7. März
Rating:2

Unsympathische Charaktere, störender Schriftsatz, sehr unbefriedigendes Ende

Die Prämisse des Buches mochte ich als Hundefan sehr und die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man mit "nur noch ein Kapitel" relativ weit kommt. Leider sind manche Kapitel unnötig aufgeteilt, sodass ein etwas längeres Kapitel dem Lesefluss gut getan hätte. Aus irgendeinem Grund gibt es immer wieder Zeilen, die in einem anderen Schriftsatz (kleinere und engere Schrift) gedruckt sind. Mich hat das beim Lesen sehr gestört, weil ich erst dachte, etwas stimmt mit meknen Augen nicht... Es wird zwar primär aus Charlies Sicht erzählt, jedoch werden seine Gedanken dann nicht geteilt, wenn es gilt, Spannung in Bezug auf Hinweise und Verbindungen aufzubauen. Außerdem werden Informationen geteilt, die Charlie nicht wissen kann. Diese Einschübe fand ich persönlich unnötig. Gespickt ist das mit Ausdrücken und Redewendungen, die wohl typisch britisch sind, mir aber (trotz Anglistik-Studium) das Verständnis teilweise erschwert haben. Die Charaktere sind allesamt sehr selbstsicher, zwei Mordfälle in ihrem verschlafenen Städtchen lösen zu können, weil sie sich in der Freizeit mit True Crime beschäftigen (und einer von ihnen in der Verganenheit ein Rechtsanwalt war, wenn auch kein Strafverteidiger). Die Arroganz gespickt mit sehr vielen Puns hat mich das Buch immer wieder zur Seite legen lassen. Auch wird immer wieder auf Charlies Vergangenheit angespielt, die aber nie näher ausgeführt wird. Was ihn bewegt hat, von London wieder in seine Herkunftsstadt zu ziehen und was genau mit seinem Vater war, wird nie aufgeklärt. Die Mordfälle werden aufgeklärt, aber in den letzten Kapitel gibt es noch eine Komplikation: ein Mitglied der Dogwalkers' Detective Agency ist an einem Mord beteiligt und erzählt Charlie davon, der es beschließt, für sich zu behalten, weil es nichts geändert hätte. Dass das erste Mordopfer aber möglicherweise hätte gerettet werden können, wird keineswegs thematisiert. Dass das erste Mordopfer Schlimmes getan hat, sollte an dieser Stelle keine Rolle spielen. Stattdessen wird hervorgehoben, dass das Mitglied endlich Rache nehmen konnte. Alles in allem eine coole Idee, die aber leider nicht gut umgesetzt wurde.

The Dogwalkers' Detective Agency
The Dogwalkers' Detective Agencyby Michael HoganPenguin Books Ltd (UK)