20. Okt.
Rating:3

Etwas ist anders als er diesen Morgen erwacht. Ein Junge springt auf seinem Bett herum und spricht ihn auf Spanisch mit Papa an. Dabei kann James sich nicht erinnern Kinder zu haben, Carlos aber schon. Seit sein Bruder versuchte ihn zu töten und er über Bord gegangen ist vor sechs Jahren, hat sein Hirn, um ihn zu schützen aus ihm einen neuen Mann gemacht. Er verliebt sich, adoptiert den Sohn aus einer früheren Beziehung seiner Frau und zusammen bekommen sie auch noch ein Kind. Diese sechs Jahre sind nun von einem Augenblick zum anderen ausgelöscht. James wähnt sich mit seiner großen Liebe verlobt, doch auch deren Leben ist weitergegangen. In ihrem Leben gibt es einen Mann und ein Kind. Als die Annäherung an seine Familie sich in Kalifornien auch als zunehmend schwierig gestaltet, flüchtet er zu seiner Schwägerin nach Hawaii. Früher war sie nach dem Tod seiner Frau seine Geliebte, doch nun steht ein völlig fremder Mensch vor ihr. Wird es James gelingen die Nähe zu Natalya wieder herzustellen, die Carlos hatte? Und wie sieht James Zukunft aus. „Everything we left behind“ ist der zweite Teil der „Everything“-Saga und im Gegensatz zum ersten Teil, fiel es mir schon schwerer hier bei der Stange zu bleiben und der Geschichte Folge leisten zu wollen. Ich mochte James einfach nicht und seine verwirrenden Familienverhältnisse. Als Carlos war er mir deutlich sympathischer. Gedacht ist die Geschichte als Suche eines Mannes nach sich selbst. Nach der Bewältigung eines Lebens in dem sechs Jahre fehlen. Doch an einigen Stellen war die Story aber für meinen Geschmack zu konstruiert. James Mutter, die sich all die Jahre so unnachgiebig bezüglich seiner Kunst gegenüber verhalten hat, gibt sich als Feriengast aus um ihm und seinen Kindern nahe zu sein und nimmt Unterricht im Malen? Die Erklärung warum das Thema Kunst für sie so ein rotes Tuch war, fand ich lächerlich und nicht plausibel. Immerhin ist das dieselbe Frau die mit ihrem Bruder ein Kind hat und die im ersten Band als eher unterkühlt dargestellt wurde. Ich konnte diese Person nicht mit der liebevollen, nachsichtigen Großmutter und Mutter in Verbindung bringen, die sie im zweiten spielt. Es war als hätte bei der Charakterentwicklung die Autorin es sich plötzlich anders überlegt. Auch der böse Stief/Halbbruder wird plötzlich lammfromm und gibt sich geläutert. Eigentlich hatte er James ja nie töten wollen. Alles ein bedauerlicher Irrtum. Der einzige wirklich nachvollziehbare Handlungsstrang, war die Begegnung mit Aimee. Während für sie sechs Jahre vergangen sind, wähnt er sich kurz vor der Hochzeit mit ihr. Die wiederstreitenden Gefühle der Beiden, waren für mich absolut stringent und einleuchtend und damit auch der Teil, den ich nicht lustlos heruntergelesen habe. Die Story ist ein netter Zeitvertreib und man versteht sie auch ohne den ersten Band zu kennen, aber sie hat mich nicht vom Hocker gerissen, wie Aimees Geschichte.

Everything We Left Behind: A Novel (Everything, 2, Band 2)
Everything We Left Behind: A Novel (Everything, 2, Band 2)by Kerry LonsdaleLake Union Publishing