18. Mai
Rating:4

Frida ist Mutter einer kleinen Tochter und versucht, nachdem ihr Mann sie verlassen hat, ihrem Job und ihrer Rolle als Mutter gerecht zu werden. Eines Tages begeht sie einen schweren Fehler: Übermüdet und überfordert lässt sie ihre 1-jährige Tochter allein zu Hause. Aus den geplanten wenigen Minuten werden zwei Stunden. Die Nachbarn rufen die Kinderschutzbehörde und was nun folgt, ist ein Albtraum. Wir befinden uns nämlich nicht in der Realität, sondern in einem futuristischen Amerika. In dieser Welt ist Kindererziehung keine Privatangelegenheit mehr. Jede menschliche Schwäche wird kriminalisiert und Eltern, vor allem Mütter, sollen durch strenge Reglementierung völlig gleichgeschaltet werden. Und so wird Frida ihre Tochter weggenommen und kommt erst Mal zu ihrem Ex-Mann und seiner neuen Frau. Frida wird nun überwacht, wird mehrmals von der Kinderschutzbehörde verhört und darf ihr Kind nur noch wenige Mal in Begleitung einer Dame vom Jugendamt sehen. Bei diesen Treffen wird unmögliches von Kind und Mutter erwartet. Schließlich muss Frida an einem neuen staatlichen Programm teilnehmen und kommt ins „Institut für gute Mütter“. Die Frauen sollen dort lernen, eine gute Mutter zu werden. Das Programm besteht nur, wer seine individuellen Bedürfnisse komplett aufgibt und bedingungslos dem staatlich verordneten Idealbild einer perfekten Mutter entspricht. Letztendlich geht es um Gleichschaltung und Selbstaufgabe. An sich habe ich die Dystopie gern gelesen. Der Schreibstil ist angenehm und man kann sehr gut in Fridas Gefühlswelt eintauchen. Gerade ihre Ohnmacht und Verzweiflung wird sehr gut transportiert. Stellenweise war die Geschichte auch schwer auszuhalten und viele Szenen haben mich super wütend gemacht und emotional sehr aufgewühlt. Vor allem das Ende hat mich sehr bewegt. Die Gefühle, die dieser Roman hervorruft, und die beklemmende Atmosphäre, die er erzeugt, halten den Leser bei der Stange. Trotzdem war die Dystopie meiner Meinung nach nicht ganz rund. In erster Linie haben mir die gesellschaftlichen und politischen Hintergründe gefehlt, die zu dieser dystopischen Welt geführt haben. Es wird zwar ein paar Mal angedeutet, dass die Kinderschutzbehörde aggressiver agiert, weil in der Vergangenheit viele Kindswohlgefährdungen falsch eingeschätzt wurden oder zu spät eingegriffen worden ist, aber das ist mir zu kurz gedacht. So wie hier vorgegangen wird, wäre es schon interessant gewesen, die Rolle des Staats zu erfahren oder wie es zu diesen Machtstrukturen gekommen ist. In diesem Zusammenhang wird nämlich auch nicht klar, was jetzt genau die Gesellschaftskritik des Romans ist. Geht es hier um den Leistungsruck auf Eltern oder nur auf Mütter speziell? Es gibt nämlich auch noch ein entsprechendes Institut für Väter. Diese werden also schon auch vom System kontrolliert. In ein, zwei Nebensätzen erfährt man aber, dass mit den Vätern lascher umgegangen wird. Oder geht es um staatliche Kontrolle und Überwachung? Auch Rassismus wird angeschnitten. Der Mittelteil des Romans ist sehr repetitiv. Einerseits verstehe ich das als gelungenes Stilmittel, weil es die langen, nie enden wollenden Tage im Institut unterstreicht. Andererseits war der Roman dadurch stellenweise ein bisschen langatmig. Das Ende hingegen fand ich grandios, beklemmenden und berührend. Eine spannende Dystopie mit einem interessanten Thema, die allerdings nicht ganz ausgegoren.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
11. Apr.
Rating:4.5

Wenn Mutterliebe zum Prüfstein wird

Das Buch, tut weh beim Lesen. Nicht, weil es schlecht ist, sondern weil es so unbequem ehrlich wirkt. Es greift viele kritische und gesellschaftskritische Themen auf und zeigt auf erschreckende Weise, unter welchem Druck Frauen und besonders Mütter stehen können. Von Anfang an liegt ein dauerhafter Druck auf der Hauptfigur. Sie ist dem System vollkommen ausgeliefert, wird beobachtet, bewertet und ständig daran gemessen, ob sie „gut genug“ ist. Dieses Gefühl des Ausgeliefertseins zieht sich durch die gesamte Geschichte und macht das Lesen stellenweise richtig beklemmend. Besonders eindrucksvoll fand ich den Gegensatz zwischen Muttersein und Kindsein. Die Verzweiflung der Mutter ist deutlich spürbar – ihre Angst, ihr Kind zu verlieren, und ihr verzweifelter Wunsch, alles richtig zu machen. Gleichzeitig wird klar, wie sehr auch Kinder unter solchen Systemen leiden. Was dabei jedoch immer spürbar bleibt, ist diese endlose Mutterliebe, die selbst unter extremem Druck nicht verschwindet. Die künstlichen KI-Kinder haben bei mir ein richtig unheimliches Gefühl ausgelöst. Sie wirken kühl, kontrolliert und fast wie eine beängstigende Vorstellung davon, wie „perfekte“ Kinder aussehen sollen. Sehr stark sind auch die Geschichten der anderen Frauen im Institut. Jede bringt ihr eigenes Schicksal mit, ihre eigenen Fehler und Ängste. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild darüber, was es bedeutet, eine Frau in einer Gesellschaft zu sein, die ständig Erwartungen stellt und bewertet. Für mich ist dieses Buch vor allem eines: eine eindringliche, fast erschreckend real wirkende Warnung darüber, wie schnell Fürsorge in Kontrolle umschlagen kann.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
8. Apr.
Rating:3

Dystopie einer Welt, in der Mütter wenig Rechte haben - insbesondere nicht-weisse und arme Mütter

Grundsätzlich fand ich die Story und das Setting gut: Frida lässt ihr Kind alleine und soll in einer Umerziehungsschule für Mütter beweisen, dass sie verdient, ihre Tochter zurück zu bekommen. Das Institut erweist sich als grausamer und hoffnungsloser als gedacht. Vorneweg: ich habe schon sehr viele Dystopien gelesen und fand in diesem Buch viele Parallelen. Die Idee des Buches ist super. Auch die - berechtigten - feministischen und anirassitischen Bluckwinkel des Buches fand ich gut. Aber für mich war das Buch nicht mitreissend. Mit der Hauptfigur konnte ich mich nicht identifizieren und auch die anderen Figuren blieben seltsam plakativ. Das Buch hat mich teilnahmslos und verwirrt zurück gelassen.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
28. März
Rating:4

