13. März
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Rating:5

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Dieses Buch hat mich komplett überrascht. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich in den letzten 50 Seiten fast durchgehend weinen würde. Auch die Perspektive ist etwas ganz Besonderes an dieser Geschichte. Der Erster Weltkrieg wird nicht von der Front aus erzählt, sondern aus der Sicht der Menschen, die zu Hause warten. Man bekommt ständig Updates darüber, was im Krieg passiert, aber immer nur über Briefe, Nachrichten und Gespräche. Dadurch spürt man diese Mischung aus Hoffnung, Angst und Unsicherheit, während das Leben irgendwie weitergehen muss. Rillas Entwicklung war ebenfalls ein Highlight. Am Anfang wirkt sie noch sehr jung, fast ein bisschen oberflächlich, aber durch den Krieg wird sie gezwungen, sehr schnell erwachsen zu werden. Der Moment, in dem sie das Kriegsbaby aufnimmt und sich um den Kleinen kümmert, hat mich besonders berührt. Plötzlich muss sie große Verantwortung übernehmen. Auch wichtige gesellschaftliche Themen werden angesprochen. Während des Ersten Weltkriegs sieht man deutlich, wie sehr Frauen das Leben zu Hause zusammenhalten, und gleichzeitig wird immer wieder erwähnt, dass Frauen damals noch nicht selbstverständlich wählen durften. Zu wissen, dass das Frauenwahlrecht in Canada erst um diese Zeit eingeführt wurde, hat mich ehrlich gesagt wütend gemacht. Es wirkt heute fast absurd, dass das erst etwas über hundert Jahre her ist. Es gab auch Momente, die wirklich schwer zu lesen waren: der wartende Hund am Bahnhof, der Verlust geliebter Menschen, aber auch die Freude und Erleichterung über das Ende des Krieges. Rilla of Ingleside hat mir einmal mehr gezeigt, dass Krieg nicht nur an der Front stattfindet. Er verändert auch das Leben der Menschen, die zu Hause bleiben und jeden Tag mit der Angst leben müssen, jemanden zu verlieren.

Rilla of Ingleside
Rilla of Inglesideby L. M. MontgomeryArcturus Publishing Ltd