In deutsch gelesen: Schon alleine die Art und Weise, wie diese Geschichte erzählt wird, hat mich an manchen Stellen echt aufgeregt. Ich möchte nicht spoilern, da dieser Part auch nicht im Klappentext vorkommt. Für mich hat der Sprachstil nicht zu einem Thriller gepasst. Denn es klang teilweise wie ein Kinderbuch, was mich sehr irritiert hat – natürlich „Sinn“ ergibt, wenn man weiß, warum – dennoch ist es nicht nötig gewesen. Es war für mich einer dieser Punkte, weshalb ich so Schwierigkeiten mit dem Buch hatte. Ich hoffte, es würde sich im Laufe der Zeit ändern, aber dem war nicht so. Zeitlich „springen“ wir auch immer mal. Mit Saskia konnte ich so überhaupt nichts anfangen. Nur das Ende konnte ein wenig Licht ins Dunkle bringen und hat aus 2 Sternen immerhin noch ein 2,5 gemacht. So unglücklich mit einem Buch war ich schon lange nicht mehr gewesen. Was so schade ist, denn ich hatte vor sehr vielen Jahren „June“ gelesen und war damals so unglaublich geflasht gewesen. Doch hier … Ich hatte kaum das Gefühl, dass die Charaktere wachsen oder einem näher gebracht werden. Vom Klappentext her hatte ich auf etwas ganz anderes gehofft. Sekte, Vertuschung, Mord und solche Dinge. Ja, es geht auch darum, aber irgendwie auf eine andere Art und Weise. Dass dies allerdings meine persönliche Meinung ist, sollte hier noch einmal erwähnt werden. Denn vielleicht ist es ja auch Buch für dich. Wer weiß. Mir ist schon bewusst, dass Saskia traumatisiert ist und sie in ihrer neuen „Familie“ Trost und Halt sucht und sie auch findet – mit Abraham als Anführer. Vater im Knast, Mutter abgehauen, Großmutter überfordert … All das hätte ihr auch meine Sympathien bringen müssen. Doch nicht mit dieser Art und Weise, wie es erzählt wird. Schade. Warst du schon mal so gehypt auf ein Buch, um am Ende so frustriert zu sein? Ich würde gerne mehr schreiben, aber ich lasse es. Da mich dieses Buch immer noch aufregt und das, obwohl ich es schon vor Tagen gelesen hatte.
Das Cover von "Die dunklen Sommer" verrät bereits viel über den Roman: Er ist dunkel, düster und spielt größtenteils an dem dort abgebildeten See inmitten eines Waldes, fernab der "normalen" Welt. Saskia ist noch ein Kind, als ihr Bruder stirbt. Danach ist nichts, wie es mal war, und sie gerät über verschiedene Verwicklungen nach "Zuhause", ein abgeschiedener Ort fernab jeglicher Zivilisation. In dieser Sekte – deren größter Sinn auf den ersten Blick das „Entdingen“, also das Ablegen des Kapitalisms zu sein scheint – lebt sie fortan mit vier gleichaltrigen Jugendlichen und einigen Erwachsenen. Zunächst ist Saskia allein, depressiv, und versucht irgendwie wieder Boden unter den Füßen zu bekommen. Dabei gerät sie schnell in den manipulativen Sog des charismatischen Anführers Abraham, der sie ganz für sich einnehmen möchte. Als gedroht wird, dass den Jugendlichen Zuhause genommen werden soll, stehen sie vor einer schwierigen Entscheidung. Die dunklen Sommer ist in zwei Zeitebenen geschrieben und umfasst einmal die Gegenwart und einmal die Vergangenheit Saskias. Das verleiht der ganzen Geschichte zusätzlich das gewisse Etwas. Die Kapitel sind teils einige Seiten lang, teils umfassen sie nur einige Zeilen. Das Buch ist sprachlich wirklich gut gelungen und sehr angenehm zu lesen. Zu Beginn ist das Buch einigen Stellen etwas verwirrend und man kommt zeitweise nicht wirklich mit den Geschehnissen mit. Doch trotz einiger Startschwierigkeiten ist der Plot durchgängig spannend und man möchte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Ohne zu viel vorweg zu nehmen - während ich das Buch gelesen habe, hatte ich immer ein ungutes Gefühl und war regelrecht beklemmt. Die Thematik Sekte und wie diese sich nach und nach in einen immer stärkeren Sog verwandelt gepaart mit dem allgegenwärtigen Tod von Saskias Bruder ist regelrecht verstörend. Aber genau daran sieht man, dass Miranda Beverly-Whittemore ihr Handwerk beherrscht. Eine klare Kaufempfehlung!