Nun ist es schon einige Jahre her seit meine Kinder aus dem gröbsten, sprich Kleinkindalter heraus sind, aber dieses Buch hat in mir tatsächlich so viele Emotionen hervorgerufen, die ich als Mutter mit Kleinkindern noch sehr gut in Erinnerung habe. Chan schreibt in ihrem Debüt über Frida, eine alleinerziehende Mutter, die zu Beginn des Romans an ihre Belastungsgrenzen gerät. Um Unterlagen, die sie bei der Arbeitsstelle vergessen hat, für das Homeoffice zu holen, lässt sie ihre knapp zweijährige Tochter Harriet "kurz" allein. Aus der kurzen Fahrt zur Arbeitsstelle werden dann knapp zwei Stunden. Währenddessen informieren Fridas Nachbarn, die die Tochter schreien hören und mitbekommen haben, dass Frida das Haus verlassen hat, die Polizei. Nun beginnt für Frida ein Albtraum, denn es wurden neue Gesetze verabschiedet, die Fridas Handeln als Vergehen ahnden und ihr das Sorgerecht ihrer Tochter entziehen.  Frida wird auf "Vernachlässigung und Aussetzung" verurteilt und erhält als Auflage die Einweisung in das "Institut für gute Mütter", eine Besserungsanstalt, in der Mütter lernen sollen, sich adäquat um ihre Kinder zu kümmern und in den Augen des Staates eine gute Mutter zu werden. Frida durchläuft hier ein fast einjähriges Programm, in dem sie tagtäglich bewertet wird. Diese Bewertungen werden die maßgeblichen Entscheidungsgrundlage des Gerichts bilden, ob Frida das Sorgerecht zurück bekommt. Trainiert wird anhand einer KI-Puppe, die Frida durch die Monate täglich begleitet. Die Puppe ist angepasst an das Alter und das äußere Erscheinungsbild ihrer Tochter. Schon bei der Einführung wird den Müttern mantramäßig der Satz "Ich bin eine schlechte Mutter, aber ich lerne, eine gute zu sein." eingebläut. Es beginnt eine Zeit der absoluten Überwachung und Bewertung. Neben Nervenzusammenbrüchen, Flucht aus der Anstalt, aber auch gegenseitiger Unterstützung versuchen die Mütter die Zeit zu überstehen, denn nur wer das Trainingsprogramm durchhält, hat eine Chance darauf, sein Kind wiederzusehen... Jessamine Chan hat hier einen dystopischen Roman geschrieben, in dem sie einen totalen Überwachungsstaat über Mutterschaft und Kindeswohl thematisiert. Das Thema hat sehr viel in mir ausgelöst, insbesondere der Umgang mit Mutterschaft sowie die Bewertung, wie eine "gute Mutter" zu sein hat und welche menschenverachtenden Maßnahmen ergriffen werden. Frida, die Protagonistin, empfand ich zunächst als stark bagatellisierend und abwehrend bezüglich ihrer "Tat", was sich irgendwann komplett in das Gegenteil umzukehren schien und sie von Schuldgefühlen regelrecht zerstört wirkte. Im großen und Ganzen kam ich ihrem Charakter aber nicht nahe. Insgesamt fand ich den Roman und insbesondere das Thema sehr spannend, wobei zwischendurch die Zeit im Institut meiner Meinung nach ein wenig zu sehr ausgeschmückt wurde. Das hätte für mich auch etwas kürzer sein können und dafür intensiver auf die Zeit danach eingegangen werden können. Trotz alledem kann ich den Roman durchaus empfehlen - insbesondere wenn ihr euch für Dystopien interessiert.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
15. Feb.
Rating:4

8/10 erschreckende Zukunftvision oder doch schon Realität?

Das Buch „Institut für gute Mütter“ von Jessamine Chan ist ein eindringlicher und zugleich verstörender Roman, der eine erschreckend realistische Zukunftsvision zeichnet. Die Geschichte folgt einer Mutter, die nach einem drastischen Fehler in eine Einrichtung eingewiesen wird, in der sie lernen soll, den gesellschaftlichen Vorstellungen einer „idealen“ Mutter zu entsprechen. Ich brauchte am Anfang etwas Zeit um in das Buch reinzukommen und hatte erst Probleme die Protagonistin anzunehmen. Anfangs fand ich die Vorstellung einer solchen Einrichtung und dem dazugehörigen Programms eher absurd doch umso weiter ich im Buch voranschritt, desto bewusster wurde mir, dass wir uns dieses Konstrukt schon längst erbaut haben. Zwar gibt es diese Einrichtungen und die Programme nicht wirklich, jedoch verlangt die Gesellschaft schon jetzt ein Übermaß an Perfektion, erst recht von Frauen. Gerade wenn es um die Kindererziehung geht hat jeder etwas zu sagen und meistens trifft es die Frau dabei, denn: die Aufopferung des eigenen Lebens und die perfekte Umsetzung der Erziehung ist ja wohl das MINDESTE was von einer Frau verlangt werden kann wenn sie ein Kind bekommt, oder?

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
12. Feb.
Rating:2.5

In der Geschichte wird einer Mutter ihr 18 Monate altes Kind weggenommen, weil sie es allein Zuhause gelassen hat. Im Institut für gute Mütter soll sie dann anhand einer KI Puppe die aussieht wie ihr Kind???!!! lernen eine gute Mutter zu werden und beweisen, dass sie würdig ist ihr Kind wieder zubekommen. Wie dort und auch im Vorhinein mit ihr umgegangen wird ist furchtbar. Das Buch spielt in einer zukünftigen Welt in der durch gute Kindererziehung sämtliche gesellschaftlichen Probleme verhindert werden sollen. Die Praktiken sind dabei jedoch absurd und fernab jeder Logik. Das Buch ist zwar irgendwie spannend, zieht sich aber etwas in der Mitte und ist für mich nur schwer zu ertragen gewesen, von der Handlung. Das Ende hat alles nur schlimmer gemacht...

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
7. Jan.
Rating:4

Institut für gute Mütter von Jessamine Chan Dieses Buch hat mich auf eine unangenehme, aber sehr wirkungsvolle Weise beschäftigt. Institut für gute Mütter erzählt von einer Gesellschaft, in der Mutterschaft nicht mehr privat ist, sondern überwacht, bewertet und sanktioniert wird. Im Mittelpunkt steht eine Mutter, die nach einem Fehlverhalten ihr Kind verliert und in einem staatlichen Programm beweisen muss, dass sie „würdig“ ist, Mutter zu sein. Was zunächst nach einer dystopischen Zuspitzung klingt, fühlt sich beim Lesen erschreckend nah an unserer Realität an. Besonders beeindruckend fand ich, wie das Buch zeigt, wie subtil Kontrolle funktioniert. Es geht nicht um offene Gewalt, sondern um ständige Beobachtung, Bewertungen, Protokolle und Erwartungen. Die Protagonistin steht unter permanentem Druck, jede Regung, jedes Gefühl und jede Reaktion zu rechtfertigen. Dabei wird deutlich, wie schnell Fürsorge in Überwachung kippen kann und wie hart gesellschaftliche Maßstäbe gegenüber Müttern sind – vor allem, wenn sie nicht perfekt funktionieren. Institut für gute Mütter ist für mich ein wichtiges Buch. Es stellt unbequeme Fragen über Mutterschaft, Schuld, Kontrolle und gesellschaftliche Erwartungen und lässt einen damit nicht so schnell wieder los. ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
21. Sept.
Ein wirklich erschütterndes Gedankenexperiment
Rating:4.5

Ein wirklich erschütterndes Gedankenexperiment

Das Buch hat mich richtig mitgenommen. Die Geschichte dreht sich um Frieda, eine Mutter, die nach einem folgenschweren Fehler in ein staatliches Programm gesteckt wird, das darüber entscheidet, ob sie eine „gute“ Mutter ist. Mit allen Konsequenzen für ihre Beziehung zu ihrem Kind. Beim Lesen war ich oft erschrocken, teilweise richtig wütend und an anderen Stellen auch sehr traurig. Es ist eine Geschichte, die einem unter die Haut geht, sehr bewegend und gleichzeitig spannend erzählt. Ich selbst bin keine Mutter und schon für mich war es extrem intensiv. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie sehr das Buch Mütter noch einmal berühren muss. Eine klare Empfehlung.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
25. Aug.
Rating:4

Eine Geschichte, die einen berührt und gleichzeitig das gruseln lehrt. Eine Dystopie, die mir mit einem Blick nach draussen gar nicht mal so unwahrscheinlich erscheint.

