Ein intensiver Roman mit starken emotionalen Momenten, der mich nicht durchgehend packen konnte, aber dennoch nachwirkt.
Gelesen habe ich dieses Buch wegen des Settings in Montana – ein Ort, der für mich immer eine gewisse Sehnsucht auslöst. Und tatsächlich spielt die Landschaft eine Rolle: Sie wirkt oft karg und still, fast widersprüchlich – ein Ort, an dem man sich gleichzeitig geborgen und fremd fühlen kann. Genau dieses Gefühl spiegelt sich auch in den Figuren wider. Trotzdem steht das Setting nie im Vordergrund oder wird romantisiert – wer hier eine „Yellowstone“-artige Cowboy-Atmosphäre erwartet wird enttäuscht sein. Inhaltlich erzählt der Roman als Mehrgenerationengeschichte von drei lebenslangen Freunden – und davon, wie ein Verrat ihre Leben und die der nächsten Generation unwiderruflich verändert. Meine Leseerfahrung war ein echtes Auf und Ab: Besonders der Mittelteil hat mich emotional sehr berührt, während sich der Anfang und das Ende für mich stellenweise etwas gezogen haben. Es gab Passagen, die mich komplett gefesselt haben – und andere, bei denen ich eher das Gefühl hatte, dass sie sich in die Länge ziehen. Die Figuren erleben unglaublich viel, und der Roman spannt einen großen Bogen – nicht nur über die Freunde selbst, sondern auch über ihre Kinder. Dadurch wird die Geschichte sehr vielschichtig, verlangt aber auch Zeit und Konzentration. Es ist definitiv kein Buch für zwischendurch.



