
Ein ruhiges Buch
Rezensionsexemplar/Werbung Lucy Steeds*The Artist* Dtv Verlag 🦩🦩🦩🦩von 5 🦩. Meine Meinung zu dem Buch: Schon beim ersten Blick hat mich das Cover dieses Buches absolut verzaubert. Es verströmt eine unglaublich ästhetische, sinnliche und mediterrane Atmosphäre. Das Buch handelt aus dem Jahr 1922 und spielt in der Provence, da wo ein einsamer, egozentrischer Maler namens Tattoufo sich zurückgezogen hat und mit seiner Nichte Ettie zusammenlebt. Er führt dort ein sehr abgeschiedenes Leben, das völlig von seiner Ichbezogenheit bestimmt wird. Als der junge britische Journalist Joseph Adelaide anreist, um ein Porträt über den Künstler zu schreiben, gerät dieses Gefüge gehörig ins Wanken. Die Kulisse in diesem Buch ist wirklich greifbar. Die Farben, die Gerüche der Provence und das Terpentin im Atelier werden so bildhaft beschrieben, dass man die Sommerhitze beim Lesen förmlich auf der Haut spüren kann. Allerdings fand ich den Schreibstil manchmal etwas holprig. Das hat leider hin und wieder meinen Lesefluss gestört, was ich bei dieser eigentlich so sinnlichen Atmosphäre sehr schade fand. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Ettie und Joseph erzählt. Was mir sofort aufgefallen ist: Man merkte wirklich vom ersten Moment an, dass Ettie etwas zu verbergen hatte. Diese unterschwellige Spannung und ihr Geheimnis liegen ständig in der Luft, besonders weil die Dynamik im Haus durch Tattoufos Tyrannei sehr toxisch und beklemmend ist. Es wird ein sehr ehrliches Bild einer damaligen Welt gezeigt, in der Frauen kaum eine eigene Stimme hatten. Insgesamt ist es ein sehr atmosphärischer Roman mit kleinen Schwächen im Erzählfluss, der aber durch seine tiefgründigen Charaktere und diese wunderbar ästhetische, mediterrane Stimmung im Gedächtnis bleibt. Eine Empfehlung meinerseits.