Frida ist geschieden. Sie hat das geteilte Sorgerecht mit dem Vater. Sie hat eine zweijährige Tochter. Beim Versuch, alles unter einen Hut zu bringen, den Schmerz, betrogen und verlassen worden zu sein, zu überwinden und einfach zu funktionieren, hat sie wie viele andere auch einen schlechten Tag. Ihre Tochter ist krank. Sie schreit und Frida möchte nur kurz Ruhe haben. Nur eine Stunde. Was soll da schon passieren? Viel, und ihr wird die Tochter weggenommen. Eine wirklich eindringliche Geschichte, die den Lesern ihre Vorurteile vor Augen führt. Bis zum Schluss weiss ich auch nicht, was ich von der Protagonistin halten soll. Sie ist doch so distanziert. Aber trotz all ihrer Fehler ist die Ungerechtigkeit, die ihr geschieht, zum Verzweifeln. Bis zum Schluss habe ich mitgefiebert. Ich habe gehofft, dass sich jemand erbarmt. Auch die anderen Frauen hatten keine schwarz-weißen Charaktere. So ist es auch im wahren Leben. Es ist eine beeindruckende Geschichte, die aus einem neuen Blickwinkel erzählt wird.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
2. Aug.
Rating:2

Naja, leider enttäuschend

Diesem dystopischen Bildungsroman liegt eine fantastische Idee zugrunde: Die alleinerziehende Frida ist mit ihrem schreienden Baby (und ein bisschen mit ihrem Leben) überfordert, wie man es halt so ist als junge Mutter. Sie lässt die kleine Harriet kurz alleine zu Hause, was sie nicht hätte tun sollen. Jemand aus der Nachbarschaft verständigt die Polizei - ein Albtraum beginnt: Frida verliert die Obhut und wird in das Institut für gute Mütter eingeliefert, wo sie während der Dauer eines Jahres und mithilfe einer KI-Puppe eine bessere Mutter werden soll. Das Jahr im Institut wird dann ein bisschen gar lang, explizit und ausführlich beschrieben: Und trotzdem gelingt es der Autorin, Jessamine Chan, die aktuellen Fragen rund um Mutterschaft, Erziehung, Doppel- und Dreifachbelastungen und Frausein aufzugreifen und beiläufig brillant abzuhandeln. Lesenswert 👍👍👍

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
24. Juli
Rating:3

Da bin ich sehr zwiegespalten am Ende…

…ich habe jetzt am Ende wirklich keinen Charakter für den ich wirklich Verständnis aufbringen könnte. Der „wirklich schlechte Tag“ von Frida geht nunmal auch einfach gar nicht - egal wie geschlaucht ich bin, ich lasse meine Tochter nicht zwei Stunden alleine. Die Konsequenz im Anschluss: völlig absurd. Das zeigt wieder, jedes Extrem, egal in welche Richtung ist hoch problematisch. Ich hatte mir im Vorfeld etwas ganz anderes erwartet, dennoch fand ich es stellenweise interessant - absurd, aber interessant. Die dargestellte totalitäre Überwachung der Mutterschaft ist beängstigend….andererseits leben wir aktuell in einer Gesellschaft in der jeder ohne Wenn und Aber Kinder in die Welt setzen darf, man aber für einen Hund einen Führerschein haben muss - auch irgendwie absurd. Ich bin unschlüssig und eine Bewertung fällt mir schwer.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
23. Juli
Rating:2

Blutleere Dystopie über Mutterschaft

Was macht eine gute Mutter aus? 24/7 für das Kind da zu sein? Oder sich bei Überforderung Hilfe zu holen? Fest steht auf jeden Fall, dass Mütter es niemandem recht machen können, egal wie und was sie tun! Und Frida ist die Personifikation dieser Ungerechtigkeit. „Ich bin eine schlechte Mutter. Aber ich habe gelernt, eine gute zu sein.“ dieser Satz läuft wie ein Mantra über Fridas Lippen, während sie im Institut für gute Mütter umerzogen wird. Wie kam es dazu? Sie hat, einen schlechten Tag gehabt – so drückt sie es zumindest aus und aus dem plötzlichen Bedürfnis heraus Zeit nur mit sich selbst zu verbringen, hat sie ihre Tochter, die noch keine zwei Jahre alt ist, über 2 Stunden, alleine in der Wohnung zurückgelassen. Was sie als kleinen Fehler bezeichnet, ist für die Kinderschutzbehörde ein großes Vergehen und so wird sie angezeigt und das Kind an den Vater übergeben, mit dem sich Frida das Sorgerecht teilt. Gust lebt mit seiner jüngeren Freundin Susanna und mit der er seine Frau schon in ihrer Schwangerschaft betrogen hat, ein selbstgerechtes Leben. Beide kümmern sich nun um die kleine Harriet die sich zunehmend von Frieder entfremdet. Diese wird verurteilt, ein Jahr lang im Institut für gute Mütter zu lernen, wie sich eine selbige verhalten soll. Das Institut entpuppt sich als Umerziehungsanstalt, in der Willkür und unmenschliche Methoden, Frauen lehren soll was Kinder brauchen. Sowohl die Art und Weise, als auch Erziehungsziele sind so absurd, teilweise unerreichbar und auf jeden Fall widersprüchlich, dass ich gekocht habe vor Wut beim Lesen. Als Übungobjekt bekommen die Frauen K.I. gesteuerte (und ihren eigenen Kindern sehr ähnliche) Puppen, die man auf den ersten Blick mit echten Menschen verwechseln könnte. Diese dienen nicht nur dem Training, sondern können an die Aufseherinnen auch Daten übermitteln. Die unterschiedlichen Lektionen haben einen Wettbewerbscharakter, in den sich die Frauen weitestgehend fügen, damit sie ihre eigenen Kinder wiederbekommen. Dieses dystopische Szenario könnte einen interessanten Hintergrund für einen gut ausgearbeiteten Plot bieten. Am Anfang war ich sehr an Atwoods „ Report der Magd“ erinnert und auch „1984“ von Orwell lässt grüßen, doch an diese Meisterwerke reicht Chans Roman nicht ran. Über 400 Seiten lang sind wir in erster Linie Beschreibungen ausgesetzt. Wir lernen, was die Frauen sagen, machen und denken sollen und wie die Aufseherinnen dieses umsetzen. An Brutalität fehlt es genauso wenig wie an Unfähigkeit und Unkenntnis über die Entwicklung von Kindern. Mir ist bewusst, dass das gewollt war, doch wirkte es auf mich sehr konstruiert. Und so liest sich das Buch eher wie eine Gebrauchsanweisung mit passiv - aggressivem Unterton, denn wie ein Roman. Die feministische Botschaft ist sehr plakativ und unübersehbar. Wie ich eingangs schon erwähnte, geht es hier um die Sicht auf Mutterschaft und die Erwartungen, die gesellschaftlich an Frauen gestellt werden, aber unerreichbar erscheinen. Das zeigt die Autorin schon sehr deutlich, in dem sie die Protagonistinnen Situationen aussetzt, die ambivalent und utopisch sind. Sie macht es sich meiner Meinung nach aber zu einfach. Es fehlt die Raffinesse und die literarische Qualität. Es gibt niemanden in dieser Geschichte, für den ich nur annähernd Verständnis aufbringen konnte. Auch in Frida, die ihr Kind anfangs über 2 Stunden alleine ließ und das als Versehen abtun wollte konnte ich mich nicht rein fühlen. Ich habe Kontakte zum Jugendamt und habe gefragt, wie man hier verfahren würde und mir wurde bestätigt, dass man der Mutter das Kind erst mal entzogen hätte. Also keine Überreaktion von Seiten der Kinderschutzbehörde in diesem Buch und keinesfalls ein kleines Vergehen– was allerdings danach kommt, wäre in Deutschland so nicht möglich. Auch emotional hat Frida nicht gerade dazu beigetragen, eine Verbindung zum Geschehen herzustellen. Ich fand sie selbstbezogen und in Sorge um ihre eigenen Gefühle. Erst zum Ende hin habe ich eine Ahnung davon bekommen, dass sie sich auch um die Gefühle ihres Kindes und ihrer Puppe bemüht. Leider sind alle Personen kalt, abweisend und ICH-bezogen. Da nutzt auch die ein oder andere gewollt erotische Szene nichts, die ich übrigens eher abstoßend als anziehend fand was weniger an den Szenen an sich als an ihrer literarischen Umsetzung lag. Jegliches tun wirkte, als hätte ein DEMENTOR ihm das Leben ausgesaugt. Natürlich wollte ich wissen, wie die Geschichte ausgeht und habe deshalb tapfer bis zum Schluss ausgehalten. Gelohnt hat sich das tatsächlich nicht, denn auch das Ende ist so wenig mitreißend wie der ganze Rest. Ich kann also keine wirkliche Empfehlung aussprechen, könnte mir aber vorstellen, dass das Buch bei Fans von feministischen Dystopien positive Resonanz hervorruft.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
29. Juni
Rating:4

