22. Juni
Rating:4

„Warten auf Eliza“ ist ein sanfter, nachdenklicher Roman über Nähe, Verlust und neue Verbindungen. Es geht um die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen zwei einsamen Frauen aus unterschiedlichen Generationen: Ada, eine ältere, verwitwete Frau, und Eliza, eine junge Doktorandin, die gerade eine Trennung hinter sich hat. Beide stehen an einem Wendepunkt in ihrem Leben und finden – eher zufällig – Halt und Verständnis ineinander. Der Roman ist ruhig und einfühlsam geschrieben, mit einem melancholischen, aber hoffnungsvollen Grundton. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet. Besonders die langsame Annäherung der beiden Frauen wirkte auf mich authentisch und berührend. Das eher langsam vor sich hinplätschernde Erzähltempo hat mich ein wenig gestört, passt jedoch gut zur Stimmung der Geschichte. Ein solider, schöner Roman, den ich gerne weiter empfehle.

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1. Mai
Rating:5

Warten auf Eliza handelt von der jungen Doktorandin Eliza und der verwitweten Ada. Beide Frauen suchen ihren Platz in der Gesellschaft und gehen auf unterschiedliche Weisen mit ihrer Einsamkeit um. Trotz dem großen Altersunterschied von 50 Jahren freunden sie sich miteinander an, doch durch ein Missverständnis droht die Freundschaft zu zerbrechen. In der ersten Hälfte des Buches lernen die Leser*innen die beiden Hauptfiguren und ihre Sorgen unabhängig voneinander kennen. Die Frauen sind zwar Nachbarinnen, aber haben zu Beginn noch nichts miteinander zu tun. Da ich davon ausgegangen bin, dass es in dem Roman vor allem um diese Freundschaft gehen soll, war ich erstaunt, dass sie dann doch erst so spät ins Spiel kam. Das Buch hat mir dann aber etwas anderes geboten, als ich erwartet habe. Vor allem in der ersten Hälfte wurde die Einsamkeit aufgrund nur oberflächlicher Kommunikation so deutlich, dass der Roman für mich ein sehr aktuelles Werk ist. Beide Frauen fehlt eine echte Nähe zu anderen Menschen und so stürzen sie sich in ihre ganz eigenen Abenteuer: Ada gründet in ihrer Verzweiflung mit „Rent a Gran“ ein sehr außergewöhnliches Start-Up, wofür sie sich als Oma vermietet, um andere Menschen zu unterstützen. Eliza dagegen stürzt sich in belanglose Affären, um ihre Einsamkeit zu verdrängen. Als die beiden Frauen dann endlich kennenlernen, geht dann alles recht schnell. Vom Kennenlernen bis zu der Entscheidung zusammenzuziehen liegen zwar mehrere Wochen, aber beim Lesen kommt diese Zeit nicht so sehr rüber. Ich hatte hier leider das Gefühl, das irgendwie die Entstehung der Freundschaft und die Beziehung zwischen Eliza und Ada etwas zu kurz kam und dennoch habe ich beide Frauen sofort in mein Herz geschlossen und war schon etwas traurig, die beiden mit dem Schließen des Buches gehen zu lassen, und das macht für mich gute Charaktere aus. Autorin Leaf Arbuthnot ist eine englische Autorin, Literaturkritikerin und Journalistin. Zu dem Roman inspiriert wurde sie vor allem durch ihre 99 -jährige Großmutter, mit der sie gerne ihre freie Zeit verbringt. Während Ada einige Charakterzüge von ihrer eigenen Oma haben dürfte, hat Eliza zumindest das Promotionsstudium mit der Autorin gemeinsam, denn wie auch Eliza schrieb Leaf Arbuthnot ihre Abschlussarbeit über Primo Levi. Ich mochte das Buch wirklich sehr und kann es auf jeden Fall empfehlen. Ich bedanke mich beim DIANA-Verlag für dieses wunderbare Rezensionsexemplar.

