Ein sanftes und einfühlsames Buch über Verlust, den individuellen Umgang mit Trauer und die Schwierigkeit sich einen erneuten Pfad auf dem Weg zum Glück zu bahnen. Das Buch hat mir nicht nur die Ausmasse des Tsunami vom 11. März 2011 näher gebracht, sondern mir auch Halt in meinem Schmerz verliehen. Einzig das Ende war mir etwas zu überhastet. Ich hätte gerne noch ein paar Seiten mehr gehabt, um den Wandel in Yui besser nachvollziehen zu können. Zum Buch findet ihr auch eine Rezension auf meinem YouTube-Kanal: https://youtu.be/QvCzeKIe18E
Kurzmeinung: Pure Poesie ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Ich könnte wahnsinnig viel und nichts zu diesem Buch schreiben, beides würde ihm nicht gerecht werden. Zwar wusste ich, dass es ein besonderes, anderes Buch ist aber ich habe nicht damit gerechnet, dass es so poetisch ist. Der Begriff „Mama“ spielt hier eine wichtige Rolle und es war meine Mama, die mich erst auf das Buch aufmerksam gemacht hat. Die Themen Leben und Tod interessieren mich sehr und ich fand die Idee des Telefons des Windes sehr schön. Umso schöner, dass es dieses Telefon wirklich gibt. Wir lernen Yui und Takeshi kennen, die mit individuellen Schicksalsschlägen zu kämpfen haben. Lernen ihre Familien kennen, Freunde, Opfer des Tsunamis im März 2011. Sie alle teilen ihre Geschichten, Sorgen und Ängste. Es ist wohl selbstverständlich, dass das Buch dazu anregt sich zu fragen, wen man selbst gerne über das Telefon des Windes anrufen und was man sagen würde. Eigentlich bin ich niemand, die in Büchern markiert aber hier gab es so viele tolle Stellen, dass ich gar nicht anders konnte. Manche Passagen gleichen einem Gedicht. Auf den letzten Seiten erklärt die Autorin, dass das Telefon eine Metapher dafür ist, die Freude ebenso anzunehmen, wie den Schmerz. Diese Aussage würde ich als Kern des Buchs beschreiben und es gelang ihr, mich als Leserin davon zu überzeugen. An dieser Stelle möchte ich auch der Übersetzerin ein Kompliment aussprechen. Normalerweise bekomme ich bei deutschen Übersetzungen die Krise aber diese hier ist ausgesprochen gut gelungen! Das Buch vereint alles, was es für mich braucht, um ein wirklich gutes Buch zu sein. Es regt zum Nachdenken an, zum eigenen aktiv werden, lehrt, ohne dabei besserwisserisch zu sein, ist einfühlsam, echt und trägt eine wichtige Botschaft mit sich. Große Leseempfehlung für alle, die philosophical fiction interessiert!