Das Buch macht was mit einem. Wenn man selbst Kinder hat erkannt man sich oft selbst in manchen Situationen. Der Gedanke daran, dass man selbst wegen eines solchen "vergehen" am eigenen Kind in das Institut für gute Mütter muss ist erschreckend. Das Buch ist lesenswert und regt definitiv zum Nachdenken an.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
29. Mai
Rating:4

Regt definitiv zum nachdenken an.

Ich hatte noch nie vom Buch gehört, hatte keine Erwartungen und bin positiv überrascht worden. Es ist eine Art Dystopie, wobei das nicht stimmt. Nur ein Teil ist dystopisch. Fakt ist aber, es hat mich sehr zum nachdenken angeregt. Denn ein Institut für Mütter, in dem an Puppen gutes Muttersein geübt wird.. das ist schon ein Ding. Kann das Buch gar nicht beschreiben. Man muss es einfach gelesen/gehört haben.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
26. Mai
Rating:3

Frida Liu hat einen "sehr schlechten Tag" als sie ihr Baby Harriett für mehrere Stunden allein lässt. Ihr wird direkt das Sorgerecht entzogen und sie kommt für 12 Monate in ein Trainings-/Bootcamp mit weiteren schlechten Müttern, die ihre Kinder mit Zigaretten verbrannt haben oder allein zur Schule gingen ließen. Ihnen werden lebensechte Puppen als "Übungsobjekte" vorgesetzt, die u.a erst von den Gruppenleiterinnen geschlagen werden, damit die schlechten Mütter innerhalb weniger Minuten unter Beweis stellen können, dass sie ihre Kinder auf (für das Institut angemessene Weise) trösten können. Eindringlich und mit knapper, nüchterner Sprache schildert die Autorin in diesem dystopischen Roman die harte Realität vieler Mütter: Sie können nur verlieren. Leider ist es mir aufgrund der knappen Sätze und der Emotionslosigkeit nicht gelungen, dem ganzen Geschehen innerhalb des Institutes folgen zu können. Es brodeln viele kleinere Konflikte innerhalb der Frauengruppen, die aber nur in Nebensätzen als Rückblende erwähnt werden. Deswegen ist mir die ganze Handlung etwas zu sehr an der Oberfläche geblieben.

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The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
12. Mai
Ich bin selbst keine Mutter. Doch dieses Buch trifft einen Nerv mit voller Wucht.
Rating:5

Ich bin selbst keine Mutter. Doch dieses Buch trifft einen Nerv mit voller Wucht.

Chan erzählt von einer Welt, in der Mutterschaft nicht mehr privat ist, sondern beobachtet, reguliert und bewertet wird. Eine Welt, in der der kleinste Fehler reicht, um zur Gefahr für das eigene Kind zu werden. In dieser dystopischen Realität übernimmt der Staat die Kontrolle. Und plötzlich bedeutet Muttersein nicht mehr Nähe und Fürsorge, sondern Disziplin, Technikgläubigkeit und absolute Anpassung. Die Prüfungen, denen die Mütter unterzogen werden, folgen der Logik einer kalten, digitalen Effizienz. Eine KI-gesteuerte Puppe ersetzt das Kind – sie misst Sprache, Reaktionen, sogar Puls und Blickverhalten. Gefühle werden in Daten verwandelt. Zuneigung ist nur gültig, wenn sie korrekt ausgeführt wird. Und wer nicht funktioniert, verliert. Chan greift dabei tief in die gesellschaftliche Wunde: Wer gilt als „gute Mutter“? Wer bekommt Vertrauen und wer wird kontrolliert? Rassismus, soziale Ungleichheit und patriarchale Machtstrukturen sind in dieser Geschichte keine Randthemen, sondern das Fundament des ganzen Systems. Ein kluges, erschütterndes Buch –und ein Weckruf für die Gesellschaft. Für mich ein absolutes Lese-Highlight: dystopisch, feministisch und relevant.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
26. Apr.
Rating:4

📚 Inhalt Frida begeht einen Fehler, der ihr Leben komplett auf den Kopf stellt. Sie lässt ihr Baby Harriet alleine Zuhause. Frida konnte das schreien ihrer Tochter nicht mehr aushalten und wollte sich eine halbe Stunde Ruhe gönnen. Doch ihre Tat bleibt nicht unentdeckt, denn die Nachbarinnen alarmieren die Polizei. Und so beginnt Fridas Ausbildung im «Institut für gute Mütter». Die schlechten Mütter, die dort landen, müssen sich einem extremen Bildungsprogramm unterordnen und lernen an humanoiden Robotern, eine gute Mutter zu sein. Dabei stehen die schlechten Mütter unter enormem Druck, da sie ihre leiblichen Kinder nicht sehen dürfen und unklar ist, ob sie sich je wieder um ihre Kinder kümmern dürfen. Frida muss ein Jahr im Institut verbringen. Eine lange Zeit, ohne Harriet sehen zu dürfen. Aber das ist nicht die einzige Herausforderung, denn eine gute Mutter sollte sich selbst fast komplett vergessen. 📖 Meinung Das Buch wurde mir von reado vorgeschlagen und das war nach längerer Zeit wieder mal ein Vorschlag, der super gepasst hat. Ich fand Fridas Geschichte von Anfang an super spannend und konnte mir nicht vorstellen, wie sie sich fühlen muss. Für mich wurden die Gefühle von Frida sehr gut transportiert und ich konnte die Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Frustration sehr gut nachvollziehen. Frida teilt immer wieder Gedanken, die mich auf den ersten Blick abgestossen haben. Aber, überlegt man sich, in welcher Situation Frida ist, fand ich ihre Gedanken und Handlungen legitim. Sie würde alles tun, um ihre Tochter wieder zurück zu bekommen und sie endlich wieder sehen und berühren zu dürfen. Aber auch ihre Beziehung zu ihrer humanoiden «Tochter» hat mich gefesselt. Generell finde ich das Thema sehr interessant. Wie wäre es, wenn sich der Staat tatsächlich so sehr in die Kindererziehung einmischen würde? Natürlich, Frida hätte ihre Tochter nicht alleine Zuhause lassen dürfen. Aber dass sie danach direkt ihr eigenes Kind ein Jahr nicht sehen und kaum mit ihr telefonieren darf? Das ist sicherlich too much. Doch genau diese Gedankenspielereien gefallen mir gut. Ich mag dystopische Bücher mit Realitäten, die gar nicht so weit weg von unserer sind. Ich kann das Buch wirklich nur weiter empfehlen, ich war super unterhalten und war sehr interessiert.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
7. Apr.
Rating:3

