15. Apr.
Für alle Freunde des Verstörenden!
Rating:5

Für alle Freunde des Verstörenden!

. Dieser Roman zieht einen unaufhaltsam in seinen Bann und gibt einen mit seiner düsteren, zugleich betörenden Erzählstimme nicht mehr frei. Durchzogen von einer beklemmenden Atmosphäre und getragen von einer Sprache von schmerzhafter Schönheit, liest er sich wie ein finsteres Märchen, das unter die Haut geht. Es ist eine Geschichte, die Liebe in all ihren seltsamen, verzerrten Erscheinungsformen auslotet, von zarter Sehnsucht bis hin zu zerstörerischer Abhängigkeit. Sie erzählt von Herzschmerz und Missbrauch, von Identität und Queerness, und entfaltet dabei eine ebenso fragile wie eindringliche sapphische Beziehung. Ein eindringliches, unvergessliches Leseerlebnis, besonders für jene, die literarischen Horror und die dunkle Magie von Volksmärchen schätzen und bereit sind, sich auf eine ebenso schöne wie verstörende Reise einzulassen. 5/5 ⭐️ (Leider ist dieser Roman bis dato noch nicht ins Deutsche übersetzt worden! Es bleibt wohl vorerst ein englisches Lesevergnügen.) . Aber worum geht es genau… Margot und Mama leben in einer kleinen Hütte im Wald und das schon seit Margot denken kann. Margot muss nach strengen Regeln leben, rede nur, wenn du gefragt wirst, errege keine Aufmerksamkeit und schließe keine Freundschaften! Margot geht zwar in die Schule, hat aber außer Mama keinerlei nennenswerten sozialen Kontakte bis eines Tages Eden während eines Schneesturms auftaucht. Eigentlich soll sie, wie die anderen Streuner zu einem genüsslichen Mahl werden, doch es kommt alles anders. Statt auf ihren und den Hunger ihrer Tochter hört Mama auf ihr Herz und die Dynamik in dem kleinen Waldhäuschen verändert sich sehr! . In „The Lamb“ folgen wir Margot als Ich-Erzählerin durch eine Welt, die für sie von eigentümlicher Normalität ist und werden dabei unweigerlich zu ihren stillen Verbündeten. Ihre Mutter wie auch Eden bleiben uns lange schillernde Rätsel, entziehen sich klaren Konturen und bewahren eine beunruhigende Distanz. Margots Leben verläuft in gleichförmigen Bahnen: Nahrung beschaffen, überleben, und ansonsten in der Abgeschiedenheit eine fragile Ruhe wahren. Schon früh zeichnet sich ab, wie sehr sie sich selbst zurücknimmt, sich formt und beugt, um der Mutter zu gefallen. Doch mit Edens Auftauchen gerät dieses fein austarierte Gleichgewicht ins Wanken. Eden wird zum Zentrum der mütterlichen Aufmerksamkeit und Margot spürt diese Verschiebung mit schmerzlicher Deutlichkeit. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter beginnt zu bröckeln, wird auf eine harte Probe gestellt. Je länger Eden in der Waldhütte verweilt, desto deutlicher vollzieht sich auch in Margot ein Wandel. Ihr Blick auf die Welt verändert sich… zaghaft, beinahe unmerklich zunächst, beginnt sie, sich aus ihrem schützenden Kokon zu lösen. Schritt für Schritt tastet sie sich in ein neues Bewusstsein vor und führt die Geschichte schließlich in eine unerwartete, noch verstörendere Richtung. Den verstörend ist die Geschichte alle Mal… den nebenher wird einfach gemordet und verspeist! . Trotz oder gerade wegen seines düsteren Grundtons gelingt es der Autorin, aus diesem Horrorstoff weit mehr zu formen…eine vielschichtige Erzählung über die Abgründe und Verflechtungen einer Mutter-Tochter-Beziehung, über Liebe und Schönheit, deren Vergänglichkeit ebenso unausweichlich ist wie ihre Anziehungskraft, über Machtmissbrauch und die schmerzhafte Komplexität des Erwachsenwerdens. All dies ist getragen von einer Sprache, die von fast lyrischer Schönheit ist. . „The Lamb“ ist zugleich lichtdurchflutet und von Schatten durchzogen und gerade in dieser Spannung liegt seine verstörende Kraft. Margots Geschichte hallt nach, lange über die letzte Seite hinaus und entlässt einen nicht so schnell wieder aus ihrem Bann. Eine absolute Leseempehlung!

The Lamb: The literary debut of 2025
The Lamb: The literary debut of 2025by Lucy RoseW&N
23. März
Rating:4.5

Absolutely vile

The story truly captures the metaphorical power that the horror genre wields. Through blood, guts and disgusting imagery the book explores a mother daughter relationship in which the daughter becomes complacent. The hunger torments both of the women and they torment me. Seeing glimpses of a human like myself between the most inhumane and vile actions, sends shivers down my spine. These women aren't meant to be relatable and they aren't, they're creatures but in the end Margot is a child, a daughter, a person that never got the luxury of being human enough to explore her identity, her girlhood. Half a point deduction because I feel like some scenes don't need to be written to understand the horror of these situations. All in all I'm gonna have nightmares

