Ein sehr gelungener Thriller von Silke Nowak, sehr spannend und absolut lesenswert!
Ihr Ehemann Chris hat dem stressigen Leben den Rücken gekehrt und schippert mit seinem Boot durch die Karibik. Penny möchte ein paar schöne Tage mit ihm verbringen, doch dann erleidet ihr Mann einen Schlaganfall und zu viel Zeit vergeht, bevor Hilfe naht. Sorgen macht ihr auch Chris’ Bekanntschaft mit einem ominösen Holländer. Für ihre große Liebe alles opfernd gibt sie ihren Job auf und ermöglicht ihm in Deutschland die bestmögliche Behandlung. Gerade als es scheint, dass Chris sich ins Leben zurück kämpft, holen ihn und insbesondere Penny die Schatten der Vergangenheit ein. Nicht einmal sie selbst ahnt, wie weit sie gehen wird, um ihre Liebe zu schützen. Ich bin froh, dass ich Teil der Leserunde zu diesem Buch war, denn von allein hätte ich es mir wohl nicht bei Amazon heruntergeladen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr gut. Man fliegt förmlich durch das Buch. Es ist schon eine Leistung die Entwicklung einer Figur auf so wenigen Seiten zu zeigen, dass schaffen manche nicht in 500. Penelope entwickelt sich von dem kleinen Naivchen, dass ihren Mann bedingungslos vertraut, zu einer femme fatale die skrupellos bereit ist über Leichen zu gehen, um das zu schützen was sie liebt. Die liebevolle Beziehung zu ihrem Vater geben Penny noch mehr Tiefe und lassen sie authentisch wirken. Einen kleinen Wermutstropfen hat das Büchlein aber, manchmal ist weniger mehr, aber hier hätte es ruhig ein bisschen mehr sein können. Der Blot bot so viele Chancen das ganze auszuweiten und so den Leser noch mehr mitzunehmen auf eine Reise, bei der man alle Punkte bedient hätte. Zum einen das Locked-in-Syndrom und den spannenden Thriller-Part. So ist das ganze ein bisschen unausgewogen und der Focus liegt zu sehr auf dem Schlaganfallpatienten, worunter die Spannung, die man bei einem Thriller erwartet doch etwas leidet. Und das süßliche Happy End mit dem Zeitungsinterview an ihre Schwester hätte ich nicht gebraucht, aber vielen anderen Lesern hat es gefallen. Von daher ist es wohl eine Frage des Geschmacks. Alles in allem ist die Story wirklich gelungen erzählt und durch das Nachwort der Autorin in dem sie ihren persönlichen Bezug zum „Locked-in-Syndrom“ schildert, wurde für mich die Geschichte nachhaltiger. Dieses mag mein erstes Buch von Frau Nowak gewesen sein, aber bestimmt nicht das Letzte.