Den Plot an sich fand ich gut, zeigt er doch sehr anschaulich was passieren kann, wenn sich Politik zu sehr ins Private einmischt. Allerdings bleibe ich hier gespalten zurück: Die Protagonistin hat mich genervt, vor allem, weil sie ihre Tat herunter spielt und sich als Opfer sieht. Auch hatte mir das Buch zu viele Längen und ich hab mir nach vielen positiven Stimmen einfach etwas anderes erwartet.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
2. Apr.
Rating:4

Ein richtig schlechter Tag und dann...?!

Puh, was für ein Buch! Ich habe das Buch gerade beendet und meine Gedanken kreisen noch. Die 39jährige Frieda hat einen "richtig schlechten Tag" und lässt ihre Tochter Harriett unbeaufsichtigt Zuhause . Als Konsequenz muss sie im "Institut für gute Mütter", einer staatlichen, absoluten Institution, ihre Fähigkeiten als Mutter unter Beweis stellen. Das Buch zeichnet eine dystopisches Szenario von einer Welt, in der die Frauen als perfekte Mütter funktionieren müssen. Der Roman ist auf eine erschreckende und aufrüttelnde Art und Weise absolut spannend. Klare Leseempfehlung, aber definitiv nichts zur leichten Unterhaltung.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
16. März
Rating:2

2,5 ⭐️ Das ganze, lange Buch hoffte ich auf eine Wiedervereinigung zwischen Mutter und Tochter. Am Ende kam sie, aber auf eine unbefriedigende Art und Weise. Frida, eine 36-jährige, alleinerziehende Mutter, chinesischer Herkunft, lebt in Amerika. Eines Tages hat sie „einen richtigen schlechten Tag“ und lässt ihre etwas über 1 Jahr alte Tochter Harriet für fast 2h allein daheim, um Unterlagen in der Arbeit zu holen. Nachbarn hören das Kind schreien, rufen die Polizei und Frida wird das Sorgerecht entzogen. Harriet kommt zu ihrem Vater, der mittlerweile mit einer neuen Frau zusammenwohnt, mit der er Frida betrogen hat. Für Frida beginnt nun der Kampf um ihre Tochter. Nach einem schon äußerst unfairen Prozess durch das Jugendamt, wird sie vom Gericht in ein neues, von der Regierung entwickelte Programm gesteckt: Das Institut für gute Mütter. In einer Mischung aus Schule, Gefängnis und Umerziehungscamp soll sie innerhalb eines Jahres lernen eine gute Mutter zu werden. Wer oder was ihr dabei helfen soll ist Emanuel, ihre „neue Tochter“ - eine Puppe, die KI gesteuert ist. Sie wird von der Puppe und dem Institut in jeder Sekunde überwacht, ihre Wörter werden gezählt, sie wird gefilmt, ihre Körpertemperatur und -sprache wird auf das kleinste Detail analysiert. Sie hat null Privatsphäre und der Unterricht ist emotional und körperlich teilweise Folter. Schlimm sind auch die Wärterinnen in ihren rosa Umgängen, die keine Gnade mit den Müttern haben. Um Lektionen zu bestehen werden 100% erwartet. Körperliche Nähe zu anderen Müttern und später auch Vätern, die in einem benachbarten Institut untergebracht sind, wird bestraft. Die Geschichte zieht sich sehr lange. Es ist zwar gut geschrieben, doch inhaltlich verfolgt die Autorin keine mir ersichtliche klare Linie. Am Ende kommt bei mir nur an: Der einzige Weg um endlich wieder sein (Mutter-)Glück zu finden, ist, die Regeln zu brechen. Frida hat bis auf ihren Fehler an ihrem „richtig schlechten Tag“ die Regeln so gut es geht eingehalten, doch es hat ihr ihr Kind nicht zurückgebracht. Was mich zudem gestört hat: In dem Buch urteilen nur Frauen über das Schicksal von Frauen - in einer besonders herzlosen Härte. Es ist nicht klar, ob die Wärterinnen selbst Mütter sind. Versprechen werden ständig gebrochen. Die KI Kinder sind gruselig. Die echten Kinder werden durch die Abwesenheit ihrer Mutter wohl mehr geschädigt als mit ihnen. Die Vergehen der Mütter im Institut sind fast alle lapidar gering. Eine Mutter ist z.B. da, weil sie ihr Kind alleine im Hinterhof hat spielen lassen. Und insgesamt wird suggeriert: Eine gute Mutter muss perfekt sein. Das ist vor allem konservativ, sie darf keine Schwächen oder Emotionen offen zeigen, keine eigenen Bedürfnisse haben, sie muss gut kochen können, ständig lächeln und ihr Leben zu 100% nach ihrem Kind ausrichten. Ich würde das Buch nicht empfehlen, es würde sich aber für einen Buchclub gut zum diskutieren eignen.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
30. Jan.
Rating:1

Gute Idee, aber

Gute Mütter ohne Fehler sind Mangelware und endlich greift das Jugendamt durch. Eine gute Idee, die überspitzt umgesetzt wurde, aber durch die nervige und jammernde Hauptfigur, die mit ihrem Leben überfordert wirkt, kommt kein Mitgefühl und keine Nähe auf. Daher eher anstrengend und enttäuschend

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
1. Jan.
Rating:4

Das war ein wilder Ritt und ich war keine Minute lang nicht unterhalten! Dieses Buch liest sich wie eine Staffel Orange is the new Black, nur ohne den Witz dahinter und mit gruseligen, fast menschenähnlichen Puppen. Eine bitterböse Gesellschaftsstudie, die mich noch mehr an der Menschheit hat zweifeln lassen. CN: Gaslighting, Suizid, selbstverletzendes Verhalten, Rassismus, Misogynie

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
27. Dez.
Rating:2

Gute Idee, nicht ansprechender Schreibstil

Ich lese Romane nicht nur der Handlung wegen sondern auch wegen des Schreibstils und gut ausgereifter Charaktere. Beides hat mir bei diesem Buch gefehlt. Der Schreibstil ist stakkatohaft und die Charaktere sehr einseitig. So eine spannende Idee, aber leider fehlt einiges für mich um 5 Sterne zu vergeben.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
6. Dez.
Rating:3.5

Ein Buch mit vielen guten Denkanstößen, das mich durch teilweise fragwürdige Aussagen bzw. Ansichten aber sehr ambivalent und unschlüssig zurücklässt

