This version of the story might be viewed as an alternative with a more reasonable explanation as to what happened. Prophecies should be taken with a grain of salt and maybe the gods aren’t even real and maybe everything just was a horrible coincident. This could very well be a tale of what actually happened and then everything else was added after the fact and by people who foolishly believe in the old gods. But having a retelling of Oedipus without the incest feels kind of wrong. It‘s like retelling the story of the Trojan War without Helen and coming up with other reasons for everything. I really enjoyed A Thousand Ships by the author, but found this story lacking. I couldn’t build any connection to either Jocasta or Ismene and in the end it took way to long for me to finish the 300ish pages.
Schreibstil war nicht meins, aber interessant aufgebaut und ein gut gewähltes Ende
Ein Muss für Fans der Griechischen Mythologie
Die fünfzehnjährige Jocasta wird gegen ihren Willen mit dem König von Theben, Laius, verheiratet. Sie gebärt einen Sohn, der jedoch sofort weggebracht wird, da es sich angeblich um eine Totgeburt handelt. Jahrzehnte später leben im Palast von Theben Jocastas vier Kinder, die jedoch nicht der Ehe mit Laius entstammen, sondern aus einer zweiten Ehe mit einem viel jüngeren Händlerssohn aus Korinth. Auf die jüngste Tochter, Ismene, wird ein Mordanschlag verübt. Wer trachtet den Kindern Jocastas nach dem Leben? Und hat es etwas mit dem jährlichen Wechsel der Königswürde zwischen den zwei älteren Brüdern zu tun? Die meisten von uns werden den Namen kennen: Ödipus (Oedipus). War das nicht der, der seinen Vater tötete und seine Mutter heiratete? In Unkenntnis selbstverständlich. Es ist die griechische Tragödie schlechthin, in der eine Prophezeiung sich ausgerechnet dadurch erfüllt, dass die Protagonisten versuchen, sie zu verhindern. Fortgesetzt wird die Geschichte aus „König Ödipus“ in „Ödipus auf Kolonos“ (das ich nicht gelesen habe und das auch in dem vorliegenden Buch kaum eine Rolle spielt) und in „Antigone“, wo es um das Schicksal von Ödipus‘ und Iokastes (Jocastas) Kindern geht. So weiß die Leserin bei der Lektüre des Buches von Natalie Haynes, die damit als eine der ersten den momentanen Trend zur Neuerzählung griechischer Sagen aufgriff, schon grob, was sie erwartet. Sie wechselt in ihrer Nacherzählung zwischen zwei Zeitebenen und zwei weiblichen Protagonisten (Jocasta und Ismene), was zunächst etwas verwirrend ist, jedoch eine clevere erzählerische Strategie darstellt, denn die beiden Parallelhandlungen laufen beide auf einen Höhepunkt zu, sodass das Buch auch dann spannend ist, wenn man die Grundzüge der Geschichte bereits kennt. Haynes scheut sich auch nicht, in ihrer Version des Geschehens kleinere und größere Abweichungen von der bekannten Tragödienhandlung einzubauen, dies liest sich, als ob es sich um die „wahre“ Geschichte handelte, die sich hinter dem daraus entstandenen Mythos verbärge. Allgemein wird die Geschichte durch die Romanform wesentlich zugänglicher als in der alten Drama-Version, wer mit Sophokles nicht viel anfangen kann, wird hier eher fündig, sogar eine kleine Krimihandlung ist enthalten. Doch auch für Fans der Tragödie bietet Haynes‘ Buch eine interessante und unterhaltsame Alternative.



