Süßer Honigduft trifft auf gesellschaftliche Wunden
Leider hat mich das Buch nicht so sehr abgeholt, obwohl viele der Themen darin auch heute noch unglaublich wichtig sind. Die Geschichte spielt in den USA der 1960er Jahre, einer Zeit, in der Rassismus ein zentrales gesellschaftliches Thema war – und ehrlich gesagt hat sich daran bis heute nicht so viel geändert. Das Buch zeigt deutlich, wie Schwarze Menschen als niederrangig betrachtet wurden. Unterschiedliche Bildungschancen, Gewalt und sogar das Verbot zu wählen – all das wird thematisiert. Was mich sehr beschäftigt und auch fasziniert hat, war die Bienenthematik und die Philosophie dahinter. Auch die sich langsam aufbauende Freundschaft zwischen Lily und den Frauen fand ich schön erzählt. Leider bleibt die Beziehung zwischen Lily und ihrem Vater sehr schwammig, obwohl wir am Anfang viele Informationen über ihr Verhältnis bekommen. Der Konflikt löst sich meiner Meinung nach viel zu schnell auf. Ähnlich ging es mir mit den Passagen rund um Lilys Mutter – sie wirkten auf mich eher ernüchternd als wirklich bewegend. Das Buch versucht gleichzeitig, eine Philosophie des Lebens zu erzählen, eine Art sommerliches Feel-Good-Gefühl zu vermitteln und eine klare Botschaft gegen Rassismus, Erniedrigung und Identitätsverlust zu senden. Diese Mischung ist allerdings schwierig umzusetzen, weil nicht immer alles zusammenpasst. Statt viele Themen wirklich tief zu erzählen, werden einige nur angerissen, wirken aber so, als sollten sie besonders tiefgründig sein. Eine Zeile, die mir im Kopf geblieben ist: „Es hat keinen Zweck, darüber nachzudenken, wie wir unsere Hautfarbe ändern können“, sagte er. „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir die Welt ändern können.“




























