5. März
Niemand achtet auf Ruth. Doch sie beobachtet alles. Am Rande einer wohlhabenden, aber moralisch verwitterten Gemeinde in New England wächst sie in der totalen sozialen Isolation auf. Mit unerbittlicher Klarheit registriert sie ihre eigene Jugend – geprägt von einer Erziehung, die zwischen Spott, Ignoranz und monströser Unzulänglichkeit schwankt.

​Während der Nebel der Vergangenheit und des Schweigens alles einhüllt, steuert die Zukunft unaufhaltsam auf die Katastrophe zu. "Very Cold People" ist das erschütternde Porträt eines kolossalen Versagens der Erwachsenenwelt – und der entschlossene Weg eines Mädchens in eine selbstbestimmte Freiheit.
Rating:3

Niemand achtet auf Ruth. Doch sie beobachtet alles. Am Rande einer wohlhabenden, aber moralisch verwitterten Gemeinde in New England wächst sie in der totalen sozialen Isolation auf. Mit unerbittlicher Klarheit registriert sie ihre eigene Jugend – geprägt von einer Erziehung, die zwischen Spott, Ignoranz und monströser Unzulänglichkeit schwankt. ​Während der Nebel der Vergangenheit und des Schweigens alles einhüllt, steuert die Zukunft unaufhaltsam auf die Katastrophe zu. "Very Cold People" ist das erschütternde Porträt eines kolossalen Versagens der Erwachsenenwelt – und der entschlossene Weg eines Mädchens in eine selbstbestimmte Freiheit.

"Very Cold People" ist ein Coming-of-Age-Roman, dem jede herkömmliche Sentimentalität fehlt. Die Struktur des Buches ist gewöhnungsbedürftig: Es liest sich weniger wie eine flüssige Erzählung, sondern eher wie eine zusammengewürfelte Sammlung von Tagebucheinträgen oder kurzen Schnappschüssen. Was das Buch jedoch schafft, ist eine unmittelbare Sogwirkung. Man wird sofort in dieses rohe und schonungslose Bild eines vernachlässigten, ungeliebten Mädchens hineingezogen. Ruth wächst in einer Umgebung auf, die von emotionaler Kälte und Ignoranz geprägt ist. Manguso verzichtet auf Beschönigungen; die Darstellung der Eltern ist oft schmerzhaft unzulänglich bis hin zum Monströsen. ​Wer eine warmherzige Geschichte über das Erwachsenwerden sucht, wird hier enttäuscht. Das Buch bleibt bis zum Ende so distanziert wie sein Titel.

Very Cold People
Very Cold Peopleby Sarah MangusoPan Macmillan