Jessamine Chan beschreibt in ihrer Dystopie eine Welt, in der Mütter und Väter für ihr Versagen als Eltern gegenüber ihrer Kinder ein Programm durchlaufen müssen, um am Ende eine bessere Mutter, ein besserer Vater zu sein. Dabei wird nicht unterschieden, was das jeweilige Elternteil getan hat - vom Vergessen, die Brotzeit mitzugeben, bis zum Schlagen und Vernachlässigen von Kindern ist alles dabei. So landet auch Protagonistin Frida in dem Programm für schlechte Mütter. Sie hat ihre 18 Monate alte Tochter über zwei Stunden alleine zuhause gelassen, um sich mit dem Auto kurz einen Kaffee zu holen, etwas auf ihrer Arbeit mitzunehmen und dabei die Zeit zu vergessen. Und hier sind wir schon beim Punkt, der mich wahnsinnig gestört hat. Diese Tatsache wird das gesamte Buch über als "besonders schlechter Tag" abgetan und relativiert, indem schlimmere Vergehen wie körperlicher Missbrauch dem gegenüber gestellt werden. Frida fühlt sich immer wieder ungerecht behandelt, da sie ja im Vergleich zu anderen nichts schlimmes getan hat und das jedem passieren könnte. Nein, es ist m.M.n. kein leichtes Vergehen, seine nicht einmal zweijährige Tochter so lange komplett unbeaufsichtigt alleine zurück zu lassen. Stellt sich nun die Frage, ob Fridas "Strafe" - das Institut für gute Mütter - gerechtfertigt ist. Das Buch und das Setting werfen viele extrem interessante Denkanstöße in den Raum: Was ist eine gute Mutter? Wie geht man mit bestimmten Situationen "richtig" um? Wer darf darüber entscheiden, welche Tat so schlimm ist, dass Eltern ihr eigenes Kind weggenommen wird? Ist es für das Kind besser, aus der Familie gerissen zu werden oder sind die eigenen Eltern nicht vielleicht doch die bessere Wahl? Wer hat überhaupt das Recht, darüber zu urteilen, wie Eltern in bestimmten Situationen handeln? Und wer hat das Recht zu entscheiden, bei wem ein Kind am besten aufgehoben ist? Dieser Aspekt des Buches hat mir wahnsinnig gut gefallen. Zudem versprühte das Setting des Buches leichte Vibes von "A Clockwork Orange" und "Einer flog über das Kuckucksnest". Ich bin mir unschlüssig, was die Autorin mit dem Werk aussagen möchte und finde es teilweise sehr fragwürdig, welche Dinge uneingeorndet im Text stehen bleiben. Dadurch kann ich das Buch nicht zu hundert Prozent empfehlen. Sicherlich ist es aber eine hervorragende Diskussionsgrundlage zu oben genannten Fragestellungen/Themen und wer sich seine eigenen Gedanken dazu machen möchte, wird hier gute Impulse finden.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
23. Nov.
Rating:2.5

Böser Perfektionismus, guter Perfektionismus?

Mann, ich hab mich durch das Hörbuch ganz schön durchgequält und frage mich jetzt schon: Wozu eigentlich ? Der Grund war die Hauptprotagonistin Frida, die mich in ihrem Selbstmitleid, ihre Emotionalität so genervt hat, dass ich mich oft dabei ertappte, den Trainerinnen des dystopischen Mütter-Trainings-Camps zustimmen zu wollen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht die Absicht der Autorin war. In diesem Buch wird die Erwartungshaltung an Mütter kritisiert, die vor allem in den USA, wo fundamentale Christen mehr und mehr an Macht gewinnen, auch tatsächlich zunehmend unrealistisch perfektionistischen Ansprüchen genügen muss. Meiner Ansicht nach hat Jessamine Chen dem aber ihre, genauso toxische, Vorstellung von perfekter Mutter in Gestalt der Protagonistin gegenüber gestellt. Eine Frau, die ihr Kind immer und überall bedingungslos liebt. Die jede Sekunde (Zitat) an ihre Tochter denkt und ohne diese nicht mehr existiert. Eine Frau, deren gesamter Lebensinhalt ihre Kinder sind. Die stets mitfühlend und verständnisvoll und liebevoll mit all ihren Mitmenschen ist. Die sich unablässig selbst kritisiert und mit Vorwürfen kasteit. Die in jedem Moment leidet. Und dies auch ununterbrochen kundtut. Und wenn sie dann in Telefongesprächen mit ihrer 18Monaten alten Tochter wieder und wieder sagt, wie sehr sie sie vermisst und wie leid es ihr tut und dass sie wisse, wie traurig diese Tochter doch sei, dann frage ich mich, wessen Bedürfnis sie da eigentlich befriedigt? Ihrer Tochter bürdet sie damit eine unglaubliche Last auf. Und wenn sie ihr Vergehen ( ihre 18 Monate alte Tochter 2,5 Stunden allein in der Wohnung gelassen zu haben!!!) immer als wirklich schlechten Tag bezeichnet und glaubt, dass die anderen Mütter doch viel Schlimmeres getan hätten, dann stirbt in mir das letzte bißchen Mitgefühl für diese Frau. ⭐️⭐️

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
16. Sept.
Spannende, z.T. langatmige Geschichte, dennoch klare Leseempfehlung! 🤗
Rating:4

Spannende, z.T. langatmige Geschichte, dennoch klare Leseempfehlung! 🤗

Ich habe das Buch gern & schnell gelesen, jedoch muss ich sagen, dass mir der Mittelteil zu langatmig war. Die Beschreibungen der Lektionen der Mütterschule wurden mir irgendwann zu detailliert, da man sich das Setting bereits gut vorstellen konnte. Schöne Mutter-"Tochter"-Beziehung zwischen Frida und Emmanuelle, sehr gut gelungen und feinfühlig eingearbeitet. Auch die anderen Figuren im Buch bekamen eine nachvollziehbare Gestalt und man konnte sich gut vorstellen, wie Fridas Umfeld auf sie wirkt. Spannend fand ich auch die psychische Entwicklung von Frida im Laufe des Buches, zudem die aufmerksame, intersektionale Schreibperspektive - sehr gut gelungen. Eine klare Lese-Empfehlung! ✨️

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
1. Juli
Rating:4

In „Institut für gute Mütter“ begleiten wir Frida durch eine Welt, in der sich Eltern, die durch den Staat als „schlechte Eltern“ eingestuft werden, in Erziehungsanstalten rehabilitieren können. Jessamine Chan hat mit diesem Buch eine erschreckende, interessante und durchweg spannende Geschichte geschaffen. Der relativ nüchterne Schreibstil hat mir im Zusammenhang mit der emotionsgeladenen Thematik sehr gut gefallen.Dennoch konnte man sich gut in Frida hineinversetzen und, auch wenn ich viele ihrer Handlungen nicht gutheißen konnte, konnte ich nachvollziehen, warum sie bestimmte Dinge getan hat. Allerdings, so nah ich Frida war, so unnahbar blieben für mich die anderen Charaktere. Dadurch, dass man nur aus Sicht der Protagonistin liest, erfährt man wenig bis nichts über die Gedanken- und Gefühlswelt der anderen Charaktere, wodurch diese relativ blass bleiben. „Institut für gute Mütter“ hat mich gut unterhalten und ich bin relativ schnell durchgekommen. Man sollte beim Lesen allerdings in der richtigen mentalen Verfassung sein, da das Buch, meinem Empfinden nach, eine durchweg deprimierende Grundstimmung hat. Es handelt sich definitiv nicht um ein Gute-Laune-Buch.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
27. Mai
Rating:4

