Wie oft habe ich skeptisch eine Augenbraue hochgezogen, wenn Frauen als Psychos oder als manipulativ bezeichnet wurden?
Mayas Exfreund hat ihr das Herz gebrochen, sie betrogen und danach gegaslightet - und als wäre das nicht schlimm genug passierte das alles in aller Öffentlichkeit. Sie ist damit die verrückte Ex. Als sie dann die Einladung bekommt bei einer Realitysendung mitzumachen, bei der Jordy aus seinen Ex-Freundinnen eine auswählen soll, die eine zweite Chance bekommt, kann es ihr nicht egaler sein. Skye freut sich über die Einladung, sie würde gerne wissen, ob Jordy und sie eine Zukunft gehabt hätten, wäre er nicht weggezogen. Eine Reality-Show, ein Love triangle und einen missbräuchlichen Ex-Freund. Ich war misstrauisch als mich an das Buch gewagt habe - und wurde komplett überrascht. Alle Charaktere sind ausgearbeitet und nachvollziehbar, die Story ist witzig und ernst zu gleich und es war gut geschrieben. Besonders gut gefällt mir die Dynamik zwischen Maya und Skye. Offiziell soll das ganze Enemies to Lovers sein, aber so fühlt es sich nicht an. Ich kann gut verstehen, warum die beiden einen so schlechten Start haben, freue mich aber, dass sie das so schnell aufgelöst bekommen. Besonders gut gestaltet war Jordy, auch wenn er kein PoV-Charakter ist, konnte ich schnell verstehen, warum so viele die leuchtenden Alarmzeichen nicht gesehen haben. Mayas macht da keinen Hehl draus, weshalb ich von Anfang an ihm gegenüber so misstrauisch war und nicht ausstehen konnten. Aber ich bin Männern gegenüber auch misstrauisch. Ich kann trotzdem verstehen, warum er Skye und die anderen so gut um den Finger gewickelt hat. Im Laufe des Buches habe ich das große Kotzen bekommen, immer wenn er erwähnt wurde. Zum Glück durchschauen die anderen ihn auch schnell. Gerne mag ich auch, wie toll sich alle Charaktere selbst reflektieren, wie Skye. Skye merkt sehr schnell, dass vielleicht Maya nicht die "verrückte Ex" ist, sondern Jordy alle 6 Frauen von vorne bis hinten manipuliert und Macht Spielchen mit ihnen spielt. Wir als Lesende können super gut der Reflection folgen und vielleicht kann das ja den einen oder anderen auch zum Nachdenken anregen, ob die Ex-Freundin wirklich so durchgeknallt war oder die Beziehung einfach missbräuchlich und das ganze vielleicht eine von Männern geframte Perspektive ist. Im Großen und Ganzen ist das eine tolle, leichte Geschichte mit ernsten Themen, die das Thema Queernes ganz locker mit einwebt ohne da groß ein Thema draus zu machen. Alle Charaktere sind sich ihrer Sexualität bewusst und haben eher größere Probleme mit dem missbräuchlichen Ex-Freund, der da noch rumgondelt und den sie umwerben sollen. Ich kann es nur weiterempfehlen, wer Lust hat auf ein Romance Buch mit Queerness und ohne die immer gleiche Story.
























