Ein wichtiger Klassiker
Ich habe mich schon sehr lange darauf gefreut, dieses Buch zu lesen und kannte den Film tatsächlich aber auch schon vorab. Wobei ich zugeben muss, dass ich besonders das Ende des Films irgendwie komplett vergessen hatte, weshalb das Lesen des Buches für mich jetzt trotzdem mit neuen Entwicklungen überraschen konnte. Ich habe das Gefühl, dass dieses Buch ein absolutes lesbisches must-read ist. Das Buch ist 1952 erstmalig in den USA erschienen und es ist für mich einfach unvorstellbar, was für einen großen Einfluss dieses Buch für die queere aber besonders natürlich auch für die lesbische Community hatte und bis heute hat. Irgendwie kam es mir vor, als würde ich ein Stück Geschichte lesen, auch wenn es sich natürlich um eine fiktive Erzählung handelt. Der Plot des Buches selbst hat mich aus heutiger Sicht immer wieder, dann doch auch negativ überrascht. Die Art und Weise, wie viele Figuren in diesem Buch mit Therese umgehen und praktisch wie ein Kind behandeln, hat mich zwischenzeitlich wirklich wütend gemacht. Zeitgleich verhält sich Therese aber auch wirklich viel wie ein komplett verliebter Teenager, wodurch sich eine ungesundedynamik zwischen ihr und Carol entwickelt. Das wurde auch nicht wirklich als kritisch reflektiert. Letztendlich ist es Therese, die sich weiterentwickelt und sich gegen Ende zunehmend von Carol abnabelt. Ich merke, dass romantische Geschichten mit größeren Altersunterschieden der Love Interests für mich persönlich nur selten funktionieren. Viel zu oft ist die Dynamik von “Macht” unausgeglichen und die Figuren begegnen sich nicht auf Augenhöhe. Leider auch hier bis zum Schluss, was meine Begeisterung für das Buch leider etwas trübt. Der Schreibstil der Autorin hat mir aber unglaublich gut gefallen, weshalb ich das Buch auch in kürzester Zeit gelesen habe.

