
Naomi hat eine Zeit der Herausforderungen hinter sich. Ihr Ehemann Aiden verließ sie und nahm ihre geliebte Tochter Freya mit sich, da Naomi nicht in der Lage war, sich angemessen um sie zu kümmern. Nach langem Kampf willigte Aiden schließlich ein und erlaubte Freya, bei ihm zu übernachten. Doch in dieser einen Nacht ereignete sich etwas Schreckliches, etwas mit zutiefst erschütternden Konsequenzen, das Naomi sich nicht erklären konnte. In ihrer Verzweiflung entschied sie sich, eine Lüge zu erzählen. Und wie so oft bei Lügen, musste Naomi sich immer tiefer verstricken, um aus dem Schlamassel herauszukommen. Im Verlauf der Geschichte gerät sie zunehmend ins Wanken, sodass es für den Leser immer schwieriger wird, zu entscheiden, wem man Glauben schenken soll. "When they find her" ist ein beeindruckendes Debüt von Lia Middleton. Mit einem raffinierten Plot und zahlreichen unerwarteten Wendungen hielt mich das Buch bis zur letzten Seite in Atem. Ich hatte keine Ahnung, wie sich die Geschichte entfalten würde – und jedes Mal, wenn ich dachte, ich hätte den Durchblick, lag ich falsch. Obwohl Naomi ganz klar im Unrecht war, da sie gelogen hatte, wurden ihre Beweggründe so eindringlich dargelegt, dass ich nicht anders konnte, als mit ihr mitzufühlen und zu hoffen, dass sie ungeschoren davonkommt. Mit einer Erzählweise in der ersten Person und knappen, prägnanten Kapiteln zog mich das Buch regelrecht in seinen Bann und ließ mich in Windeseile durch die Seiten fliegen. Ein äußerst unterhaltsames Leseerlebnis, das ich nur wärmstens empfehlen kann.