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30. Okt.
Rating:4

• WARTEN AUF ELIZA • Es ist einer dieser klassischen Romansituationen: junge Frau die in einer Großstadt lebt trifft auf eine ältere Person. Nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten profitieren beide voneinander und eine Freundschaft entsteht. So ist es auch in „Warten auf Eliza“, dennoch ist die Geschichte etwas anders. Ada ist Witwerin. Sie versucht mit ihrem Verlust zurecht zu kommen und hat mehrere wahnwitzige Ideen, um der Einsamkeit zu entfliehen. Doch abends kommen immer wieder die dunklen, einsamen Momente. Eliza ist eine junge Studentin mit einem kleinen Rucksack voller Problemen, der immer größer wird. So richtig benötigt keiner der beiden eine neue Bekanntschaft, dennoch entwickelt sie sich und beide Frauen werden Teil einer gemeinsamen Geschichte. Der Erzählstrang ist nicht überraschend und relativ ruhig. Leaf Arbuthnot lässt viel Zeit vergehen bis die beiden Frauen sich kennenlernen. Das fand ich total gut, denn dieses nebenher existieren spiegelt sehr die Realität wieder. Das alt Box jung sich verstehen und viel voneinander lernen können, wird durch „Warten auf Eliza“ sichtbar. Eine bestimmte Szene (Ich möchte nicht zu viel verraten) passte für mich leider gar nicht in die Handlung und ich hätte mir einen weniger dramatischen Konflikt gewünscht. Denn diese Situation wirkte leider sehr aufgesetzt und konstruiert. Toll finde ich, dass sowohl Ada als auch Eliza als zwei starke Frauen dargestellt werden, die nicht einfach das Leben über sich entscheiden lassen, sondern es selbst in die Hand nehmen. Neben ihrer Stärke dürfen sie dennoch Zweifel, Ängste und Trauer spüren.

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23. Sept.
Rating:3

Eliza, einsame Promotionsstudentin mit Selbstwert-, Liebes-, Geld- und Familienproblemen, trifft Ada, einsame Witwe, Dichterin mit Leere im Leben. Gemeinsam überwinden sie ihre persönlichen Schwierigkeiten und schmieden an einem Freundschaftsband. Thematisch ist dieser Roman mal etwas anderes, denn hier wird zwar die zur Zeit allgegenwärtige Problemstellung der Einsamkeit ins Zentrum gerückt, überwunden wird sie jedoch nicht durch naheliegende Zusammenkünfte mit Gleichaltrigen und einen vorhersehbaren romantischen Plot, sondern dadurch, dass hier zwei Frauen aus verschiedenen Generationen Gemeinsamkeiten entdecken und zu Freundinnen werden. So innovativ und gefällig diese Handlung auch ist, sie bedient sich sehr häufig bei Feelgood- und Happiness-Klischees und setzt allem Gutem auch immer fruchtbar trübe, traurige Momente gegenüber, die von Missverständnissen geprägt sind. Dies führt dazu, dass neben der immer wieder sehr schematisch wirkenden Erzählweise (die Perspektiven wechseln häufig konsequent von Kapitel zu Kapitel zwischen Ada und Eliza hin und her) auch die Handlung recht berechenbar erscheint. Der Roman liest sich ausgesprochen angenehm, aber mein Interesse hielt sich stets in Grenzen - außer bei den Passagen, die sich mit Adas Start-up beschäftigen - hier kam viel Komik und Spaß zum Einsatz, auch wenn das Projekt insgesamt wohl eher das Prädikat "unrealistisch" verdient. Daneben gibt es auch einige andere nette Szenen, in denen Altersunterschiede verwischt werden (wenn z.B. die Nacht einmal durchgemacht wird). Insgesamt ist es bei diesem Roman jedoch so, dass man weiter lesen kann, aber nicht muss. Dabei ist der Text nicht langweilig, aber einfach für sein Thema viel zu lang. Dies wird besonders deutlich, wenn die beiden Protagonistinnen sich für einige Zeit aus den Augen verlieren und dann unbedingt noch ein großer Schockmoment gesetzt werden muss, um irgendwie ein überzeugendes Finale zu erzeugen, und zu verhindern, dass der Roman lediglich seinem Ende entgegen plätschert. Für mich ist Warten auf Eliza ein Roman, der für mehr Verständnis zwischen den Generationen wirbt und aufzeigt, wie beide Seiten von einer Freundschaft profitieren können. Um richtig ernst genommen zu werden, wandelt er aber zu häufig durch die Friede-Freude-Eierkuchen-Abteilung. Die Balance zwischen Fluffigkeit und Düsternis ist nicht harmonisch genug und auf der Inhaltsebene geschieht zu wenig Interessantes. Daher würde ich diesen Roman nur denjenigen empfehlen, die ein ausgesprochenes Interesse an dem Thema haben.

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