Ein „richtig schlechter Tag“ sieht für jeden von uns anders aus. Wie ein, oder vielmehr DER „richtig schlechte Tag“ für Frida aussieht, können wir schon anhand des Klappentextes erahnen. Das Baby schreit und schreit und schreit und Frida möchte nichts weiter, als etwas Ruhe, einen Kaffee, ein paar Minuten Zeit allein. Doch aus ein paar Minuten werden Stunden, genau genommen zweieinhalb. Die Konsequenzen ihres Handelns? Ein Jahr Lehranstalt, ein Jahr wenig oder kein Kontakt zum Kind, ein Jahr um eine „gute Mutter“ zu werden. Sowohl Thema als auch Schreibstil fand ich im Großen und Ganzen gelungen. Die wiederholten Ausführungen über Fridas Tochter sind verständlich und thematisch passend, machen einige Passagen allerdings etwas langatmig. Nichtsdestotrotz konnte ich es kaum weglegen, da ich unbedingt wissen wollte, welche „Lehrmaßnahmen“ im Verlauf der Geschichte noch angewendet werden, um Mütter auf „den rechten Weg“ zu bringen. Schwierigkeiten hatte ich anfangs mit Fridas Charakter an sich. Während Glaubwürdig- und Nachvollziehbarkeit für mich beim Lesen von Romanen nicht an erster Stelle stehen, konnte ich unter keinen Umständen ihr Verhalten nachvollziehen, besonders in Anbetracht der Sorgerechtsregelung mit ihrem Ex-Mann. Doch so unsympathisch man sie am Anfang finden mag, kommt man nicht umhin, beim weiteren Lesen ein gewisses Maß an Mitgefühl zu empfinden. Denn was Frida und ihre Leidensgenossinnen in den nächsten Monaten er- und durchleben, kann kaum ein Mensch verdienen. Sicher kommt einem im Verlauf der Gedanke, dass all das doch schon sehr übertrieben ist, aber es ist nun mal dystopische Unterhaltungsliteratur und unterhalten hat mich der Roman definitiv. Und mal ehrlich, wer weiß schon wie unglaubwürdig und übertrieben diese Geschichte in 50 Jahren noch ist?

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
29. Apr.
Rating:3.5

Puuuuh, was für eine Geschichte.... Ich weiß noch nicht genau was sie mit mir macht, darum erstmal 3,5 Sterne... 29.04.2024

Meine Erwartungshaltung an die Geschichte und die tatsächliche Geschichte der Protagonistin gingen weit auseinander... Ich hatte erwartet, dass die Protagonistin "unschuldig" verurteilt wurde. Sie ließ aber ihr Baby für einen längeren Zeitraum allein Zuhause, weil sie als alleinerziehende, berufstätige Mutter überfordert war-und sie war nicht in Hörweite im Garten sondern auf der Arbeit und mit dem Auto unterwegs. (Ich kann die Überforderung nachvollziehen, aber ein Baby komplett unbeaufsichtigt zu lassen... Sorry, das geht halt nicht, von daher ist es gut, dass es dafür Konsequenzen gab... Jedoch ist die Frage, ob das "Institut für gute Mütter" mit ihrem negativen Merksatz und fragwürdigen Praktiken und Aufgaben der richtige Weg ist. Die Autorin bedient einige Klischees (kinderlose Aufseherinnen, die gefühlskalt und herzlos agieren und ja überhaupt keine Ahnung hätten was Mütter alles durchmachen müssen...Das Institut für gute Väter behandelt die Männer nicht so schlecht wie das weibliche Pendant...Das fand ich ein wenig unfair, weil ich glaube, dass Väter sich doch mehr beweisen müssen, um als genauso "wertvoll/gut" wie eine Mutter betrachtet zu werden, bei Müttern hat man da eher so ein "Vorschussvertrauen"... Meiner Meinung nach. ) Diese Thematik berührt bei mir wunde Punkte und es war mir im Vorfeld bewusst, dass ich das Buch vermutlich lieben oder hassen werde. Aber es ist tatsächlich ein "weder noch". Die Geschichte ist durchgehend spannend! Nach ca 2 Std des Hörbuchs hatte ich dann auch meinen Frieden mit Frida geschlossen, die mir wirklich unsympathisch war durch ihre Aktion (wieso hat sie sich nicht rechtzeitig Hilfe geholt?! Es gab so viele Möglichkeiten... Ja, sie hatte kaum noch Freundinnen dadurch dass alle Kinder bekamen, aber man kann sich ja auch Babysitter suchen, bevor es so extrem innerlich eskaliert). Zum Schluss mochte ich sie tatsächlich, aber hätte gehofft, dass sie weitsichtiger versucht Probleme zu lösen (ich möchte an dieser Stelle nicht spoilern). Ich würde dieses Buch Fans von Margaret Atwoods "Handmaid's Tale" empfehlen. Ich lasse das Buch sacken und höre es mir vielleicht noch einmal an, vielleicht empfinde ich das eine oder andere dann doch anders und kann ich dann eine bessere Bewertung abgeben. Lesenswert finde ich es schon sehr!!

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
22. Apr.
Rating:3

"Institut für gute Mütter" zeigt eine düstere Vision von einer Gesellschaft, in der die Regierung eine starke Kontrolle über die Betreuung von Kindern ausübt. Die Handlung Frida hat einen schlechten Tag: Sie hat seit Tagen nicht mehr richtig geschlafen, ihr Baby Harriet ist krank und sie hat noch eine Menge Aufgaben in ihrem Job zu erledigen. Als ihr auffällt, dass sie wichtige Unterlagen auf Arbeit vergessen hat, lässt sie ihre Tochter allein zurück. Ein Nachbar ruft die Polizei und Fridas Albtraum beginnt - sie verliert das Sorgerecht und muss sich für ein Jahr in eine staatliche Institution begeben, in der sie lernen soll, eine gute Mutter zu werden. Meine Meinung: Dieses Buch ist wirklich nichts für schwache Nerven. Die Szenen zwischen Frida und ihrer Tochter sind herzzerreißend und ich hatte während des Lesens einen Kloß im Hals. Die Schule, die die Mütter besuchen müssen, lässt einen sprachlos zurück. Ein absurder Kurs folgt dem Nächsten und die Betreuerinnen scheinen empathielos zu sein. Während meines gesamten Leseerlebnisses wurde ich mir nicht klar darüber, ob ich mit der Protagonistin Frida sympathisiere oder nicht. In weiten Teilen des Romans bleibt sie sehr distanziert. Und auch wenn dieses gesamte Konstrukt des Institutes absolut katastrophal ist, darüber muss man denke ich nicht diskutieren, hat mir dennoch eine Aufarbeitung von Fridas Verhalten gefehlt. Schließlich hat sie ihr Baby über Stunden allein Zuhause gelassen und dies wird im gesamten Buch von ihr selbst nur als ein „schlechter Tag“ abgetan. Ebenso finde ich, hat das Buch noch viel mehr aus seinem Potenzial machen können. Gerade im Hinblick auf das Ende, wurde ich als Leserin doch ziemlich ratlos zurückgelassen. Auch hier hätte ich mir mehr Aufarbeitung und einfach mehr Tiefe gewünscht. Insgesamt war es dennoch eine interessante Leseerfahrung. Die Handlung löst definitiv Emotionen aus.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
23. März
Rating:4

Wow, was für ein ergreifend das Buch. Die Geschichte des Romans zeigt auf jeden Fall dass wir das wertschätzen sollten was wir haben. Und nicht höher schneller weiter, denn das Leben kann sich ganz schnell ändern. In diesem Roman geht es um Kindesentzug mit dramatischen Folgen und eben dem Institut für gute Mütter.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
12. März
Rating:3.5