Hä-Momente DIE DUNKLEN SOMMER "Zeit, nach Zuhause zu kommen. Alle fünf. Sonst...." ☝🏼 Klingt komisch oder? Aber "Zuhause " nennt sich die alternative Lebensgemeinschaft zu der Saskia kommt. Seltsames Völkchen, sag ich euch. Ich zu Beginn des Buches: Geilo, kurze Kapitel. Auch ich: Die sind mir jetzt aber zu kurz. Wiederum ich: 5 Zeilen vs 1 Seite. Gegenwart vs Vergangenheit. Brav abwechselnd. Mein altes ich: Ich bin zu alt, um da zu folgen. Dieses ständige, ganz kurze hin und her war nicht meins. Da hätten mir längere Kapitel ausnahmsweise besser gefallen. Mein Hirn hat sich irgendwie nicht verarbeitet. Die Story an sich war ganz okay, aber schon bisschen arg in die Länge gezogen. Eine düstere unterschwellige Spannung war da, aber so richtig rausgekitzelt wurde sie nicht. Da hat mir doch schon so einiges gefehlt. Die Geschichte ist eher ruhig gehalten. Manchmal war ich kurz davor das Buch abzubrechen, aber irgendwas hat mich dennoch dazu verleitet, es nicht zu machen. Klingt total unlogisch, ich weiß. Aber ich wollte eben wissen, wie bzw warum es genau so ist wie es ist. 🤣 Weil so richtig dahintergestiegen bin ich nicht. 🤷🏽♀️
Zuhause
Das Buch 'Die dunklen Sommer' von der Autorin Miranda Beverly-Whittemore ist ein Roman der mich zwiegespalten zurück lässt und an dem ich etwas länger zu lesen hatte. Es geht um fünf Freunde in zwei Zeitabschnitten die durch die Vergangenheit und einem düsteren Geheimnis miteinander verbunden sind. Kennengelernt haben sie sich in der Aussteiger Kommune namens Zuhause und zwei Jahrzehnte später, führen mysteriöse Briefe alle wieder zusammen und konfrontiert die Freunde mit den Schatten Ihrer Jugend. An und für sich hat mir der Schreibstil gut gefallen, weil man ihn super lesen kann. Die vielen Abschnitte mit unterschiedlichen Längen, lassen einen gut vorankommen und das Cover mag ich. Die Geschichte ist auch interessanter Lesestoff und hat sehr mein Interesse geweckt. Das Leben in einer Kommune, die doch eher einer Sekte ähnelt finde ich spannend zu lesen. Jetzt kommt das große Aber... Das erste Kapitel hat mich sofort gecatcht, aber schon beim zweiten war ich komplett verwirrt und dachte nur...häh?...Die unglaublich vielen Zeitsprünge machen die erste Hälfte des Buches wirklich sehr undurchsichtig. Vorallem weil man die Personen aus der 'Gegenwart' erst nach und nach in der 'Vergangenheit' kennenlernt und eine davon richtig spät. Das hat mir gar nicht gefallen und so dachte ich lange Zeit das ich das Buch nicht mag. Allerdings wurde es ab einer gewissen Zeit verständlicher und dann hat es mir wiederum gefallen. Auch das Ende fand ich ganz gut. Bei meinem Fazit tu ich mich etwas schwer, weil ich lange Zeit Probleme hatte in die Story zu kommen, aber die Idee dahinter halt echt gut war. Ich würde 3,5 von 5 Sternen vergeben.