The Lamb: The literary debut of 2025
The Lamb: The literary debut of 2025by Lucy RoseW&N
3. März
Rating:4.5

ethel cain gothic fairytale folklore vibes🌲🕯️🥩

das buch ist ein coming of age "märchen“ über mutterschaft, weiblichkeit, lust und begierde. mitten drin, margot & ihre mama ruth die eine sehr schwierige beziehung zueinander haben. ich konnte das buch nicht aus der hand legen & wenn ich dann mal nicht gelesen hab, musste ich auch die ganze zeit dran denken und freute mich, wenn ich weiterlesen konnte. so erging es mir schon länger nicht mehr. unglaublich schöne sprache die in dem buch verwendet wird. so ein buch dieser art, habe ich zuvor noch nicht gelesen, weshalb es einen kleinen itch gescratched hat mit den themen die thematisiert wurden. die geschichte ist absolut herzzerreißend. das ende ließ mich mit einer großen leere zurück, wie soll ich nur weitermachen.. :') ich weiß jetzt schon, dass ich alle folgenden bücher der autorin verschlingen werde

The Lamb: The literary debut of 2025
The Lamb: The literary debut of 2025by Lucy RoseW&N
11. März
Jahreshighlight 2025
Rating:5

Jahreshighlight 2025

❝I wish you knew how hard it is to be a mama. It`s the hardest thing in the whole world. It`s a promise you make to be perfect and make no mistakes. And to put yourself second until you die. It mutates into a horrible burden. A weight you have to carry forever.❝ 
(Seite 302) Margot lebt mit ihrer Mutter Ruth in einer abgelegenen Hütte im Wald. Sie geht zwar zur Schule, darf aber keine Freundschaften schließen und muss sich an auferlegten Regeln halten: Niemals Aufmerksamkeit erregen, niemals die Hand heben und wenn man gefragt wird, immer mit "Ich weiß es nicht" antworten - denn die kleine Familie soll möglichst unsichtbar bleiben.
Wenn Ruth Hunger bekommt, sucht sie den weitläufigen Wald vor der Haustüre nach hilfesuchenden Wanderern ab oder verstreut kleine Nägel, Schrauben oder Glasscherben auf der nahe gelegenen Straße, sodass Reisende an ihre Tür klopfen müssen.
Und wer könnte ihnen besser helfen als die nette Frau mit ihrer kleinen Tochter, die heißen Tee, Sicherheit und Wärme anbieten.
Doch die "Strays", wie Ruth sie gerne nennt, werden zwar in ihrem Zuhause stets willkommen geheißen, aber sie werden es auch nie wieder verlassen. Und diese Dynamik hält sich seit Jahren, bis eines Tages die wunderschöne Eden an die Tür klopft und die Familie für immer verändert. 
 ➸ Die richtigen Worte zu finden, fällt mir bei dieser Rezension wirklich unheimlich schwer, denn dieses Buch hat mich komplett aus der Bahn geworfen und das im absolut positiven Sinn. Und ich übertreibe nicht, wenn ich euch jetzt schon sage, dass "The Lamb", egal was da noch kommen mag, save in der Top 3 meiner Bücher aus dem Jahr 2025 stehen wird. Es ist mir ein Rätsel, wie man das übelkeiterregende Grundthema Kannibalismus, über das es in diesem Buch unumstritten geht, auf so eine niveauvolle Art und Weise in eine Story einflechten kann, ohne dass sich einem der Magen umdreht. Und damit meine ich selbstverständlich nicht, dass hier irgendetwas verherrlicht wird, ganz im Gegenteil, denn Lucy Rose schildert diese Tatsache roh, intensiv und unverblümt, aber mit so viel Gespür, dass mir zum Ende hin emotional das Herz gebrochen wurde.
In ihrem Debutroman hat sie ein abscheuliches Thema aufgegriffen und es dabei geschafft, Einblicke in eine komplexe Mutter-Tochter-Beziehung zu gewähren, die aus Schönheit, Selbstbestimmung und Liebe, aber auch aus Verderbtheit, verdrehter Moral und Besessenheit besteht, sodass die Gegenüberstellung vom Grauen und Margots kindlicher Unschuld inmitten der schrecklichen Normalität besonders heraussticht. Die lyrisch wunderschöne Prosa konkurriert hervorragend mit der literarischen Fiktion und dem Horror, der sich bereits mit dem ersten Satz im Kopf verankert und genau das macht die Geschichte zutiefst verstörend, aber auch unerwartet zart.
Von Seite zu Seite habe ich mit Margot gelitten, gezweifelt und gehofft. Freude empfunden, um kurz danach mit ihr ein Loch zu fallen. Ich war ergriffen von ihrer Entwicklung und ihrem Mut Stück für Stück dem auferlegten Schneckenhaus zu entkommen und ganz ehrlich – ich kann mich nicht daran erinnern, jemals in meinem Leben so sehr auf ein Happy End gehofft zu haben wie hier. Fazit: "The Lamb" ist dunkel und wunderschön zugleich. Eine Horrorgeschichte. Eine Liebesgeschichte. Eine Geschichte über Frauen, ihre Wut, ihr Verlangen und ihre Emotionen. Es zeigt die Komplexität des Erwachsenwerdens und die Beziehung zwischen einer Mutter und ihrer Tochter. 
Das Buch endet nicht mit der letzten Seite, sondern verfolgt mich noch immer und wird es auch noch eine ganze Weile tun.
Absolute Leseempfehlung – definitiv nicht nur für Fans blutiger Geschichten.

The Lamb: The literary debut of 2025
The Lamb: The literary debut of 2025by Lucy RoseW&N