Leider nicht mein Fall
In "The Only Witness" von Jessica R. Patch begleiten wir die FBI-Spezialagentin Fiona Kelly, die mit ihrem bisher persönlichsten Fall konfrontiert wird. Denn mit dem Nursery Rhyme Killer scheint der Serienkiller zurückgekehrt zu sein, der Fiona vor zwei Jahrzehnten ihre Schwester genommen hat. Er hinterlässt an seinen Tatorten Gänsefedern sowie Kinderreime, die direkt auf Fiona zugeschnitten sind. Die Grundidee fand ich total spannend, und dank des flüssigen Schreibstils fiel mir der Einstieg anfangs auch echt leicht. Leider wurde es für mich aber zunehmend schwieriger, bei den vielen verschiedenen Charakteren den Überblick zu behalten. Ich konnte die Personen teilweise kaum voneinander unterscheiden, wodurch sie für mich eher blass geblieben sind. Das galt leider auch für die Protagonistin Fiona selbst. Obwohl sie als Profilerin eingeführt wird, verhielt sie sich für mich oft zu impulsiv und wenig professionell. Auch das ständige private Hin und Her mit ihrem Ex Asa hat die eigentliche Jagd nach dem Killer und die Spannung immer wieder ausgebremst. Die Idee mit den Kinderreimen fand ich genial – zumindest in der Theorie. Da der Nursery Rhyme Killer jedoch amerikanische Verse als Hinweise hinterlässt, die ich größtenteils einfach nicht kannte, konnte ich damit oft nicht viel anfangen. Ich glaube, dass die ganze Idee im amerikanischen Original mit Sicherheit viel besser funktioniert. Es gab einige Spannungsmomente, die mich begeistern konnten. Zudem gab es viele Wendungen und einige Überraschungen, von denen ich einige jedoch als sehr konstruiert empfand, wodurch sich die Handlung nicht ganz so realistisch angefühlt hat. Insgesamt konnte mich "The Only Witness" leider nicht überzeugen. Trotz des interessanten Ansatzes war mir die Story zu sehr auf das persönliche Drama von Fiona und Asa ausgelegt und die Ermittlungsarbeit zu wenig glaubwürdig. Schade, hier wäre deutlich mehr Potenzial gewesen. ☹️





