entlädt sich glatt durch die Atmosphäre hindurch und baut die Lichttürme über dreihundert Kilometer hoch. Auf der Spitze der Türme ist ein Schwaden Magenta, der die Sterne verdeckt, und über dem Erdball ein flirrendes Summen sich dahinwalzenden Lichts, Hackernden, bebenden, alles überschwemmenden Lichts lässt die Tiefe des Alls erahnen. Hier das strömende, schwemmende Licht, dort die sich schlängelnden Halme Neon, da die vertikalen Säulen Rot, die Kometen, die lodernd vorbeischnellen, die nahen Sterne, die sich zu drehen scheinen, die fernen Sterne, die fest am Himmel stehen, jenseits davon kaum noch erkennbare Flecken.“ ✨ Ganz nebenbei stellt Samantha Harvey die ganz kleinen und großen philosophischen Fragen des Lebens, die einen zum Nachdenken anregen aber ohne zu überfordern oder unbedingt eine Antwort finden zu müssen. 👾 „Da draußen ist gar nichts, denken wir. Wozu warten, wenn da draußen nichts ist? Und vielleicht ist die Menschheit jetzt ein pubertierender Teenager, der alles kurz und klein schlagen will, mit Hang zu Selbstverletzungen und Nihilismus. Wir haben nicht darum gebeten, am Leben zu sein, wir haben nicht darum gebeten, eine Erde zu erben, um die wir uns kümmern müssen, und wir haben ganz sicher nicht darum gebeten, so unverdient und vollkommen allein in der Dunkelheit zu sein. Vielleicht schauen wir eines Tages in den Spiegel und sind zufrieden mit dem eher mittelprächtigen aufrecht gehenden Affen, der uns entgegenblickt. Dann halten wir kurz die Luft an und denken: »O. k., wir sind allein, also gut. Vielleicht kommt dieser Tag schon bald.«“ 🪐 „Nur endet das Universum natürlich nicht um Punkt Mitternacht. Die Zeit schreitet mit ihrem üblichen Nihilismus voran, mäht uns alle um, mit einer unfassbaren Ignoranz gegenüber unserem Wunsch zu leben. Schießt uns nieder. In dem weiteren Bruchteil einer Sekunde werden Jahrtausende vergehen, und die Lebewesen auf der Erde werden exoskelettale-kybernetische-maschinenartige-unsterbliche Post-Wesen sein, die sich der Energie irgendeines unglückseligen Sterns bedienen und ihn trocken schlürfen. Wenn der kosmische Kalender tatsächlich die gesamte Zeit umfasst, von der ein Großteil ja noch gar nicht stattgefunden hat, könnte in zwei Monaten dem kühlen Marmorkörper der Erde alles Mögliche zugestoßen sein - und nichts davon erscheint vielversprechend für das Leben auf ihr. […] Wir existieren in einer flüchtigen Blüte des Lebens und Wissens, unser Dasein ein hektischer Fingerschnipp, und dann war's das. Dieses sommerliche Blühen ist eher Bombe als Blume. Diese fruchtbaren Zeiten vergehen schnell.“ ☄️ Fazit: Ein fast schon lyrisch anmutender Roman, der dazu einlädt, sich fallen zu lassen. Er ist dabei aber weitaus mehr als nur schöne Worte auf Papier! Umlaufbahnen ist eine Lektüre, die umso mehr Qualität hinzugewinnt, je mehr Zeit man sich damit lässt - die Bilder und die kleinen Geschichten innerhalb der einzelnen Kapitel können ihre Wirkung viel besser entfalten, wenn man das Buch nicht an einem Stück verschlingt.

Orbital
Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
27. Sept.
Rating:1

On paper, this book is exactly the kind of stuff I love, but this was so dull, so self-important and so repetitive. If it wasn't 135 pages, I wouldn't have finished it. Edit: I came back to change this from ⭐⭐ to ⭐. 

Orbital
Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
17. Sept.
Rating:3

Eigentlich eine schöne, (ich vermute) gut recherchierte Geschichte mit spannenden Ideen und Denkanstößen. Bloß hat mich der Schreibstil (leider) gar nicht abgeholt. Ich konnte mich so schwer wie schon lange nicht mehr aus das Geschriebene konzentrieren, bin ständig gedanklich abgeschwiffen & dadurch auch nicht so sehr emotional in die Geschichte eingetaucht wie ich es gerne wäre.

Orbital
Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
8. Sept.
Rating:2

This is purely a rating of personal enjoyment!!! I am sure if I gave even a single fuck about space travel or was feeling a different brand of existential crisis, this could’ve been a different journey and the prose was nice, sometimes even lush, but ultimately lifeless. I felt completely disconnected from the characters and I was bored out of my skull

Orbital
Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd
30. Aug.
Post image
Rating:4

super eindrucksvoll, wie samantha harvey unseren planeten aus dem all beschreibt. fast als wäre sie selbst in einem raumschiff gewesen und hätte die erde mehrfach umrundet. der fokus liegt gar nicht so sehr auf den charakteren der astronaut:innen und kosmonaut:innen. zwar lässt die erzählung hier und da details zu den einzelnen charakteren durchblicken aber im grunde sind sie nicht die protagonist:innen des buches. die protagonistin ist hier ganz klar nur, der planet auf dem wir leben dürfen. 🫶🏻

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Orbitalby Samantha HarveyRandom House UK Ltd