EINEN RICHTIG SCHLECHTEN TAG Einen solchen hat die 39jährige Frida Liu als aus dem Homeoffice in ihr Universitätsbüro fährt, um Unterlagen zu beschaffen und den Kopf frei zu bekommen und dabei ihre Tochter, die 18 Monate alte Harriet in einer Art Laufstahl allein zu Hause zurück lässt und diese solange schreit, bis eine Nachbarin den Notruf verständigt. Frida, die Tochter chinesischer Einwanderer, besitzt einen kulturwissenschaftlichen Universitätsabschluss und fasst wissenschaftliche Paper verschiedene Disziplinen für ihren Chef zusammen. Seit kurzem lebt sie getrennt von Gust, dem Vater von Harriet, der sich in eine jüngere Frau verliebt hat und teilt sich das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter mit ihm. Stress, Überforderung und Müdigkeit bringen Frida an diesem Wochenende, an dem Harriet aufgrund einer Erkrankung kaum geschlafen hat und Frida eine Deadline im Nacken sitzt dazu, nur „für 20 Minuten“ einmal rauszukommen. Aus den geplanten Minuten werden zwei Stunden, die mit einem Anruf der Polizei enden, dass man in ihre Wohnung eingedrungen sei und das vereinsamte Kind an sich genommen habe. Im weiteren Verlauf wird Frida – zuerst nur vorläufig - das Sorgerecht entzogen und Harriet lebt vorerst bei ihrem Vater und dessen Partner*in Susanna. In der Zeit bis zur gerichtlichen Entscheidung über das weitere Vorgehen soll Frida beweisen, dass sie eine gute Mutter und keine Gefahr für ihr Kind ist. Um die Daten für diese Entscheidung zu sammeln, wird sie fortan in ihrer Wohnung durch Videokameras überwacht, die jegliche Handlungen und Gefühlregungen aufzeichnen; sie muss im Rahmen von jeweils einstündigen, durch das Jugendamt begleitete Aufeinandertreffen mit Harriet, die immer wieder kurzfristig verschoben werden, beweisen, dass in der Lage ist, auf Knopfdruck mit ihrer Tochter in angemessener Weise umzugehen und ihre Biografie wird durchleuchtet. Am Ende zahlt sich der Verlust der Privatsphäre und ihrer Persönlichkeitsrechte nicht aus und das Gericht entzieht ihr das Sorgerecht für ihr Kind. Die einzige Möglichkeit, das rückgängig zu machen, so das Gericht, bestünde in einem einjährigen Seminar am titelgebenden „Institut für gute Mütter“. Hier sollen Frauen „wie Frida“, die als Gefahr für ihre Kinder eingestuft werden, lernen, ihre eigenen Bedürfnisse zurückzustellen, technisch-effizient Liebe auszustrahlen und das Kind adäquat zu behandeln. Besagtes Institut gleicht dabei eher einem Gefängnis: Die Frauen tragen Uniformen, werden bestraft, überwacht und entmündigt. Ziel ist es, im Jahr des Aufenthaltes in der Interaktion mit einer lebensechten KI-Puppe, die alles aufnimmt, zu beweisen, dass man den gesellschaftlichen Vorstellungen einer „guten Mutter“ gerecht werden kann. Jessamine Chan hat ein literarisches Gedankenexperiment darüber verfasst, was passieren würde, wenn in einer patriarchalen und rassistischen Gesellschaft das Wohl des Kindes zum obersten aller Werte ausgerufen werden würde. Vom Backlash in überholte Mutterschafts- und Weiblichkeitsbilder, einem durch Autoritäten und Insass*innen rassistisch und klassistisch geprägten Mikrokosmos und dem Bild, das wir von Kindern und Erziehung haben erzählt Chens Dystopie mit sachlich-distanzierter Sprache. Die Leser*innen erleben, wie Frida jede neue Demütigung und jeden neuen Tiefschlag akzeptiert, die eigene Würde dem Ziel unterordnet, ihr Kind zurückzuerhalten und sich zunehmend in das gesellschaftliche Narrativ fügt, dass die Daseinsberechtigung der Mütter im Wohl ihrer Kinder begründet liegt. Dabei beruht das zugrundeliegende Erziehungsideal keineswegs auf einer reinen und radikalen Form von Bedürfnisorientierung, als vielmehr auf einem sehr technokratischen Verständnis von Erziehung und Bindung. Für jede Emotion gibt es so die richtige Umarmung, mit der richtigen Länge; das Kind muss binnen zwei Minuten zum Einschlafen gebracht werden usw. So werden nicht nur die Mütter in Chens Roman entmenschlicht, sondern auch ihren Kindern wird keinerlei Individualität und unbestimmte Bildsamkeit zugestanden. Chans Dystopie ist eigentlich eine negative Geschichte weiblichen Empowerments, denn sie beginnt mit dem eigentlichen Akt des Aufbegehrens, in dem Frida sich den gesellschaftlichen Erwartungen permanenter, mütterlicher Verfügbarkeit entzieht. Der Roman bietet viele Ansatzpunkte, über Elternschaft, (antiasiatischem) Rassismus, Klassismus, Sexismus zu sprechen, krankt allerdings in meinen Augen ein wenig an genretypischen Aspekten. Zwar ist der Ansatz Chans, ihre Welt auf das Kindeswohl auszurichten origineller als (in meinen Augen) die x-te Neuauflage von „1984“, weist Parallelen zu Atwoods großartigen Romanen „Report der Magd“ und „Die Zeuginnen“, bedient das Erzählkonventionen des Gefängnisdramas und doch wirkte es punktuell auf mich, ähnlich wie bei anderen Dystopien, so, als müsse man zwingen in hoher Taktzahl, die eigene Einfallskraft in Form der nächsten skurrilen Eigenheit der beschriebenen Gesellschaft unter Beweis stellen. Aber das mag in Teilen auch meiner persönlichen Abneigung gegenüber diesem Gerne begründet sein, in dem „Das Institut für gute Mutter“ definitiv einen der besseren Plätze einnimmt und z.B. weitaus klüger daher kommt als vergleichbare Texte des Megaseller-Autors Dave Eggers. Aus dem Englischen von Friederike Höfert

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
13. Feb.
Rating:4

Fesselnd, kurzweilig und verstörend. Eine Dystopie im Stil von der Report der Magd. Hat mir gut gefallen, erschreckend war es die Abgründe der menschlichen Natur zu sehen. Und das alles gegen jeglichen Verstand. Ich hätte mir gewünscht, dass die Hintergründe, die Ursachen noch weiter aufgeklärt werden.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann
7. Feb.
Rating:4

So ein Buch hab ich noch nie gelesen. Noch nie hab ich beim Lesen mehr gefühlt.. Es geht direkt am Anfang los mit Wut, Traurigkeit und Unverständnis - als Frida ihre kleine Tochter alleine lässt. Im Mittelteil war ich dann einfach nur schockiert und entsetzt - als Frida wie ein Monster dargestellt wird und sie sich dem neuen System beugen muss. Der Teil betreffend Institut war etwas zu lang,zu nervig und zu Fantasy meiner Meinung nach..aber das Ende hat dann nochmal die Gefühlskeule ausgepackt und mich mit traurigem Herzen stehen gelassen. Ein tolles Buch, wenn man auf der Suche nach was anderem ist und den Institut-Teil überfliegt.

The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLE
The School for Good Mothers: ‘Will resonate with fans of Celeste Ng’s Little Fires Everywhere’ ELLEby Jessamine ChanHutchinson Heinemann