
Lockere Slice of Life, die zum Nachdenken anregt đ
Dieses Buch ist der perfekte Beweis dafĂŒr, dass man sich gelegentlich zunĂ€chst austauschen muss, bevor man sich eine Meinung bildet. Denn nachdem ich das Buch abgeschlossen hatte, war ich zunĂ€chst der felsenfesten Ăberzeugung, noch nie etwas langweiligeres gelesen zu haben â zugegebenermaĂen ist diese Aussage etwas ĂŒbertrieben, aber in dem Moment hatte es sich so angefĂŒhlt. Die Hauptfigur war fĂŒr mich kaum zu greifen, die Jobs, denen sie nachging, bestenfalls belanglos. Ich hatte das GefĂŒhl, mich regelrecht zum Lesen zwingen zu mĂŒssen. Doch dann kam der Buchclub, den ich zu Beginn des Jahres mit meinen Freundinnen gegrĂŒndet hatte, und drehte meine Sicht auf den Roman um hundertachtzig Grad. RĂŒckblickend machte es mir mit einem Mal richtig SpaĂ, mich mit der Geschichte zu befassen. Zu hören, was meine Freundinnen ĂŒber die Figuren dachten und so doch endlich das Wesen der Protagonistin greifen zu können. Auch die Jobs, die mir beim Lesen nicht sonderlich spannend vorgekommen waren, entwickelten im GesprĂ€ch ihren ganz eigenen Charakter und plötzlich wurde wild darĂŒber diskutiert, welchen dieser man am liebsten las und welchen man vielleicht selbst gerne ausprobieren wĂŒrde. Dies ist auch einer der Punkte, der mir schon am Lesen selbst gefallen hat. Denn, obwohl die Jobs selbst mich ursprĂŒnglich nicht sonderlich interessiert hatten, mochte ich die Tatsache, ĂŒber sie irgendwie in fĂŒnf verschiedene LebensrealitĂ€ten hineinschnuppern zu können. Auch hat mir bereits beim Lesen gut gefallen, wie sehr sich unsere Protagonistin in ihre Jobs investiert hat. Und das obwohl ich aufgrund vorheriger Burnout-Erfahrungen empfohlen wurde, eben dies nicht zu tun. Es war ein bisschen, als könnte sie gar nicht anders und so fesselte selbst ein augenscheinlich anspruchsloser Job, wie das AufhĂ€ngen von Postern oder das Schreiben von Werbeanzeigen ihr Engagement. Und so abstrus dies auch klingt, so sehr glaube ich, dass sich doch viele Menschen in genau diesem Verhalten wiedererkennen können. Trotz meiner anfĂ€nglichen Skepsis kann ich diese Geschichte somit doch guten Gewissens empfehlen. Vor allem, wenn man Lust auf eine Portion slice of life hat, die ganz entspannt vor sich hin plĂ€tschert und einem im Nachhinein doch sehr zum Nachdenken anregt.














